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Freitag, 20.10.2017
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Wie gut ist unser Trinkwasser?

Interessante Fakten über den wichtigsten Rohstoff der Welt

Die Erde, der blaue Planet, ist zum größten Teil mit Wasser bedeckt. Ob Tier, Pflanze oder Mensch – jedes Lebewesen benötigt Wasser, damit es wachsen kann und sein Stoffwechsel funktioniert. Doch leider ist sauberes Wasser in vielen Teilen der Welt noch immer keine Selbstverständlichkeit. Auch heute noch sterben Menschen an den Folgen von verunreinigtem Trinkwasser und Dürren, die jeden Brunnen in der Region austrocknen. Und leider gibt es auch in unserer Zeit noch Cholera- und Typhusepidemien – Krankheiten, deren Erreger sich über verschmutztes Trinkwasser verbreiten.
Wassertropfen
In Deutschland – so heißt es – ist die Trinkwasserqualität flächendeckend gut bis sehr gut. Hierzulande ist eher problematisch, dass viele Menschen nicht ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Anstelle der von Ärzten und Experten empfohlenen täglichen Trinkmenge von rund zwei Litern für eine erwachsene Person, konsumieren sie im stressgefüllten Alltag deutlich weniger Wasser, Tee oder stark verdünnte Fruchtsäfte, als ihnen guttut. Während auf Softdrinks, Nektar und Alkohol verzichtet werden sollte, gibt es leider noch immer Menschen, die bei diesen stark gesüßten oder anderweitig gesundheitsschädlichen Getränken liebend gern zugreifen, das Wasserglas aber ablehnen.
Die tägliche Trinkmenge von zwei Litern ist ein Durchschnittswert, den Experten empfehlen. Tatsächlich benötigt aber jeder Mensch eine ganz individuelle Menge Wasser. Der Flüssigkeitsbedarf hängt unter anderem von diesen Faktoren ab:
  • Geschlecht, Größe und Körpergewicht
  • Lebensstil und Bewegung
  • Erkrankungen mit Symptomen wie Fieber, Durchfall und mehr
  • Temperatur.

Mithilfe von Apps können sich Smartphonebesitzer immer wieder daran erinnern lassen, dass es an der Zeit ist, ein Glas Wasser zu trinken. Wer aber partout keinen Durst hat, sollte sich nicht quälen, um auf die tägliche Menge von zwei Litern Wasser zu kommen. Personen, die permanent über ihren Durst trinken, überfordern ihre Nieren und riskieren, wertvolle Mineralien aus dem Körper zu schwemmen. Als Faustregel kann gelten: „Wer sein Körpergewicht in Kilogramm durch 30 teilt, erhält die Anzahl der Liter Flüssigkeit, die er über den Tag verteilt trinken sollte.

Wenn Wasser wirklich das gesündeste Getränk von allen ist, welches Wasser ist dann das beste? Sollte es das Mineralwasser aus der Flasche sein, das Wasser aus dem Tetra Pack oder die teure Vollmond-Abfüllung aus dem Biomarkt? Kann Leitungswasser bedenkenlos getrunken werden oder sollte man es mithilfe eines Filters reinigen und aufbereiten?

Woher kommt das Trinkwasser in Deutschland?
Wer sich ein Urteil darüber bilden möchte, ob er Leitungswasser oder gekauftes Wasser aus Flaschen trinken sollte, muss zunächst wissen, woher das Trinkwasser in Deutschland überhaupt stammt. Generell gilt, dass die lokalen Wasserversorger gesetzlich dazu verpflichtet sind, die chemischen, biologischen und physikalischen Eigenschaften des Wassers in regelmäßigen Kontrollen zu überprüfen.

Der überwiegende Teil (rund 74%) des Trinkwassers, das aus deutschen Wasserleitungen kommt, stammt direkt aus Bohrungen in Grundwasserschichten oder Quellen. Anders als in anderen Ländern, besitzt das Grundwasser in Deutschland in der Regel eine sehr gute Qualität. Es muss kaum aufbereitet werden und fließt mehr oder weniger direkt in die Wasserversorgung.

In manchen Regionen der Welt – ein Beispiel ist der Gazastreifen, wie hier nachgelesen werden kann – ist das Grundwasser mittlerweile so stark belastet, dass Experten davor warnen, dieses Wasser ungefiltert zu trinken.

In Deutschland wird neben dem Grundwasser auch Wasser aus Oberflächengewässern wie Seen und Flüssen für die Trinkwassergewinnung genutzt. Wasser aus der sogenannten Uferversickerung wird ebenfalls dem Trinkwasser beigemischt.

