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Donnerstag, 19.10.2017
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Künstliche Intelligenz: Fluch oder Segen?

Computerwissenschaft

Fühlende, intrigante Roboter wie im Film "Ex Machina" sind zwar noch keine Realität – künstliche Intelligenz kommt aber bereits in vielen Bereichen zum Einsatz, teilweise verrichten Algorithmen bereits ihren Dienst in alltäglichen Software-Produkten. Das soll für den Menschen in Zukunft vieles leichter machen – aber macht es auch alles besser?
HAL 9000: Das rote Kameraauge des Bordcomputers in dem SF-Klassiker "2001: Odyssee im Weltraum" symbolisiert eindrucksvoll die undurchschaubare, bedrohliche Seite der Künstlichen Intelligenz.

HAL 9000: Das rote Kameraauge des Bordcomputers in dem SF-Klassiker "2001: Odyssee im Weltraum" symbolisiert eindrucksvoll die undurchschaubare, bedrohliche Seite der Künstlichen Intelligenz.

Such, Maschine, such!


2016 machte die künstliche Intelligenz AlphaGo Schlagzeilen, die auf das Spielen des asiatischen Brettspiels Go spezialisiert ist. Sie schaffte es, einen menschlichen Profi-Spieler zu schlagen – obwohl das Spiel um ein Vielfaches komplexer als Schach ist. Das mag man beeindruckend finden oder auch nicht, schließlich kann die entsprechende KI ausschließlich Go spielen. Allerdings ist AlphaGo eher eine Art Testprojekt für den Entwickler, der eine ähnliche Technologie auch in einem alltäglichen Anwendungsbereich nutzt – nämlich in einer Software, die Milliarden Menschen tagtäglich nutzen: der Google-Suche.

Seit 2015 verrichtet nämlich die KI Rankbrain hinter den Kulissen ihren Dienst, indem sie die Suchanfragen der Nutzer auswertet und bearbeitet, um anschließend ein möglichst passendes Suchergebnis auszugeben. Bei Rankbrain handelt es sich wie bei AlphaGo um eine selbstlernende KI – sie wird also mit jeder Suchanfrage "schlauer" und kann dadurch zukünftige Anfragen noch besser bearbeiten.

Debatten über Gefahren der Technologie


AlphaGo und Rankbrain erscheinen auf den ersten Blick eher ungefährlich. Dennoch ist vielen bei dem Gedanken daran, dass KI immer mehr Dinge besser kann als der Mensch, nicht wohl zumute. Und es sind nicht nur diejenigen, die Angst vor allem Neuen haben, die immer wieder auf die Gefahren maschineller Intelligenz hinweisen. Während Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bekennender KI-Fan ist, sieht etwa Technikvisionär und Tesla- sowie SpaceX-Chef Elon Musk das Ganze etwas anders.

Kann eine Maschine einen Menschen ersetzen?


Das hat seinen Grund: Schließlich führt die Verwendung von KI an Stellen, an denen sonst Menschen wichtige Entscheidungen treffen, zu ganz neuen Problemen. Ein Beispiel ist autonomes Fahren: Hauptsinn und Zweck von automatisch gesteuerten Autos ist es neben der Entlastung des Fahrers, den Straßenverkehr sicherer zu machen. Man darf aber nicht vergessen, dass auch Menschen, die nicht am Steuer sitzen, am Straßenverkehr teilnehmen – Fußgänger und Radfahrer zum Beispiel. Wie soll also ein selbstfahrendes Auto reagieren, wenn plötzlich ein Menschen auf der Fahrbahn steht und, eine entsprechend ungünstige Situation vorausgesetzt, in Sekundenbruchteilen entscheiden muss, wer sterben soll? Ein eigentlich unlösbares Dilemma, trotzdem muss die von Menschen programmierte Steuerungssoftware oder eben eine KI diese Entscheidung treffen. Kann, soll, darf so etwas sein?

Ähnlich problematisch ist der KI-Einsatz im militärischen Bereich. Bereits die US-amerikanischen Predator-Drohnen, die schon häufig zum "Neutralisieren" von Terroristen eingesetzt wurden, wie es so schön heißt, sind ethisch und moralisch äußerst umstritten – obwohl hier immer noch Menschen darüber entscheiden, ob ein Angriff erfolgt oder nicht. Die Betonung liegt auf noch, denn die Steuerung autonomer Kampfroboter per KI könnte schon bald Realität werden: An entsprechenden Technologien wird fleißig gearbeitet, während renommierte Forscher wie Stephen Hawking indes vor den Folgen warnen.

Da kann man nur hoffen, dass die politischen Machthaber auf der Welt nicht aus Versehen ein echtes Skynet wie in den Terminator-Filmen erschaffen – die entsprechende Infrastruktur wäre mit dem Internet ja bereits vorhanden.
( , 10.08.2017 - )
 
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