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Montag, 18.12.2017
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Kennzeichnungspflicht und Aufstiegsgenehmigung für Drohnen in Deutschland

Luftfahrtrecht

Die Richtlinien der im April 2017 in Kraft getretenen Drohnenverordnung des Verkehrsministeriums wurden im Oktober noch einmal verschärft.

Die Richtlinien der im April 2017 in Kraft getretenen Drohnenverordnung des Verkehrsministeriums wurden im Oktober noch einmal verschärft.

Moderne Drohnen werden immer raffinierter und erfüllen mittlerweile auch gehobene Ansprüche. So verfügt eine YUNEEC Profi-Drohne beispielsweise über mehrere intelligente Flugmodi. Sie kann wahlweise die steuernde Person oder ein beliebiges Objekt („Point Of Interest“) in einer kreisrunden Flugbahn umkreisen und sogar die via Fernbedienung voreingestellten Koordinaten abfliegen. Auch ein Return-Home- sowie ein Follow-Me-Modus sind bei Profi-Drohnen wie der Tornado H920 Plus von Yuneec heute Standard.

Die Entwickler von Drohnen und Multicoptern lassen sich ständig neue Funktionen einfallen: So ist zum Beispiel geplant, dass sich schon bald die ersten Drohnen durch Gesten steuern lassen sollen. Während auf der einen Seite die Technik in den Drohnen immer komplexer wird, werden auf der anderen Seite aber die Regeln und Vorschriften für Drohnen-Piloten zunehmend verschärft: Am 07. April 2017 ist die neue Drohnen-Verordnung in Kraft getreten. Sie umfasst viele neue Vorschriften und Regelungen zum Betrieb von unbemannten Fluggeräten wie Multicoptern und Drohnen. Seit 01. Oktober 2017 gibt es zudem unter bestimmten Voraussetzungen eine Kennzeichnungspflicht und eine Pflicht zum Kenntnisnachweis. Worauf Piloten achten sollten, bevor sie ihre Drohnen fliegen lassen.

Was besagt die neue Drohnen-Verordnung ab 07. April 2017?


Welche Regeln beim Fliegen einer Drohne beachtet werden müssen, hängt insbesondere vom Gewicht des Fluggeräts ab. Dabei ist immer das Gesamtgewicht inklusive Akku, Kamera und sonstigem Equipment wichtig – also das sogenannte Abfluggewicht. Zudem gelten die neuen Regeln für Drohnen nur außerhalb von Modellflugplätzen. Wer die Drohne auf einem Modellflugplatz steigen lassen will, ist von den Neuerungen nur geringfügig betroffen, denn lediglich die Kennzeichnungspflicht gilt auch hier.

Abfluggewicht von mehr als 250 Gramm


Lässt man eine Drohne steigen, die ein Abfluggewicht von über 250 Gramm aufweist, so besteht eine Kennzeichnungspflicht. Die Drohne muss also mit dem Namen und der Postanschrift des Besitzers versehen werden. Die Kennzeichnung muss dabei folgende Voraussetzungen erfüllen:
  • Sichtbar
  • Dauerhaft
  • Feuerfest
Gut geeignet sind zur Kennzeichnung zum Beispiel Aluminiumplaketten, auf die man den Namen und die Anschrift des Drohnen-Besitzers notiert. Weitere Informationen zu den Drohnen-Kennzeichen hat der Bundesverband Copter Piloten e.V. zusammengefasst.

Abfluggewicht von mehr als zwei Kilogramm


Liegt das Abfluggewicht oberhalb der 2-Kilogramm-Grenze, so reicht eine reine Namens- und Adressplakette nicht mehr aus. Zusätzlich muss ein sogenannter Flugkundenachweis erbracht werden, der in der Umgangssprache auch als „Drohnen-Führerschein“ bezeichnet wird. Der Pilot muss also nachweisen, dass er über ausreichende Erfahrungen im Umgang mit Drohnen verfügt. Dies kann in einer Prüfung bei einer vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannten Stelle erfolgen. Alternativ lässt sich der „Führerschein“ bei einem Luftsportverband erlangen. Ein Nachweis ist für fünf Jahre gültig und wird nicht benötigt, wenn die Drohne ausschließlich auf einem Modellflugplatz betrieben werden soll.

Abfluggewicht von mehr als fünf Kilogramm


Sollte das Abfluggewicht mehr als fünf Kilogramm betragen, ist zusätzlich zur Kennzeichnungspflicht und zum Flugkundenachweis auch noch eine Aufstiegsgenehmigung erforderlich. Sie kann von den Landesluftfahrtbehörden der Bundesländer erteilt werden. Drohnen, die ein Abfluggewicht von über 25 Kilogramm aufweisen, dürfen überhaupt nicht betrieben werden. Für sie gilt ein Betriebsverbot, sodass es unter keinen Voraussetzungen gestattet ist, sie steigen zu lassen.

Wie wird eine Aufstiegsgenehmigung für Drohnen beantragt?


Leider ist es nicht möglich, eine allgemeine und unbefristete Aufstiegserlaubnis zu erhalten, die in ganz Deutschland gilt. Die Genehmigungen werden immer von den Bundesländern vergeben. Die Prozesse zur Beantragung und auch die Genehmigungen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Teilweise gibt es eine Allgemeinverfügung, in einigen Bundesländern ist es hingegen erforderlich, eine allgemeine Aufstiegserlaubnis zu beantragen. Eine Aufstiegsgenehmigung gilt im Allgemeinen zwei Jahre lang.

Wer eine Aufstiegserlaubnis beantragen möchte, muss je nach Bundesland ganz unterschiedliche Dokumente und Unterlagen vorweisen. Auch die zuständigen Behörden unterscheiden sich. Nützliche Informationen zur Beantragung einer Aufstiegsgenehmigung haben die Autoren von drohnen.de zusammengetragen.
(Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Autorin Angela Michailik., 12.10.2017 - )
 
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