Um die Qualität des Grundwassers und des Wassers in Quellen sicherzustellen, werden in Deutschland Wasserschutzgebiete eingerichtet. Die Größe eines solchen Gebiets wird im Hinblick auf die Fließgeschwindigkeit und -richtung des Grundwassers festgelegt.

Der Weg von der Quelle oder vom Grundwasser in den Wasserhahn führt durch Rohre über Sammelschächte, Leitungen und Pumpstationen, Zwischenspeicher in Hochbehältern, Wassertürme bis in die Rohrnetzleitungen, die schließlich die Haushalte beliefern. Wie genau dieser Weg aussieht, hängt stark von den regionalen Begebenheiten ab.

Das staatliche Gesundheitsamt kontrolliert die Arbeit der lokalen Versorgungsunternehmen regelmäßig. Wer sich vor Augen hält, dass jeder Deutsche täglich durchschnittlich 123 Liter Trinkwasser verbraucht, bekommt schnell einen Eindruck von den Anforderungen, denen sich die Versorgungsbetriebe stellen müssen. Die deutsche Trinkwasserverordnung gibt für rund 55 Parameter Grenzwerte vor, die nicht überschritten werden dürfen.

Verbraucher, die ganz genau wissen möchten, wie das Trinkwasser in ihrer Kommune zusammengesetzt ist, können sich hierüber bei ihrem Versorgungsunternehmen erkundigen oder auf dieser interaktiven Karte nachschauen.

Wassertrinkende Frau

Die guten Nachrichten vorab


Das deutsche Trinkwasser besitzt international einen hervorragenden Ruf. In jedem Reiseführer, den Backpacker aus aller Welt mit sich führen, wenn sie nach Deutschland kommen, steht, dass das deutsche Leitungswasser bedenkenlos zum Zähneputzen verwendet und natürlich auch getrunken werden kann. Es gibt einige positive Nachrichten, was die Entwicklung der Trinkwasserqualität in Deutschland betrifft. So hat sich die Qualität der Oberflächengewässer in den vergangenen Jahrzehnten im Durchschnitt nachweislich verbessert. Dort, wo Wasser aus Flüssen und Seen einfließt, haben diese Verbesserungen einen direkten Einfluss auf die Qualität des Trinkwassers.

Diese Qualitätsverbesserung ist vor allem auch auf die strengeren gesetzlichen Bestimmungen zurückzuführen, denen die Industrie unterliegt. Auch in den europäischen Nachbarländern wächst das Umweltbewusstsein, was bedeutet, dass Verunreinigungen, die über Flüsse weitergeleitet werden, kontinuierlich sinken. Wer nach einem Beleg für die verbesserte Wasserqualität sucht, findet diesen im Fischbestand. Wo sich Lachse, Störe und Meerforellen ansiedeln, muss das Wasser sauber sein.

Deutsche Verbraucher haben sehr hohe Ansprüche an die Qualität des Leitungswasser und gelten seit jeher als sehr kritisch. Es ist eine leider verkannte Tatsache, dass in Deutschland der Großteil des Trinkwassers zum Spülen der Toilette und zum Baden und Duschen genutzt wird. Nur etwa 4% werden tatsächlich konsumiert oder für die Zubereitung von Speisen verwendet.

Verbraucherschützer sind sicher, dass sich der Druck auf die Kommunen, die Versorger und den Gesetzgeber, für eine exzellente Wasserqualität zu sorgen, erhöhen lässt, wenn noch mehr Menschen Leitungswasser trinken. Sobald es auch in der gehobenen Gastronomie selbstverständlich sein wird, Trinkwasser zum Wein zu servieren, wird allen klar sein, dass das deutsche Leitungswasser ein Gut darstellt, das unbedingt schützenswert ist.

Was ist sauberes Trinkwasser überhaupt?


Bei der Frage nach dem gesündesten Wasser kommt das Problem auf, dass gar nicht definiert ist, was unter „sauberem“ oder „gesundem“ Wasser überhaupt verstanden werden kann.
Als sauber gilt zunächst:
  • Wasser, das frei von Verunreinigungen ist.
  • Wasser, dessen Verunreinigungen gesetzliche Grenzwerte nicht überschreiten.
  • Wasser, das nicht durch die spätere Verpackung, schadhafte Rohre oder ähnliches nachträglich verunreinigt wird.

