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Freitag, 20.10.2017
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Übermäßiges Schwitzen: Wie entsteht es und was kann helfen?

Krankhaftes Schwitzen

b}Krankhaftes Schwitzen: Erklärung, Ursachen und Behandlungswege
Unschöne Schweißflecken unter den Achseln oder schwitzige Hände? Wenn übermäßige Schweißproduktion ein Dauerzustand ist, kann das auf krankhaftes Schwitzen hindeuten. Was ist das genau und worin liegen die Ursachen dafür? Und vor allem: Wie lässt sich starkes Schwitzen behandeln?

Ab wann liegt übermäßiges Schwitzen vor?


Schwitzen ist ein natürlicher und auch sinnvoller Mechanismus des Körpers. Die Schweißabsonderung und damit verbundene Verdunstungskälte schützt ihn beispielsweise bei hohen Temperaturen oder bei körperlicher Anstrengung vor Überhitzen. Ganz anders sieht es jedoch bei starkem Schwitzen ohne erkennbare Ursache aus. Läuft der Schweiß bereits bei normalen Temperaturen oder ohne, dass sich die Betroffenen körperlich anstrengen, sprechen Ärzte von einer Hyperhidrose (krankhaftes Schwitzen). Zugrunde liegt eine Fehlregulation der Schweißdrüsen.

Das übermäßige Schwitzen kann hierbei unterschiedlich ausgeprägt sein. Manche Betroffene schwitzen nur an bestimmten Regionen des Körpers (fokal genannt), wie den Händen, Füßen, unter den Armen oder an der Stirn. Wenn dagegen am gesamten Körper das Schwitzen zum Problem wird, ist die Bezeichnung generalisiertes übermäßiges Schwitzen gebräuchlich.

Krankhaftes Schwitzen: Was sind die Ursachen?


Je nachdem, was die Ursache für das krankhafte Schwitzen ist, lässt sich der Zustand in zwei Formen unterteilen:
  • Bei der primären Form ist das starke Schwitzen auf keine erkennbare Ursache wie eine Erkrankung zurückzuführen. Mediziner vermuten, dass hierbei die Veranlagung zu starkem Schwitzen erblich bedingt ist.
  • Bei der sekundären Form ist die übermäßige Schweißbildung die Begleiterscheinung einer Erkrankung oder es finden sich andere erkennbare Ursachen wie Hormonveränderungen in den Wechseljahren oder während der Schwangerschaft.

Die Liste der möglichen Auslöser der sekundären Form ist lang: Infrage kommen Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder eine Überfunktion der Schilddrüse. Doch auch Infektionen wie die Grippe und Fieber können zeitlich begrenzt zu übermäßigem Schwitzen führen. Daneben sind hormonelle Veränderungen, wie sie unter anderem Frauen in den Wechseljahren betreffen, oft für starke Schweißausbrüche und Hitzewallungen verantwortlich. Psychische Belastungen wie Stress, Nervosität oder Scham führen ebenfalls bei vielen Menschen zu unerwünschten Schweißausbrüchen. Zu guter Letzt ist auch Übergewicht, insbesondere starkes Übergewicht (Adipositas), ein möglicher Grund für starkes Schwitzen.

Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten bei übermäßigem Schwitzen


Der Übergang von normalem zu starkem Schwitzen ist nicht immer leicht zu erkennen. Wiederholte, starke Schweißausbrüchen ohne erkennbare Ursache oder ein allgemein übermäßiges Schwitzen sind jedoch typische Anzeichen– ein Arztbesuch ist dann ratsam. Der Arzt nimmt sich in der Regel zunächst Zeit für ein Gespräch mit dem Patienten, um die Krankengeschichte in Erfahrung zu bringen.

Anschließend können weitere Schritte zur Diagnose folgen. Mittels bestimmter Tests ist es dem Arzt beispielsweise möglich, zu bestimmen, welche Bereiche des Körpers betroffen sind oder wie stark der Wasserverlust über die Haut ist.

Bei der Behandlung stehen den Betroffenen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:
  • Deodorants: Diese Mittel gegen starkes Schwitzen enthalten in der Regel Duftstoffe, um den Schweißgeruch zu überdecken. Hinzu kommen je nach Produkt noch Aluminiumsalze. Sie haben die Aufgabe, die Schweißdrüsen zu verstopfen und somit das Schwitzen zu reduzieren. Bei starker Ausprägung reichen sie jedoch oft nicht aus.
  • Anticholinergika: Dabei handelt es sich um Medikamente, die die Schweißproduktion hemmen sollen. Sie blockieren dazu die Signalübertragung zwischen Nervensystem und Schweißdrüse, sodass diese nicht mehr dazu angeregt werden können, Schweiß zu produzieren.
  • Botulinumtoxin: Das Nervengift kann bei lokal begrenztem, krankhaften Schwitzen eingesetzt werden. Hierfür injiziert der Arzt das Mittel unter die Haut, wo es ebenfalls die Signalübertragung zu den Schweißdrüsen hemmt.
  • Iontophorese: Diese Form der Behandlung ist besonders bei starkem Schwitzen an den Händen oder Füßen geeignet. Die Hände oder Füße werden dabei in ein Gefäß mit Wasser gelegt beziehungsweise gestellt, durch das Gleitstrom geleitet wird. Warum dadurch die Schweißbildung reduziert wird, ist noch nicht abschließend geklärt.
  • operative Schweißdrüsenentfernung: Eine drastische Maßnahme in der Behandlung von übermäßigem Schwitzen ist die operative Entfernung der Schweißdrüsen. Sie kann nur unter den Achseln vorgenommen werden und sollte aufgrund möglicher Risiken wie einer Narbenbildung oder Infektion gründlich erwogen werden.

Welche Behandlungsform die passende ist, hängt unter anderem davon ab, wie stark das Schwitzen ausgeprägt ist und ob die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden.

Stellt der Arzt im Laufe der Untersuchungen fest, dass es sich um die sekundäre Form handelt, steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund. Häufig lindert das die Begleitsymptome wie starkes Schwitzen.
( , 18.04.2017 - )
 
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