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Dienstag, 12.12.2017
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Gentechnisch veränderte Produkte: Wie Verbraucher sie erkennen

Lebensmittelkennzeichnung

Die meisten Verbraucher möchten bei Lebensmitteln sichergehen, dass sie ohne den Einsatz von Gentechnik entstanden sind. Seit 2004 hilft ihnen ein EU-weites Label dabei, gentechnisch veränderte Produkte zu identifizieren. Doch für die Kennzeichnung sind nicht alle Herstellungsstufen maßgeblich.
Wer heute Gentechnik in der EU einsetzt, muss den Verbraucher darüber informieren.

Wer heute Gentechnik in der EU einsetzt, muss den Verbraucher darüber informieren.

Lebensmittel, die gentechnisch verändert sind, müssen seit 2004 in der gesamten Europäischen Union gekennzeichnet sein. Das gibt den Verbrauchern eine bessere Orientierung beim Kauf von Nahrungsmitteln. Sicher, dass die Waren völlig frei von gentechnisch veränderten Substanzen sind, können sie jedoch nicht sein: Tierische Produkte wie Fleisch und Milch von Tieren, die mit genverändertem Futter gefüttert worden sind, müssen nicht ausgewiesen werden.

Einheitliche Kennzeichnung für ganz Europa laut Bundesministerium nicht möglich


Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ist eine entsprechende Kennzeichnung über komplette Gentechnikfreiheit, die EU-weit verbindlich ist, gegenwärtig nicht möglich. Zu unterschiedlich seien die Praktiken und Vorgaben der Länder. Verbraucher können sich auf den Internetseiten des Ministeriums aber über Gentechnik informieren, zum Beispiel über Produkte, die typischerweise genverändert sind.

Um sich im Dschungel der Siegel zurechtzufinden, hat das Bundesministerium außerdem ein Internetportal initiiert. Hier können Verbraucher nach Kategorien und besonders empfehlenswerten Labels suchen. Sie erfahren zudem Wissenswertes zur Lizenzierungspraxis.

So ist ein Bio-Siegel nicht gleichbedeutend mit einem Siegel für gentechnikfreie Produkte. Zwar sind die Hersteller von Bioprodukten gehalten, die Verwendung von gentechnisch veränderten Produkten auszuschließen. Sie müssen dies jedoch nur, soweit es ihnen möglich ist. Wie für alle Lebensmittel in der EU gilt auch für Bio-Produkte: Verunreinigungen durch genveränderte Organismen bis zu einem Anteil von 0,9 Prozent müssen nicht gekennzeichnet werden. Sie könnten zufällig zustande gekommen oder technisch unvermeidbar gewesen sein.

Mehr als 6.000 Produkte in Deutschland mit „Ohne Gentechnik-Siegel“


Diese Lücken möchte der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik schließen. Mit seinem „Ohne Gentechnik“-Siegel hat er in Deutschland bereits mehr als 500 Betriebe lizenziert. Wie das in der Praxis aussieht, können Sie hier im Magazin von Kaufland nachlesen. Die Vorgabe ist dabei, dass die Tiere nur bis zu einer bestimmten Frist mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert werden dürfen. Legehennen bekommen zum Beispiel sechs Wochen lang kein gentechnisch verändertes Futter mehr, bevor sie Eier für den Verkauf legen. Milchkühe erhalten drei Wochen vor dem Melken nur noch Futter, das nicht genverändert ist. Ein Grenzwert von 0,1 Prozent gilt für alle anderen Lebensmittel. Insgesamt sind es mittlerweile mehr als 6.000 Produkte, die das Siegel tragen dürfen.
( , 18.05.2017 - )
 
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