Verbraucher denken oft, dass Wasser eben ausschließlich Wasser enthalten sollte. Ein schwankender Anteil an Mineralien und Spurenstoffen ist aber ganz natürlich. In erster Linie sind es alte Rohrleitungen in Gebäuden oder PET-Flaschen mit gefährlichen Weichmachern, die aus dem natürlichen Getränk eine potenzielle Gefahr für die Gesundheit machen. Doch auch Verunreinigungen durch Umweltverschmutzung und andere Faktoren sollten auf keinen Fall unterschätzt werden.

Welche Stoffe im Wasser zu finden sind und was sich daraus schließen lässt


Was ist wirklich drin im Wasser? Lässt sich aus potenziellen Verunreinigungen schließen, dass Mineralwasser doch die bessere Alternative ist? Diese Frage interessierte auch den Verlag ÖKO-TEST, der das Trinkwasser in 69 deutschen Städten genauer unter die Lupe bzw. das Mikroskop nahm. Die Ergebnisse lassen sich hier gegen eine geringe Gebühr kostenpflichtig downloaden. Vorweggenommen werden kann an dieser Stelle allerdings der Schluss der Tester, dass es nicht notwendig ist, teure Mineralwasser zu kaufen, deren Abfüllung und Transport erneut die Umwelt belasten. Selbst das Wasser in der Bundeshauptstadt ist bedenkenlos empfehlenswert.

Das Ergebnis sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass immer häufiger auch Stoffe im Wasser nachgewiesen werden, die da nicht hingehören. In einigen Fällen werden Grenzwerte nahezu erreicht, in anderen zumindest kurzfristig überschritten. Bei einigen Stoffen wie beispielsweise Uran ist das Hauptproblem, dass es noch gar keine Grenzwerte gibt.

Problematisch sind vor allem die folgenden Stoffe:
  • Nitrat
  • Radioaktive Kontrastmittel
  • Medikamente.

Doch wie kommen diese Stoffe ins Trinkwasser?


Immer wieder wird in den Nachrichten und in Wissensmagazinen gemeldet, dass Blattsalatsorten wie Rucola oder Feldsalat so stark mit Nitrat belastet sind, dass ihr Verzehr nur noch in Maßen empfohlen werden kann.

„Stickstoffverbindungen, die unser Grundwasser gefährden, sind eines der größten ungelösten Umweltprobleme unserer Zeit.“ Diese Aussage von Christian Meyer, die er als niedersächsischer Landwirtschaftsminister am 10.03.2017 im Bundesrat machte, ließ einige Abgeordnete und Umweltschützer aufhorchen. Nitrat ist eine Stickstoffverbindung, die im Zusammenhang mit einer übermäßigen Düngung auf die Blätter und Blüten von Pflanzen, in den Boden und damit auch in das Grundwasser gelangt.

Dass Nitrat zu einem so großen Problem werden konnte, liegt daran, dass in deutschen Ställen immer mehr Vieh auf einem immer engeren Raum gehalten wird. Die hierbei entstehende Gülle enthält Nitrat, das als Dünger auf den Feldern landet. Nitrat selbst ist ein ungefährlicher Stoff. Problematisch sind seine Abbauprodukte. Aus Nitrat wird im Körper unter anderem Nitrit gebildet. Insbesondere für Säuglinge und Babys ist dies gefährlich. Von der Verseuchung durch Nitrat ist in erster Linie das Grundwasser betroffen. Da dieses in vielen Regionen den Hauptanteil am Trinkwasser trägt, sind die Folgen der dauerhaft erhöhten Nitrat-Konzentration erheblich.

Was viele Verbraucher nicht wissen: Im Grundwasser wird außerdem immer häufiger radioaktives Kontrastmittel gefunden, das aus Kliniken und Arztpraxen in das Wasser gelangt, da es bei der Reinigung des Abwassers nicht entfernt werden kann. Was bedrohlich klingt, ist in der Praxis nach dem derzeitigen Stand der Forschung nicht ganz so dramatisch: Das Kontrastmittel, das hierbei nachgewiesen wird, hat offenbar keinen Einfluss auf die menschliche Gesundheit.

Viel bedenklicher ist, dass immer mehr Rückstände von Medikamenten im Wasser nachgewiesen werden. Wie in diesem Artikel nachzulesen ist, haben die Briten schon vor mehr als zehn Jahren darüber gescherzt, dass Spuren des Antidepressivums „Prozac“ im Trinkwasser nachgewiesen wurden.

