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Montag, 26.06.2017
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Die Kunststoffindustrie boomt und setzt weiter auf mehr Innovationen in Entwicklung und Forschung

Neue Impulse in der Kunststoffverarbeitung

Die Kunststoffverarbeitung ist ein weites Feld und mit vielen Forschungsaktivitäten, Wissenschaftsdisziplinen, Produzenten und Dienstleistungen entsprechend breit aufgestellt. Denn Kunststoffe sind Allroundrohstoffe und branchenübergreifend relevant, weil sie zu Verpackungen, Baubedarfsartikeln, technischen Teilen, Halbzeugen, Konsumwaren und in unüberschaubaren vielen anderen Produkten verarbeitet werden. Deshalb ist die Kunststoffindustrie einem stetigen Wandel unterworfen.

Die Ansprüche sind hierbei sehr hoch: innovative Kunststoffprodukte sollen zugleich umweltfreundlich, technisch realisierbar und noch marktfähiger werden. Wichtig seien hierbei Energie- und Produktionseffizienz, Digitalisierung und nachhaltige Ressourcenschonung, so die führenden Vertreter dieses Industrie- und Forschungszweigs. Aber trotz des Innovationsdrucks wird positiv in die Zukunft geschaut, denn durch den regen Informationsaustausch von Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung steht die Branche auf einer soliden und sicheren Basis.

Kunststoffverarbeitung - eine boomende Branche nicht nur in Deutschland


Laut dem Gesamtverband der deutschen Kunststoff verarbeitenden Industrie (GKV) habe die deutsche Kunststoffindustrie nach den aktuellsten Zahlen in 2015 mit 316.000 Beschäftigten in 2.853 Betrieben einen Jahresumsatz von 59,8 Mrd. Euro erzielt und insgesamt 13,6 Mio. Tonnen Kunststoff verarbeitet. Der Jahresumsatz sei dabei um 1,3 Prozent und der Beschäftigungsgrad um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Die Kunststoff verarbeitende Industrie sei deshalb weiterhin einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige in der Bundesrepublik Deutschland, und die überwiegend mittelständisch geprägte Branche zeichne sich durch hohe Innovationskraft und vielfältige Produktionspaletten aus.

Gerade letzteres konnte auf der achttägigen internationalen Messe der Kunststoffindustrie, der so genannten K2016, die im Oktober des vergangenen Jahres in Düsseldorf stattfand und rund 230.000 Besucher anlockte, bestaunt werden. Für 3.285 Aussteller aus aller Welt bot sich hier die Chance, das gesamte Angebotsspektrum der Branche, vom neuesten Stand der Technologien über maßgeschneiderte Fertigungskonzepte bis hin zu Industrie 4.0 Lösungen zu präsentieren.

Autokabine

Neben der Verpackungsindustrie gehört die Automobilbranche zu den Hauptabnehmern der Kunststoffindustrie. Die Innenraumverkleidung von Autos besteht in erster Linie aus Kunststoff.

Die Kunststoffverarbeitungs-Industrie zeige sich dabei in bester Verfassung, so ein Fazit in der Abschlusspressemeldung zur „K2016“. So gaben 60 Prozent bei der offiziellen Besucher- und Teilnehmerumfrage an, dass die aktuelle wirtschaftliche Situation auch bei den Abnehmerbranchen der Kunststoffindustrie, wie etwa der Automobil- oder Verpackungsindustrie, mit „sehr gut“ und „gut“ zu bewerten sei.
Ebenso viele gehen darüber hinaus von einer weiteren ökonomischen Verbesserung in den nächsten zwölf Monaten aus. Die Ergebnisse der Befragung bestätigen also auch die positive wirtschaftliche Lage dieser Branche. „Wir können eine konstant gute Nachfrage aus Deutschland und ein überdurchschnittlich gewachsenes Interesse aus dem Ausland, vor allem aus Übersee, verzeichnen“, bilanzierten schließlich die Organisatoren der Messe.

Die größte Kunststoffmesse der Welt fand im vergangenen Herbst in Düsseldorf statt. Die nächste findet dann wieder in 2019 statt.


Technologische innovative Impulse auf der Fachmesse im Herbst 2016


Im Fokus der Messe stand aber nicht nur die positive wirtschaftliche Entwicklung, sondern das Thema „Innovation“, denn mehr als 70 Prozent der internationalen Gäste gaben an, Informationen über Neuheiten und Trends erhalten zu haben.

