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Sonntag, 19.08.2018
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Gabelstapler und Hubwagen – ein geschichtlicher Exkurs

Nutzfahrzeuge

Flaschenzug, Muskelkraft, Sackkarre – das waren die Mittel, mit denen man früher schwere Güter transportierte. Heute gibt es höchstmoderne Gabelstapler und Elektro-Hubwagen, mit denen jeder selbst schwerste Dinge heben und transportieren kann. In der Regel wurden im Verlauf der Geschichte fast immer aus manuell bedienbaren Geräten elektrische Geräte. Im Fall des Hubwagens ist es jedoch anders herum. Der Klassiker in der Fördertechnik basiert nämlich auf einem technisch weitaus umfangreicheren und moderneren Flurfahrzeug: dem Gabelstapler.

Der Gabelstapler aus den USA


Die Warenbeförderung war vor allem innerhalb großer Betriebe ein Problem. Im Jahr 1917 kam der US-Amerikaner Eugene Bradley Clark auf die Idee, einen motorisierten Plattformwagen zu bauen. Clark hatte 1894 ein Studium für Maschinenbau an der Cornell University (NY) erfolgreich abgeschlossen und war ab 1904 bei der George R. Rich Manufacturing Company angestellt. Er galt als unabhängiger, kreativer und leidenschaftlicher Erfinder und Macher. Und genau das brachte er in das Unternehmen ein.

So sah er unter anderem im innerbetrieblichen Materialtransport eine große Schwachstelle. Er war der Meinung, dass es eine Möglichkeit geben müsste, möglichst viel Ware heben und transportieren zu können, damit das Unternehmen wettbewerbsfähig war.

Gabelstapler

Gabelstapler

Zu diesem Zweck erfand er 1917 den sogenannten "Tructractor", ein kleines, dreirädriges Fahrzeug, das mit Benzin betrieben wurde. Es bot Platz für 2 bis 3 Tonnen Last, musste allerdings manuell be- und entladen werden. Der "Tructractor" nahm den Mitarbeitern viel Arbeit ab, was sich schnell herumsprach und das Interesse anderer Unternehmen weckte. Im Folgejahr baute Clark acht weitere Modelle, die er bald schon weiterentwickelte. So kam um 1922 der "Truclift" heraus, ein Hubwagen mit Verbrennungsmotor. Dieser war Grundlage für den ersten Gabelstapler, den Clark 1924 auf den Markt brachte. Er sieht den heutigen Staplern überraschend ähnlich, was zeigt, wie clever die Erfindung bereits damals war.

Interessante Fakten:
  • Die Serienproduktion des Gabelstaplers begann 1946, fast 20 Jahre nach seiner Erfindung und 4 Jahre nach dem Tod seines Erfinders.
  • Der kleinste Gabelstapler der Welt ist der "Linde H 008" – er wurde im Jahr 2000 vorgestellt und kann gerade einmal ein Stück Würfelzucker transportieren.


Der Hubwagen wird geboren


Der Hubwagen ist ebenfalls ein ausgeklügeltes Hebesystem, das zur ähnlichen Zeit erfunden wurde. Es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied zum Gabelstapler: Der Lastenschwerpunkt ist mittig. Das bedeutet, dass man beim Hubwagen kein Gegengewicht braucht, wie es beim Frontstapler nötig ist. Der Hubwagen hat deshalb einen bedeutenden Vorteil: Er benötigt weniger Platz und ist besser einsetzbar, wenn das Lager klein ist oder kaum Wendemöglichkeiten vorhanden sind. Heute findet man Elektro-Hubwagen bei Spezialisten wie Jungheinrich in unterschiedlichen Modellvarianten.

Doch wer hat diese erfunden? Tatsächlich streiten die Experten darüber, wer für den ersten Hubwagen verantwortlich ist. Oft wird der schwedische Ingenieur Ivan Lundquist als Erfinder angegeben. Auf einer Geschäftsreise durch die USA im Jahr 1946 war er begeistert von den Clarkschen Gabelstaplern. Für den europäischen Markt waren diese jedoch ungeeignet, da in Europa weniger Investitionsgelder und weniger Platz in den Lagerhallen zur Verfügung stand. Das lag unter anderem daran, dass sich Europa gerade in der Nachkriegszeit befand.

Lundquist entwickelte deshalb eine "einfachere" und kostengünstigere Möglichkeit für den Warentransport: einen handgeführten Gabelhubwagen, von dem seine Firma BT schon bald mehr als 2 Millionen Exemplare verkaufte. Zweifelsohne ist Lundquist derjenige, der für den Erfolg des Hubwagens verantwortlich ist. Die technische Idee allerdings kommt vermutlich – wie auch der Gabelstapler – aus Nordamerika und in der Weiterführung aus Deutschland. Grund zu dieser Annahme sind Patente des Unternehmens Shepard Co Lewis und der deutschen Oscar Krieger GmbH. Shepard meldete 1923 das Patent DE387183 an, einen Hebekarren auf laufenden Rädern. Das Dresdner Unternehmen Krieger meldet fünf Jahre später mit dem Patent DE 487485C einen Hubwagen mit hydraulischen heb- und senkbarer Plattform an – der maßgebenden Technik für die heutigen Hubwagen. Der Hubwagen, wie wir ihn heute kennen, ist demnach wohl nicht einem, sondern gleich drei cleveren Ideenverwirklichern zu verdanken.

Interessante Fakten:
Ein Gabelhubwagen besteht aus überraschend wenigen Teilen, nämlich 120 insgesamt. Die wichtigsten Bauelemente sind:
  • Lenkdeichsel, mit der der Hubwagen gesteuert wird
  • Gabel, die aus Gabelkopf und Zinken besteht
  • Fahrgestell
( , 22.08.2017 - )
 
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