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Mittwoch, 18.10.2017
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Externe Einflüsse auf die Wissenschaft

Wissenschaftspolitik

Zitate sind die Währung in der Wissenschaft, mit welcher der "Wert" einer Veröffentlichung beziffert wird.

Zitate sind die Währung in der Wissenschaft, mit welcher der "Wert" einer Veröffentlichung beziffert wird.

Viele Forschungsprojekte in den USA werden durch Investitionen aus der Industrie gefördert oder gar vollkommen finanziert. Auch das Militär investiert große Summen in die Forschung, daher prägen die Interessen der Investoren die amerikanische Forschungslandschaft. Nicht nur die prestigereichen Ivy League Unis wie Harvard, Yale oder Princeton buhlen um die Gunst der Investoren, auch kleinere Forschungseinrichtungen wollen von den großen Geldgebern berücksichtigt werden. An diesem Punkt kommen die Medien ins Spiel, denn durch mediale Aufmerksamkeit gewinnen die Universitäten die Aufmerksamkeit der Investoren. Eine Hochschule, die auf cleveres Marketing verzichtet, schneidet sich oft selbst den Geldfluss ab.

Interessengesteuerte Forschung?


Da sowohl große Konzerne als auch das Militär in die Forschung investieren, geben sie oft auch eine Richtung vor. Die Sponsoren wollen schließlich Ergebnisse, die sie für ihre Projekte und Vorhaben nutzen können. Die Wissenschaftler können sich dagegen kaum wehren und akzeptieren diese Konditionen als Teil des Jobs. Kevin Esvelt, Biochemiker am MIT, wird beispielsweise mit der Aussage zitiert, dass es für gute Wissenschaft nie genug Geld gebe und es daher besser ist, Geld von großen Industriesponsoren anzunehmen.

Zitate als Währung der Wissenschaft


Der Wert wissenschaftlicher Arbeiten wird oft daran gemessen, wie häufig diese von anderen Wissenschaftlern zitiert wird. Je öfter andere Forscher auf eine Arbeit verweisen, umso besser wird sie eingestuft. So gibt es beispielsweise Rankings der am häufigsten zitierten Wissenschaftler. Durch Zitate verschaffen sich die Forscher ein Renommee, welches bei der Entscheidung potenzieller Investoren, ein bestimmtes Projekt zu fördern oder nicht eine entscheidende Rolle spielen kann. Der Druck, eine vielzitierte Arbeit zu schaffen, lastet somit ständig auf den Schultern der Wissenschaftler.

Da Englisch die Sprache der Wissenschaft ist, veröffentlichen auch viele deutsche Forscher ihre Arbeiten auf Englisch. So machen sie ihre Ergebnisse einem größeren Fachpublikum zugänglich und die Chance auf einen Verweis in einem anderen Artikel wächst ungemein. Daher nehmen viele Wissenschaftler die Dienste von Übersetzungsbüros für Fachübersetzungen in Anspruch. Dazu kann die ganze Übersetzung eines Textes ebenso gehören, wie das Lektorat eines Manuskripts. Gerade wenn sich der Forscher mit der Fremdsprache schwertut, gibt eine professionelle Übersetzung große Sicherheit. Je besser die eigenen Gedanken präsentiert werden, desto größer ist die Chance auf ein Zitat und letzten Endes sind Zitate somit eine Währung der Wissenschaft.

Populärwissenschaft als Marketingmaßnahme


Immer wieder gehen neue wissenschaftliche Erkenntnisse als Schlagzeilen durch die Presse. So erreichen viele neue Erkenntnisse zumindest peripher größere Teile der Bevölkerung. Ob es die Entdeckung eines neuen Dinosaurierfossils ist oder die Erkenntnis, dass Frauengehirne aktiver sind als Männergehirne. Solche Nachrichten sprechen die breite Leserschaft an und lenken Aufmerksamkeit auf die jeweiligen Forschungsteams. Dabei müssen die Forscher oft den Spagat zwischen reiner Forschungsarbeit und Populärwissenschaft meistern. Das Musterbeispiel dafür ist zweifelsohne Stephen Hawking, der diesen Spagat wie sonst kaum jemand beherrscht. Durch seine Forschungsarbeiten zum Thema Zeit hat er sich nicht nur einen Namen unter seinen Kollegen gemacht, sondern auch durch populärwissenschaftliche Literatur, wie etwa seinem Werk "Das Universum in der Nussschale," eine große Leserschaft ohne nennenswerte Vorkenntnisse angesprochen. Dadurch wächst das allgemeine Bewusstsein für Forschung und auch dies kann ein Motor für die Wissenschaft sein, denn durch die allgemeine Aufmerksamkeit entsteht wieder ein Marketingeffekt für den Wissenschaftler selbst und seine Forschungseinrichtung.

Durch diese Einflüsse wird die Forschungslandschaft maßgeblich beeinflusst. Denn auch in der Wissenschaft gilt es, sich einen Namen zu machen. Wer nicht bekannt ist, wird auch nur selten gefördert.
(Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Autor Markus Wehde., 12.10.2017 - )
 
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