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Dienstag, 12.12.2017
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Wohin mit benutzen Toner- und Tintenpatronen?

Wohin mit benutzen Toner- und Tintenpatronen?

Jeder Drucker benötigt eine spezielle Druckpatrone, damit er einwandfrei läuft. Der Kauf ist kein Problem: Im Jahr 2016 gingen gemäß der Statistik „Absatz von Druckern und Scannern auf dem Konsumentenmarkt in Deutschland“ 716.000 Drucker und 2.979.000 Multifunktionsgeräte über die Ladentheke. Damit wurde eine vielfache Anzahl von Druckerpatronen in Umlauf gebracht, die früher oder später entsorgt werden müssen. Wie eine Druckerpatrone aufgebaut ist und welche Möglichkeiten zur umweltgerechten Entsorgung Verbrauchern offenstehen, ist jetzt Thema.

Druckerkartuschen

Nicht jede Patrone beinhaltet umwelt- und gesundheitsschädliche Stoffe. Verbraucher haben die Wahl.

Aufbau von Drucker- und Tintenpatronen


Auf jeder Patrone sind Aufkleber aufgebracht, die Angaben über den Inhalt und den Hersteller geben. Hinzu kommt ein Chip, der Daten aus der Patrone überträgt. Diese Daten informieren den Nutzer zum Beispiel über den aktuellen Füllstand der Patrone. Das Gehäuse muss sehr robust sein und durchschnittlichen Anforderungen einer Druckerpatrone standhalten. Abgesehen davon werden die bereits gebrauchten Patronen so hergestellt, dass sie als Refill-Patrone erneut in Umlauf gelangen können. Der Verschleiß einer Patrone ist verhältnismäßig gering.

Spezieller Schwamm mit hohem Saugvermögen


In der Patrone befindet sich ein Schwamm, der die Tinte aufnimmt und dafür sorgt, dass diese nicht ausläuft. Die Schwämme sind besonders langlebig und in der Lage, viel Flüssigkeit zu speichern. Die Patrone ist nicht einfach eine einzelne Kammer, sondern im Inneren befinden sich Gänge, vergleichbar mit einem kleinen Labyrinth. Diese Gänge sorgen dafür, dass die Tinte in der exakt richtigen Menge zum Drucken bereitgestellt wird. Ein Teil der Tinte wird umgeleitet und zurückgehalten. Das garantiert sparsamen Verbrauch und ein schmierfreies Druckbild. Die Gänge sind so exakt, glatt und reibungsfrei ausgearbeitet, dass die Tinte nicht daran haften bleibt und selbst bei mehrfachem Verwenden nicht verstopfen.

Kleine und große Patronen belasten die Umwelt bei der Entsorgung


Eine kleine Druckerpatrone für einen einfachen Tintenstrahldrucker erscheint zwar von außen relativ simpel, doch sie ist es nicht. Sie besteht aus mehreren Materialen und Komponenten wie Kunststoff, diversen Metallen sowie weiteren elektronischen Kleinteilen. Der Toner bzw. die Tinte beinhaltet bei zahlreichen Produkten unter anderem Styrol-Acrylat-Copolymer, Benzol und Tributylzinn. Diese Stoffe sind nur allein umweltschädlich, sondern sie sind auch eine Gefahr für die Gesundheit.

Druckerpatronen für Farblaserdrucker sind wesentlich komplexer aufgebaut. Sie sind größer und materialintensiv, wobei die Bestandteile ebenfalls in erster Linie Kunststoff, (Schwer-) Metall sowie chemische bzw. organische Verbindungen darstellen. Die Umweltbelastung ist bei der endgültigen Entsorgung entsprechend hoch.

Save our world!

Save our world! Dieser Aufruf soll Verbraucher zu umweltfreundlichen Verhalten animieren.

Abfallgesetz schreibt umweltgerechte Entsorgung vor


Das Kreislaufwirtschaftsgesetzt (KrWG) trat am 1. Juni 2012 in Kraft und resultierte aus der novellierten Abfallrahmenrichtlinie der EU. Ziel des Gesetzes ist, natürliche Ressourcen zu schonen sowie Mensch und Umwelt zu schützen. Im KrWG steht folgendes:

㤠7 Grundpflichten der Kreislaufwirtschaft
Die Erzeuger oder Besitzer von Abfällen sind zur Verwertung ihrer Abfälle verpflichtet. Die Verwertung von Abfällen hat Vorrang vor deren Beseitigung die Pflicht zur Verwertung von Abfällen zu erfüllen, soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar, insbesondere für einen gewonnenen Stoff oder gewonnene Energie ein Markt vorhanden ist oder geschaffen werden kann.

