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Montag, 20.11.2017
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Erkenntnisse zur Untreue: Gründe, Umgang und Folgen aufgedeckt

Psychologie

Einer Studie zufolge, sind der negative Einfluss des Partners und fehlende Unabhängigkeit die Hauptursachen für Fremdgehen. Ein Seitensprungportal wiederum fand heraus, dass nur jeder Dritte von der Untreue des Partners erfahren möchte. Die negativen Folgen scheinen besonders unter betrogenen Frauen enorm.
Fremdgehen ist ein Thema, das nicht nur polarisiert, sondern die Gesellschaft regelrecht spaltet. Während die einen Untreue verurteilen, haben andere Verständnis oder entscheiden sich sogar für eine offene Beziehung. Ursachen für den Seitensprung scheint es zahlreich zu geben. Die University of Tennesse fand nun heraus, welche beiden Gründe bei jungen Erwachsenen im Vordergrund stehen:
  1. Interdependenz
  2. Unabhängigkeit
Gemaltes Herz
Für ihre Studie, welche im Fachblatt „The Journal of Sex Research“ veröffentlicht wurde, befragte die Psychologin Jerika Norona mit ihrem Team 104 Erwachsene, darunter knapp 60 Prozent Frauen. Durchschnittsalter: 22 Jahre. Jeder der Befragten ging im vergangenen halben Jahr fremd und musste Angaben zu den Beweggründen machen. Für 73 Prozent war die Interdependenz schuld. Sie fühlten sich vom negativen Einfluss ihres Partners in die Arme eines anderen Menschen getrieben. Die persönlichen Bedürfnisse wurden nicht gestillt, was der Seitensprung ausgleichen sollte. Die Studienteilnehmer sehnten sich nach Kommunikation, Aufmerksamkeit und dem altbekannten Prickeln.

22 Prozent sind der Ansicht, dass ihr Partner sie daran hindert, sich selbst zu verwirklichen und begründeten damit die Untreue. Die Entwicklungspsychologen kamen anhand der Angaben zu dem Entschluss, dass Fremdgehen bei den derzeit jungen Erwachsenen eine Rolle spielt, weil ihnen das Bewusstsein für die eigene Persönlichkeit fehlt. Laut Psychologin Norona ist es denkbar, dass durch Fremdgehen die persönliche Entwicklung gefördert werden soll und dies als Weg betrachtet wird, den Bedarf an Unabhängigkeit zu stillen. Abseits von Unabhängigkeit und Interdependenz deckt die Studie aus der Entwicklungspsychologie weitere Gründe auf. Darunter Abenteuerlust und ein Übermaß an Alkohol.

Viele bevorzugen Unwissenheit


Beim Großteil der Beziehungen ist Untreue ein Tabu. Dennoch gehen viele fremd und sind nach dem Seitensprung mit der Frage konfrontiert, ob dieser gebeichtet werden soll oder Stillschweigen die bessere Wahl ist. Erstaunliche Erkenntnisse dazu bringt eine aktuelle Umfrage hervor. Das Marktforschungsinstitut Toluna hat im Auftrag von Seitensprung-Fibel.de, Deutschlands führendem Informationsportal zum Thema Untreue, 1.010 Frauen und Männer gefragt, ob sie bei einem einmaligen Seitensprung ihres Partners eine Beichte erwarten würden. 52 Prozent wäre es lieber von einem einmaligen Ausrutscher nichts zu erfahren. 21 Prozent von denjenigen, die Unwissenheit bevorzugen, sind der Meinung der Partner müsse mit seinem schlechten Gewissen leben. „20 Prozent sind überzeugt, dass eine Seitensprung-Beichte niemandem nutzt und die Beziehung/Familie unnötig auf eine harte Probe stellt“, heißt es in der Pressemitteilung zur Umfrage beim Presseverteiler-Dienst mynewsdesk.com. Nur 32 Prozent ziehen die schonungslose Ehrlichkeit ihres untreuen Partners vor.

Ein weiteres interessantes Ergebnis der Umfrage, betrifft die Entwicklung mit zunehmendem Alter. Je mehr Lebenserfahrung Befragte hatten, desto gelassener reagierten sie auf Untreue und entschieden sich für die Unwissenheit. Nur 16 Prozent der Frauen und 17 Prozent der Männer im Alter von über 55 Jahren möchte über einen Seitensprung informiert werden. Unter den 18- bis 25-Jährigen bestehen, mit 50 Prozent Frauen und 36 Prozent Männer, deutlich mehr auf die Wahrheit.

Weinende Person

Hoher Leidensdruck bei Betrogenen


Dass es sich lohnt, die Beichte eines unbedeutenden Seitensprungs gründlich zu überdenken, verdeutlichen die teilweise massiv unterschätzen Folgen für Betrogene. Nicht nur der seelische Leidensdruck ist enorm. Auch körperlich können die Auswirkungen fatal sein. Dies konnten Wissenschaftler der University of Nevada nachweisen, indem sie 232 Studenten, die im vergangenen Vierteljahr betrogen wurden, dazu befragten. Neben dem Fremdgehen, spielten damit einhergehende Schuldzuweisungen eine zentrale Rolle. Befragte, die stark unter der Untreue litten, griffen zu Drogen, verzichteten auf Verhütungsmittel, trieben zu viel Sport oder kämpften mit gestörtem Essverhalten. Wie es im Artikel des britischen Magazins independent.co.uk heißt, sind Betroffene, die sich selbst die Schuld für den Seitensprung ihres Partners gaben, offener für riskante Verhaltensweisen. Besonders massiv leiden Frauen. Studien Co-Autorin M. Rosie Shrout fasst zusammen, dass bei Frauen die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich in riskantes und ungesundes Verhalten stürzen höher sei, „weil ihre Selbstwahrnehmung beschädigt“ wurde.
( , 25.08.2017 - )
 
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