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Montag, 21.08.2017
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Pflege des Darms lohnt sich - für Wohlbefinden, Immunsystem und Gewichtsmanagement

Verdauungssystem

Menschlicher Darm
Der Darm ist für die Verdauung zuständig, das ist soweit bekannt. Die meisten Menschen machen sich drüber hinaus aber recht wenig Gedanken über die Funktionsweise des Darms. Dass sich da gelegentlich Bakterien ansiedeln, mag zu dem ein oder anderen durchgedrungen sein. Aber dass der Darm auch tatsächlich einen guten Teil des Immunsystems stellt, durch seine Funktionsweise für das mentale Wohlbefinden verantwortlich ist und dazu großen Einfluss auf die Verwertung von Nahrungsmitteln hat, geht leider über die Allgemeinbildung hinaus.

Stress, Ernährung, Sport - alles beeinflusst den Darm


Dass der Darm manchmal etwas seltsam auf einzelne Nahrungsmittel reagiert, dürfte bekannt sein. Ballaststoffreiche Ernährung, Vollkorngetreideprodukte, rohes Gemüse können den Darm sehr nachhaltig beschäftigen. Kohl, Zwiebeln, Lauch und ähnliche Gemüse können sogar Durchfall verursachen, wenn sie in zu großem Umfang genossen werden. Aber auch tierische Nahrungsmittel wie beispielsweise Eier und Milch verursachen bei vielen Menschen unangenehme Winde und einen eher ungewöhnlichen Stuhlgang. Das muss nicht sofort etwas Schlechtes bedeuten, es zeigt erst einmal ganz neutral den Einfluss der Lebensmittel auf die Darmfunktionen. Dunkle Schokolade und Weißmehlprodukte beeinflussen den Darm übrigens auch: Der Stuhlgang wird fester und geht schlechter ab.

Aber auch Sport hat Einfluss auf die Darmgesundheit. Wer sich wenig bewegt und insbesondere wenig läuft, leidet eher unter Darmträgheit als Menschen, die sich körperlich betätigen und meist die Treppe anstelle des Aufzugs nehmen. Vermutet wird, dass die Muskulatur im Rumpf irgendwie immer auch Einfluss auf den Darm nimmt. Wer seine Bauchmuskeln und die Gefäßmuskeln intensiv einsetzt, vielleicht auch noch die Tiefenmuskulatur im unteren Rumpf ausgiebig nutzt, animiert mit den Muskelkontraktionen den Darm, sich ebenfalls zu bewegen. Die Muskulatur im Rumpf ist komplett miteinander vernetzt, so dass man mit ausreichend Bewegung durchaus den Darm beeinflussen kann.

Weniger angenehm macht sich Stress bemerkbar. Wer aufgeregt ist, sich fürchtet oder einfach unter starker Belastung steht, klagt oft über Verdauungsbeschwerden. Es ist kein Zufall, dass Frauen in der fortgeschrittenen Schwangerschaft, wenn die Sorge um die Geburt und das Leben mit Baby stärker werden, häufiger Verdauungshilfen benötigen. Es ist auch völlig normal, dass der Darm vor Vorstellungsgesprächen, angesichts langer (Flug-) Reisen und in ähnlichen angespannten Situationen verrückt spielt. Umgekehrt wirkt sich eine konstant zufriedenstellende und gute Darmfunktion positiv auf den seelischen Zustand aus.

Die Mischung macht es


Der Darm muss natürlich nicht regelmäßig von innen gereinigt werden, um gut zu funktionieren. Trotzdem hört man immer mal wieder von einer "Darmreinigung". Damit ist gemeint, dass ungewollte Ablagerungen aus dem Darm entfernt werden. Nahrungsreste. verhärteter Kot und Unverdauliches aller Art kann sich nämlich in den kleinen Schlingen und engen Wölbungen des Darms durchaus festsetzen. Dort bietet es Lebensraum für allerlei Bakterien. Ein Teil davon ist durchaus willkommen, die winzigen Bewohner helfen bei der Verdauung und spalten die Nahrungsmittel soweit auf, dass die Nahrung für die Enzyme im Darm überhaupt erst nutzbar wird. Andere dagegen sind nicht gewollt und machen krank. Ausschlaggebend für ein gut funktionierendes Immunsystem und eine zufriedenstellende Ernährungssituation ist, dass die willkommenen Bakterien zahlreich vorhanden sind und die anderen nicht oder nur in geringer Zahl. In geringer Zahl wird das Immunsystem leicht mit ihnen fertig.

Nehmen bestimmte Arten nicht willkommener Erreger Überhand, reagiert der Körper mit Völlegefühl, Blähungen, Krämpfen oder Durchfall. Auch Verstopfung kann ein Zeichen für einen schlecht gepflegten Darm sein. Bevor man allerdings zu Medikamenten greift oder den Arzt aufsucht, sollte man sich Gedanken über die Ernährung machen. Auch Nahrungsergänzungsmittel, am besten Probiotika Kapseln, helfen bei der Darmpflege.

Durch Ernährung positiven Einfluss nehmen


Der Darm mag es, wenn möglichst abwechslungsreiche und vielfältige Nahrung bei ihm ankommt. Wer morgens einen Toast mit Marmelade frühstückt, mittags einen Teller Spaghetti mit Bolognese hat und abends Baguette mit Salami genießt, tut seinem Darm nichts Gutes. Die Ernährung ist zwar nicht komplett einseitig, aber eben auch nicht abwechslungsreich genug. Weißmehlprodukte und stark zuckerhaltige Lebensmittel wie Marmelade schaden dem Verdauungssystem eher. Denn die enthaltenen Kohlenhydrate sind unglaublich schnell verdaut, sie werden bereits von den Enzymen im Speichel aufgespalten. Dadurch kommt wenig von der Nahrung im Darm an, und das wenige reicht nicht aus, um den Darm zu effektiver Arbeit zu verleiten. Was soll er auch bearbeiten? Das bisschen Fett und Eiweiß aus den Fleischprodukten im genannten Beispiel sind kein würdevoller Auftrag für ein so komplexes Organ wie den Darm.

Der Darm benötigt komplexe Kohlenhydrate und langkettige Moleküle, um sich wirklich ausleben zu können. Im Darm werden Aminosäuren aus den Proteinen gewohnen, die für die Gehirn- und Nervenfunktionen genauso wichtig sind wie für den Muskelaufbau. Aber auch die Vitamine werden hier aus der Nahrung gezogen. Viele davon sind fettlöslich, so dass der Darm nur mit Light-Produkten gar nicht richtig funktionieren kann. Und der Darm benötigt Bakterien, die ihm bei der Zersetzung der Nahrung helfen. Lebensmittel wie vergorene Milchprodukte (Käse, Yoghurt, Dickmilch, Kefir beispielsweise), aber auch Sauerkraut, Kimtchi, essiggesäuertes Gemüse und andere fermentierte Lebensmittel liefern dem Darm genau das, was ihn gesund hält und pflegt. Und das auf ganz natürliche Art und Weise.

Der Darm fühlt sich übrigens auch gepflegt, wenn er jeden Tag mit frisch verarbeiteten Lebensmittel oder Rohem konfrontiert wird. Konservierungsmittel, Farbstoffe, steriles Essen und Desinfektion, aber auch Antibiotika schaden dem Darm.
( , 28.06.2017 - )
 
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