§ 9 Getrennthalten von Abfällen zur Verwertung
Soweit dies zur Erfüllung der Anforderungen nach § 7 Abs. 2-4 und § 8 Abs. 1 erforderlich ist, sind Abfälle getrennt zu halten und zu behandeln.“

Aus dem Gesetz ergibt sich zwangsläufig für Druckerpatronen und Kartuschen, dass Verbraucher diese separat sammeln müssen. Ein Hinweis der Hersteller lautet, die Patronen im Originalkarton aufzubewahren. Hersteller müssen sich übrigens an eine vorgeschriebene Abfallhierarchie halten, die in § 6 KrWG fixiert ist. Die gesetzlich vorgeschriebene Reihenfolge lautet:
  1. Vermeiden
  2. Wiederverwenden
  3. Recyceln
  4. Verwerten
  5. Beseitigen
Im Fokus steht, wie weiter oben erwähnt, dass Mensch und Umwelt geschützt werden. Zudem müssen Maßgaben des Nachhaltigkeitsprinzips Berücksichtigung finden. Das heißt in der Praxis, dass Verbraucher die Patronen nicht einfach entsorgen, sondern vorrangig wiederverwenden sollen, bevor sie verwertet werden. Aus dem Gesetz ergibt sich das gewünschte Verhaltensmuster, Druckerpatronen mehrfach zu verwenden. Das geschieht durch ein Refill.

Händler bieten deshalb für Tintenstrahldrucker, Laserdrucker und Multifunktionsgeräte passende Kartuschen im Original und als Refill an. Verbraucher sollten sich deshalb im Sinne des KrWG überlegen, Refill-Kartuschen zu kaufen, um den Anforderungen gerecht zu werden. Bei seriösen Händlern können Kunden davon ausgehen, dass die Refill-Kartuschen genauso leistungsfähig sind, wie Originalprodukte. Der Vorteil ist, dass Refill-Kartuschen kostengünstiger sind – abgesehen von den genannten Umwelt- und Gesundheitsaspekten.

Tonerkartuschen entsorgen: Diese Alternativen stehen Verbrauchern offen


Eine Tonerkartusche zu entsorgen bzw. zu ersetzen lässt sich auf unterschiedlichen Wegen bewerkstelligen. Diese sollen nun in aller Kürze vorgestellt werden. Die folgende Liste gibt Auskunft:

Rücksendung an Druckerhersteller


Druckerhersteller bieten in den meisten Fällen die kostenfreie Rücknahme an. Das müssen sie auch, denn das Gesetz verpflichtet sie dazu. Jeder Druckerhersteller muss also entleerte Kartuschen zurücknehmen, um sie danach entweder wiederzuverwenden oder zu entsorgen.

Rücksendung an Händler


Onlinehändler sind zwar nicht verpflichtet, Patronen und Kartuschen wieder zurückzunehmen, aber sobald die Verkaufsfläche, auf der Drucker und andere elektronische Erzeugnisse angeboten werden, mehr als 400 m² umfasst, müssen Tonerkartuschen mit Chip zurückgenommen werden. Das gilt selbst dann, wenn bei diesem Händler keine neue Ware gekauft wird. Allerdings dürfen Firmen nicht massenhaft gesammelte Tonerkartuschen an einen Händler zurückschicken, denn dieser muss nur haushaltsübliche Mengen annehmen.

Abgabe beim Entsorgungsfachbetrieb


So mancher Entsorgungsfachbetrieb nimmt die Tonerkartuschen nicht nur an, sondern zahlt sogar dafür. Spezialisierte Refill-Anbieter kaufen sie an und befüllen sie neu.

Zum Wertstoffhof bringen/Wertstofftonne nutzen


Beim Wertstoffhof werden Tonerkartuschen ebenfalls angenommen, meistens ist die Annahme kostenfrei. Die Entsorgung in der eigenen Wertstofftonne hingegen ist zwar nicht strafbar, wenn die Abfälle ungiftig sind, doch es wird nicht empfohlen.

Beim Kauf des Druckers den Umweltaspekt berücksichtigen


Steht eine Neuanschaffung an und Verbraucher fragen sich, welcher Drucker der richtige ist, sollten sie sich bereits zu diesem Zeitpunkt mit den Umweltaspekten beschäftigen. Denn die Umweltbelastung ist nicht von der Hand zu weisen. In Zeiten, in denen Ressourcenschonung immer mehr Raum im Alltag einnimmt, sei es im Privathaushalt oder im Büro, hat dieser Aspekt mehr Gewicht verdient, als es bislang der Fall war.
( , 21.06.2017 - )
 
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