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Samstag, 25.11.2017
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Wie werden Sterne benannt?

Astronomie

Für die einen sind sie das ewige Symbol für Romantik, andere sehen in den Sternen faszinierende Welten, die es wissenschaftlich zu erforschen gilt. Ein Menschenleben gleicht, gemessen an der Existenz von Sternen, einem Wimpernschlag. Doch wie werden die Himmelskörper eigentlich benannt?
Große Auswahl: Angeblich gibt es mindestens 70 Tausend Millionen Millionen Millionen Sterne im Universum.

Große Auswahl: Angeblich gibt es mindestens 70 Tausend Millionen Millionen Millionen Sterne im Universum.

70 Tausend Millionen Millionen Millionen Sterne gibt es laut wissenschaftlicher Erkenntnisse im Universum. Allerdings sind mit dieser unglaublichen Zahl nur die Sterne registriert, die heute mit modernster Technik tatsächlich erfasst werden können. Mit anderen Worten: 70 Trilliarden. Das ist eine sieben mit 22 Nullen. Vermutlich geht die tatsächliche Zahl der Sterne weit über diese Schätzung hinaus.

Die wissenschaftliche Bezeichnung von Sternen


Jeder Stern soll auf wissenschaftlichem Level exakt bestimmt werden können, dafür braucht es einen Namen beziehungsweise eine Katalognummer. Bei der großen Anzahl ist dies eine Sisyphusaufgabe, die niemals zu enden scheint. Viele Sterne haben daher bis heute noch keine Bezeichnung erhalten.
Für die Zuweisung von Sternenbezeichnungen ist in der Regel die Internationale Astronomische Union, kurz IAU, zuständig. Diese Vereinigung von Astronomen wurde 1919 gegründet und hat ihren Sitz in Paris. Nicht wenige Sternennamen stammen jedoch schon aus einer Zeit vor dieser Gründung.

Sterne mit Eigennamen


Zumeist werden besondere, zum Beispiel besonders helle Sterne, mit Eigennamen benannt. Erst seit 2016 werden die bereits bekannten Eigennamen von Sternen durch die IAU im „Catalog of Star Names“ katalogisiert und standardisiert. Bis zum 30. Juni dieses Jahres waren es insgesamt 269.
Die Eigennamen stammen zumeist aus der arabischen oder lateinischen Sprache. Aber auch deutsche Namen wie der Polaris oder der Regulus haben den Weg in das internationale Verzeichnis gefunden. Andere Beispiele hierfür sind der Hundsstern und das Reiterlein. Einige Sterne wurden nach ihren damaligen Entdeckern benannt.

Dekorativ aber anonym: Sternschuppen

Dekorativ aber anonym: Sternschuppen

Weitere wissenschaftliche Kataloge


Andere wissenschaftliche Kataloge, die sich mit der Nummerierung beziehungsweise Bezeichnung von Sternen befassen, sind der Hipparcos-Katalog, der Henry-Draper-Katalog oder das Register der Bayer-Flamsteed-Bezeichnung. Verwirrend für den Laien und auch so manchen Profi: Derselbe Stern wird unter Umständen in den verschiedenen Verzeichnissen ganz unterschiedlich benannt.

Bei den Eigennamen mag dies daran liegen, dass bereits in der Antike die Benennung von Sternen und Sternbildern ein Thema der Astronomen war. Griechen, Chinesen und Römer fanden ihrer Kultur und Sprache entsprechend verschiedene Bezeichnungen passend. Dieses Wissen wurde teils bis heute erhalten und lässt sich bis in die Frühzeit zurückverfolgen, von der erste schriftliche Aufzeichnungen erhalten sind.

Sternennamen der Antike


Beispielsweise stammen die heutigen Namen der 48 klassischen Sternbilder bereits aus der Epoche des Römischen Weltreiches. Die Römer erlangten ihre astronomischen Kenntnisse aus der griechischen Kultur, allerdings verwendeten sie ihre eigenen Sternennamen. Die griechische Astronomietradition wiederum fußt auf die der Babylonier. Diese lässt sich auf die Akkader und die Chaldäer zurückführen.

Seit den 70er-Jahren ist es möglich, über kommerzielle Register Sternennamen zu bestimmen. Kunden können hier einen selbstgewählten Namen bestimmen und in ein solches Sternregister eintragen lassen. Eine zentrale Sammelstelle für diese Sternennamen gibt es nicht, das Starling Star Registry ist eines der bekanntesten und gilt als das größte seiner Art.

Sterntaufen sprechen den Sinn für Romantik an.

Sterntaufen sprechen den Sinn für Romantik an.

Romantische Geste


Eine wissenschaftliche Bedeutung haben dererlei Sternentaufen nicht, als romantisches Geschenk eignen sie sich aber allemal. Gegen Geld können Kunden einen bereits mit Katalognummer registrierten Stern entsprechend ihrer Wünsche in einer Sterntaufe umbenennen. Auf einer Urkunde wird der neue Name festgehalten.

Vergleichbar ist dieses System mit einer Tierpatenschaft im Zoo. Es ist lediglich eine symbolische Geste, die keine offizielle Umbenennung nach sich zieht. Wer so eine Sterntaufe also verschenken möchte, sollte sich dessen bewusst sein, um Enttäuschungen zu vermeiden.
(Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Autor Markus Wehde., 09.10.2017 - )
 
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