In Deutschland lassen sich vor allem Rückstände des beliebten Medikaments Aspirin und der Antibabypille im Trinkwasser nachweisen. Problematisch ist diese Entwicklung einerseits wegen der zu befürchteten Nebenwirkungen, die bei Genuss des Wassers durch breite Bevölkerungsschichten auftreten können. So wird beispielsweise davor gewarnt, dass die Spuren der Antibabypille zu einer vermehrten Unfruchtbarkeit auch bei Männern führen könnten. Andererseits ist es sehr ärgerlich und gefährlich, dass es bislang überhaupt keine Grenzwerte für Medikamentenrückstände im Wasser gibt.

Dass immer wieder Menschen Medikamente über die Toilette entsorgen, ist nur eine Ursache des Problems. Interessant ist, dass nur rund 10 % eines Medikaments vom Körper aufgenommen wird. 90 % des Wirkstoffs wird unverändert ausgeschieden und gelangt über das Abwasser ins Trinkwasser.

Außer Schwermetallen und Arzneimitteln verunreinigen auch die Reste von Weichspüler, Hygienewaschmitteln und Farben das Grundwasser. Wenn der Gesetzgeber schon dabei versagt, Grenzwerte zu definieren, sollte durch entsprechende Aufklärungskampagnen doch wenigstens das Problembewusstsein der Verbraucher gestärkt werden.

Noch ist Fracking in Deutschland kaum mehr als ein Pilotprojekt, und es ist ein bisschen aus dem Blick der Öffentlichkeit geraten. Beim Fracking dringen Bohrer tief in die grundwassertragenden Gesteinsschichten ein. Das Aufbrechen dieser Schichten zum Zweck der Schiefergasgewinnung hat eine enorme Umweltverschmutzung zur Folge, die einen negativen Einfluss auf die Wasserqualität hat.

Schwimmbecken

Wasser ist mehr als einfach nur eine chemische Verbindung


Über die chemische und ökologische Verschmutzung des Wassers ist vieles bekannt. Wer nicht nur selbst Leitungswasser trinkt, sondern das am besten kontrollierte Getränk Deutschlands auch seiner Familie anbieten möchte, hat immer noch die Option, sich einen Wasserfilter anzuschaffen. Auf dieser Internetseite können sich interessierte Wassertrinker über die verschiedenen Filtersysteme und deren Wirkweise informieren.

Wer sich einen Wasserfilter anschaffen möchte, ist auf einem guten Weg zu einer besseren Gesundheit. Mit ganz natürlichen Aktivkohlefiltern lassen sich zahlreiche Schadstoffe einfach aus dem Wasser herausfiltern. Was vielen Wassertrinkern überhaupt nicht bewusst ist, ist das sich Trinkwasseraufbereitung nicht nur um die chemische Qualität von Wasser drehen muss, sondern auch gezielt um seine physikalischen Eigenschaften. Das Wasser, das als Trinkwasser aus dem Hahn kommt, liegt zum Teil über einen sehr langen Zeitraum bewegungslos in Wasserleitungen, in denen es starken Temperatur- und Druckschwankungen ausgesetzt ist.

Dass ruhendes Wasser nicht gesund ist, kann jeder Aquarienbesitzer bestätigen. Nur bewegtes Wasser entfaltet seine positiven Eigenschaften vollumfänglich. Stehendes Wasser macht einen härteren Eindruck als fließendes. Es schmeckt nicht frisch und hat in Bezug auf seine Wirkung nicht mehr viel mit lebendigem Quellwasser zu tun. Damit Wasser nicht nur gesundheitlich unbedenklich, sondern auch wirklich gesund ist, empfiehlt sich die Nutzung oder der feste Einbau eines Filters mit Verwirbelungssystem. Wer von diesem Unterschied einmal selbst überzeugen durfte, wird das lebendige Wasser nicht mehr missen wollen.

Fazit: Wasser ist eine kostbare Ressource, die es unbedingt zu schützen gilt. In Deutschland ist es nicht notwendig, teures Mineralwasser in Flaschen oder Tetra Packs zu kaufen. Auch die teure Vollmondabfüllung aus dem Biomarkt ist nicht von einer besseren Qualität als Trinkwasser. Gewöhnliches Leitungswasser besteht zu einem großen Teil aus Grundwasser, das durch staatliche Institutionen regelmäßig überprüft wird. Da Schadstoffe und Verunreinigungen die Wasserqualität gefährden, sind Wasserfilter empfehlenswert, die das Wasser reinigen und vitalisieren.
( , 18.07.2017 - )
 
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