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Donnerstag, 23.11.2017
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Preise fallen - Grüner Strom wird deutlich günstiger

Strompreise

Erneuerbare Energien gewinnen immer mehr an Bedeutung und die Energiewende ebnet den Weg in eine sichere, umweltverträgliche und wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft. Und dieser Weg verläuft entgegengesetzt zu nuklearen und fossilen Brennstoffen. Bis 2025 sollen in Deutschland 40 bis 45 Prozent und bis 2050 sogar mindestens 80 Prozent der Energie aus regenerativen Quellen kommen. Dass es gut und wichtig ist die Umwelt zu schützen, dem würde sicher niemand widersprechen. Allerdings hört der Tatendrang oft da auf, wo es ans Geld geht. Das könnte sich hinsichtlich Ökostrom jetzt allerdings ändern.
Strom aus Windkraft ist momentan so günstig wie nie zuvor.

Strom aus Windkraft ist momentan so günstig wie nie zuvor.

Rasanter Zuwachs von Solar- und Windenergie


Der Anteil von Solarenergie hat deutlich zugenommen und mittlerweile sogar absolutes Rekordniveau erreicht: Sechs Milliarden Kilowattstunden - das entspricht in etwa dem Bedarf eines großen Automobilwerks. Nicht nur das, auch die Windanlagen zur Erzeugung wurden in rasantem Tempo ausgebaut und das sogar deutlich stärker als es vom Gesetzgeber gefordert wird. Unter anderem liegt das an dem Verbraucher, der mit seiner steigenden Nachfrage die Förderung von grünem Strom aktiv vorantreibt. Denn: Energielieferanten sind dazu verpflichtet auch tatsächlich die Menge an Ökostrom zu liefern, die der Kunde bestellt.

Viele Anbieter haben zudem auch günstige Ökostrom-Tarife im Angebot, welche einen Umstieg auf erneuerbare Energien für den Kunden attraktiv machen. Etwas für die Umwelt tun und gleichzeitig sparen. Ein verlockendes Angebot. Doch das geht nur, wenn sich die Kunden auch eingehend informieren und abwägen, ob sich ein Umstieg überhaupt lohnt. Das geht am besten über Vergleichsportale wie dem Stromrechner von stromvergleich.de. Dort ist dem Wohnort entsprechend die günstigste Wahl aufgelistet, so dass der Verbraucher auch die tatsächlich besten Konditionen für seinen Bedarf erhält.

Preise für Strom aus Windkraft auf Rekordtief


Welch eine Überraschung: Mitte August wurden die überarbeiteten Preise für Strom aus Windkraft veröffentlicht und die Branche hielt kurz einmal den Atem an. Lediglich 4,28 Cent pro Kilowattstunden sind zukünftig an die neuen Anlagen zu entrichten - damit liegt der Preis nur noch minimal über dem an den Börsen gehandelten schmutzigen Strom. Vor nicht allzu langer Zeit, genauer gesagt im Mai, betrug der Preis noch 5,71 Cent. Der Preis für Strom aus Windanlagen ist also um rund ein Viertel gesunken. Ein derartiger Preisverfall innerhalb solch kurzer Zeit ist der Ökostrombranche gänzlich neu. Verantwortlich dafür sind wettbewerbliche Ausschreibungen. Denn wurden die Windmüller zuvor mit einem festgeschriebenen Satz vergütet, so müssen sie jetzt untereinander in Auktionen antreten. Dies treibt die Preise in den Keller.

Aufgrund des Preisverfalls drängt sich jedoch unweigerlich eine Frage auf: Sind jahrelang Subventionen auf Kosten des Stromverbrauchers in die Kassen der Betreiber? Offensichtlich war die Vergütung für Windräder schlichtweg zu hoch, was Kritiker der Ökostromförderung auf den Plan ruft. In der Vergangenheit war die Vergütung offensichtlich deutlich zu hoch angesetzt. Das zeigt sich auch darin, dass die Fördersätze nach der Einführung der Auktionen stark gesunken sind und diese nun durch den Wettbewerb entstehen. Das neue System greift allerdings nicht sofort, sondern erst Jahre später. Anlagen, die momentan erbaut werden, fallen noch unter die Richtlinien des alten Systems. Und dies schließt sämtliche Projekte ein, die vor Ende 2016 genehmigt wurden. Sie können noch bis zum Ende des nächsten Jahres gebaut werden und erhalten ab Inbetriebnahme eine feste Vergütung für 20 Jahre - zuzüglich des Jahres der Inbetriebnahme. Der Windrad-Boom bleibt währenddessen ungebremst.

Im ersten Halbjahr 2017 wurden bereits 790 neue Windräder in Betrieb genommen, die in der Lage sind zusammen 2281 Megawatt Strom in das Stromnetz einzuspeisen, womit das erklärte Ziel der Bundesregierung von 2500 Megawatt für das gesamte Jahr schon fast erreicht ist. Und für den Ausbau der Windkraftanlagen scheint momentan kein Ende in Sicht zu sein.

Atomkraftwerke - die Antithese der Energiewende

Atomkraftwerke - die Antithese der Energiewende

Eine Gemeinde in Nordfriesland macht’s vor


Während von der Bundesregierung realistische Langzeitziele angestrebt sind, hat eine kleine Gemeinde in Nordfriesland die Energiewende bereits abgeschlossen. Mit nur 660 Einwohnern ist Braderup mit Breitbandversorgung, öffentlicher LED-Beleuchtung, zwei Bürger-Windparks und einem der größten Hybridspeicher Europas ein Musterbeispiel hinsichtlich Klima- und Umweltschutz. Die Region an der deutsch-dänischen Grenzen kann sich bezüglich ihrer Ökostrom-Vollversorgung gerne mal auf die Schulter klopfen.

Während vielerorts immer noch von dem Mix aus Öko- und Normalstrom die Rede ist, sind die Nordfriesen schon längst einen Schritt weiter. Bewerkstelligt wird dies durch die Kombination aus Biomasse, Solarkraft und vor allem Windenergie. Da die Gemeinde die sämtliche Bandbreite an erneuerbaren Energien abdeckt, machte es auch Sinn bereits frühzeitig Technologie zu verwenden, an die in den meisten Orten noch nicht einmal gedacht wird. So wurde bereits 2014 geplant, den existierenden Bürger-Windpark durch einen Hybridspeicher zu ergänzen. Eigens hierfür gründete die kleine Gemeinde sogar eine GmbH. In der Testphase kam es regelmäßig noch technischen Schwierigkeiten, welche allerdings mittlerweile behoben wurden. Und so schafft es der Speicher vier Megawatt Strom aufzunehmen, was ausreicht um etwa 400 Einfamilienhäuser einen Tag lang zu versorgen.

Ohne erneuerbare Energie geht es nicht


Die Probleme mit dem schmutzigen Strom sind seit Jahrzehnten die gleichen. Die Ressourcen fossiler Brennstoffe neigen sich langsam aber sicher dem Ende zu und eine wirkliche überzeugende Lösung für die Endlagerung nuklearer Brennstoffe gibt es nicht. Die Energiewende muss kommen und sie wird kommen. Die Geschichte von Branderup soll als Musterbeispiel dienen, jedoch kann der Verbraucher auch im Kleinen etwas tun, indem er sich bewusst für grünen Strom entscheidet, welcher im aktuellen Preisklima verglichen mit dem üblichen Strom kein Loch in die Haushaltskasse reißen wird.
( , 05.10.2017 - )
 
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