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Donnerstag, 29.06.2017
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Game of Thrones: Die Wissenschaft, die hinter der beliebten Geschichte steckt

Alles nur Magie oder doch Realität?

Das Tor von Mdina ist einer der zentralen Schauplätze von Game of Thrones.

Das Tor von Mdina ist einer der zentralen Schauplätze von Game of Thrones.

Als die Komikerin und Schriftstellerin Helen Keen ein Buch über die wissenschaftlichen Tatsachen im Zusammenhang mit Game of Thrones schrieb, haben viele mit Sicherheit das Buch, das den englischen Titel The Science of Game of Thrones trägt, mit einem Lächeln betrachtet. Schließlich wissen ja alle, dass Drachen nicht echt sind. Oder doch? Was steckt hinter den magischen Figuren der sieben Königreiche?

Drachen sind gar nicht so weit hergeholt


Jedes Kind weiß, wie Drachen aussehen. Schon auf dem Ischtar-Tor von Babylon (um 600 v. Chr.), das in seiner vollen Pracht im Pergamonmuseum in Berlin bewundert werden kann, ist der babylonische Drache Mušḫuššu abgebildet. Bereits früh treten Darstellungen von mythischen Drachenfiguren in unserer Geschichte auf und sind kein neues Konzept. Aber was sind Drachen eigentlich?

Abbildungen von Drachen ähneln sich nicht immer. Auf dem Ischtartor sieht der Drache eher wie ein Hund oder vielleicht sogar ein Kojote aus, mit vier langen Beinen. Malereien vom Heiligen Georg aus dem 15. Jahrhundert zeigen allerdings ein eher schlangenartiges Geschöpf, das sich am Boden durch kurze krokodilartige Beine fortbewegen kann.

Im Großen und Ganzen sind Drachen oft eine Mischung aus Schlange oder Echse und Vogelwesen. Sie sind durch ihre Flügel gute Flieger und bewegen sich auf dem Boden etwa wie ein Krokodil fort. Außerdem können sie meistens Feuer speien.

Ist der Grund, dass sich dieses Wesen von Generation zu Generation durchgesetzt hat, dass es eine Verbindung zur Realität gibt – auch wenn sie weit hergeholt sein mag?

Helen Keen nimmt die Hochzeit von Daenerys als Beispiel, genauer gesagt die 150 Jahre alten Dracheneier, die sie dafür geschenkt bekommt. Drachen sind in den Sieben Königreichen zu diesem Zeitpunkt seit langem nur mehr Geschichte. Sie sind ausgestorben und die geschenkten Eier zur Hochzeit lediglich noch ein symbolisches Geschenk, das vor allem wegen ihres Wertes zur Hochzeit geschenkt wird - ein Wertgegenstand wie ein teures Gemälde. Doch als Daenerys das Feuer zündet, nachdem ihr Mann verstorben ist, schlüpfen drei kleine Drachen aus den Eiern.

Keen sieht in dem verzögerten Schlüpfen (150 Jahre später) eine Ähnlichkeit zu Reptilien, die das Schlüpfen aus dem Ei tatsächlich herauszögern können, schreibt sie. Das tun sie, wenn die Bedingungen nicht ideal sind. Wissenschaftler vermuten, dass der Grund eine geringe oder fehlende Versorgung durch das Muttertier sein kann und dass dies bei Eiern, die ein sehr dicke Schale besitzen, auftreten kann. Die Embryos beschützen sich also selbst. Zwar können sie es selbstverständlich nicht 150 Jahre lang im Ei aushalten, sondern ungefähr ein Jahr lang, aber es besteht eine gewisse Ähnlichkeit.

Die Dinosaurier sind eines der möglichen Vorbilder für die sagenhaften Drachen.

Die Dinosaurier sind eines der möglichen Vorbilder für die sagenhaften Drachen.

Magie auch heute noch Teil unseres Lebens


"Drachen sind Magie und Magie ist definitiv nicht echt", schreibt Keen im Buch. Und doch findet sie in 70 Millionen Jahre alten Dinosauriern Ähnlichkeiten zu den Drachen in Game of Thrones. Fossilien eines Flugsauriers (Pterosauria), die in Texas gefunden wurden, besaßen Flügel, die sich 10 Meter weit ausstrecken konnten. Obwohl es eine Theorie gibt, die besagt, dass Dinosaurier eigentlich gar nicht so groß waren wie wir es heute annehmen – fehlerhafte Kalkulationen könnten zu einem falschen Schluss geführt haben – sind Saurier aufgrund ihrer Größe beeindruckende Kreaturen. Man stelle sich ein fliegendes Geschöpf der Größe einer Giraffe vor, wie Keen es beschreibt, und kommt schnell ins Staunen und gruselt sich womöglich auch ein bisschen. Ein riesiger, fliegender Saurier ist schließlich etwas unheimlich – auch eben weil er an einen Drachen erinnert.

Ein weiteres wichtiges Thema für Fans von Game of Thrones sind die Karten Magic: The Gathering. Magie gibt es bekanntlich nicht, aber die Praxis ist schon so alt, dass wir ihren Ursprung nicht mehr kennen. Der Begriff stammt ursprünglich aus dem altgriechischen. Das Wort magoi (mάγοι) bedeutet so viel wie „Weiser". Es wird angenommen, dass Magie aufgrund der Energie und Kraft, die im Universum besteht, funktioniert. Da wir wissen, dass alles in dieser Welt aus Energie besteht, kann man einen wissenschaftlichen Ansatz erkennen. Frühe Völker während der Steinzeit und im alten Ägypten stellten magische Praktiken bildlich dar, etwas, was uns heute noch in Form von Höhlenmalereien und anderem erhalten geblieben ist. Und noch heute gibt es Praktizierende, sei es durch satanistische Rituale oder durch Voodoo-Praktiken.

Auch in modernen Pop-Kulturen ist Magie noch vertreten, wenn auch meist nicht mehr an sie geglaubt wird. Positives Denken und Neuro-Linguistisches Programmieren (NLP) werden oft von derartigem Denken beherrscht. Zu den modernen magischen Spielen gehören zum Beispiel das Sammelkartenspiel Magic: The Gathering und auch Spiele wie Gläserrücken, die noch immer gerne von jung und alt gespielt werden und von modernen Verlagen wie dem Ansata Verlag geführt werden. In Spielcasinos wurde der Gedanke der Magie in der gegenwärtigen Zeit aufgenommen und als Automatenspiele in die Pop-Kultur integriert. Das Online-Casino Betway bietet zum Beispiel ein GoT-Slotspiel an, das verschiedene Symbole erhält, die die Häuser von Westeros darstellen. Wie bei Magic gibt es auch hier wichtige Karten (Wildcards), die gesammelt und richtig eingesetzt werden wollen.

Ob also Drachen, die an Dinosaurier aus vergangenen Zeiten erinnern, oder Magie – diese Themen sind in Game of Thrones weniger weit hergeholt, als man vielleicht annehmen würde. Viel spielt sich in GoT aber durch zwischenmenschliche Beziehungen ab und obwohl Drachen und Magie ein Teil der Geschichte sind, liegt der Hauptfokus der Geschichten auf den Beziehungen zwischen den Menschen von Westeros . Auch wenn es also eine Grundlage für diese Themen geben mag, es ist immer noch sicherer, über Beziehungen und Machtkämpfe zu berichten als von magischen Wesen zu erzählen.
( , 24.05.2017 - )
 
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