Die wichtigsten Themen waren hier neue Wertstoffe, exzellente Verbundwerkstoffe, Material-, Energie- und Ressourceneffizienz, wie auch zukunftsweisende Prozessoptimierung, wie beispielsweise die additive Fertigung, bei der der industrielle 3D Druck im Fokus steht. Aber auch ökologische Nachhaltigkeit war wieder eine wichtige Angelegenheit, wie zum Beispiel innovative Recyclingkonzepte oder neue Einsatzbereiche für Biokunststoffe oder auch allgemein Ressourcenschonung in der Produktion.

Als Innovationskatalysator fungierte auf der Kunststoffverarbeitungs-Messe der „Science Campus“. In diesem Forum für Forschung und Lehre präsentierten Forschungsinstitutionen, Handwerkskammern, Universitäten und Hochschulen unter dem Motto „Theorie trifft Praxis“ ihre neuesten Forschungsergebnisse zu den komplexen Bereichen Extrusion und Kautschuktechnologie, Faserverstärkte Kunststoffe und Polyurethane, Formteilauslegung und Werkstofftechnik sowie Spritzgießen.

Weitere wissenschaftliche Impulse und Informationsveranstaltungen in 2017


Aber auch im neuen Jahr 2017 wird in der Forschung und in der Wissenschaft auf die Tube gedrückt. In zahlreiche Informationsveranstaltungen werden neueste Entwicklungen aus der Theorie Branchenkennern vorgestellt.

Laborszene

Von der Theorie zur Praxis. Wissenschaftliche Grundlagenforschung bildet die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg der Kunststoffbranche.

Der Wissenschaftliche Arbeitskreis der Universitäts-Professoren der Kunststofftechnik (WAK), dessen Zweck die wissenschaftliche und fachliche Förderung der Kunststofftechnik und der Erfahrungsaustausch zwischen Personen, Institutionen und Forschungsverbänden ist, beleuchtet unter dem Motto „Energieeffizienz und Ressourcenschonung in der Kunststofftechnik“ im Rahmen des zweiten WAK-Symposiums in persönlichen Vorträgen von Kunststofftechnik-Professoren die aktuellen Forschungsaktivitäten zum Thema. Das Symposium wird am 23.Februar 2017 in Fürth stattfinden und folgende Fragestellungen werden im Vordergrund stehen: Wie kann durch die Konstruktion und neue Fertigungsverfahren in der Produktion und in der Anwendung die Werkstoffeffizienz verbessert werden? Wie können aus ingenieurswissenschaftlicher Sicht stoffliche Kreisläufe genutzt werden? Wo sind besondere und neue Potenziale durch Verwendung von Kunststoffen?

Das Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) in Industrie und Handwerk an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen - ein Lehr- und Forschungsinstitut zum Studium der Kunststofftechnik mit dem Schwerpunkt „integrative Betrachtung der Produktentwicklung in den Sparten Werkstoff, Konstruktion und Verarbeitung“ – lädt am 15. und 16.März 2017 zur „International Injection Moulding Conference 2017“ (IIMC 2017) in Aachen ein. Auf der Konferenz referieren nationale und internationale Experten der Spritzgießbranche über innovative Entwicklungen zur Spritzgießverfahrenstechnik, über neue Ansätze zur Produktionseffizienz und die Bedeutung der Digitalisierung im Kontext von Industrie 4.0 für die Kunststoffindustrie. Aber auch Experten aus der Industrie kommen zu Wort und berichten u.a. über Kunststoffoptiken für innovative Mensch-Maschine-Schnittstellen, die Verkürzung der Produktentwicklungsprozesse in der Elektronik, Optiken aus Flüssigsilikonkautschuk (LSR), transparente Faserverbundkunststoffe, die Verbesserung von Oberflächenqualitäten oder die Fluidinjektionstechnik im Automotive-Sektor.

Weiter geht es für Experten der Spritzgießbranche auf der VDI-Jahrestagung Spritzgießen 2017. Das Expertennetzwerk des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) organisiert vom 21. Bis 22. Februar 2017 im Kongresshaus Baden-Baden den Branchentreff, wo die wichtigsten Trends und Entwicklungen in den Bereichen Spritzgießprozess und Präzisionsspritzguss in Vorträgen vorgestellt werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Auswirkungen und den Potenzialen der Industrie 4.0 im Spritzgießprozess.
( , 31.01.2017 - )
 
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