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Dienstag, 23.05.2017
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Games, die das Denkvermögen verbessern

Videospiele

Während die Debatte zu Gewalt in Videospielen immer wieder aufkocht, hat Gaming in den letzten Jahren auch in Deutschland viel Anerkennung erfahren. Die Vorteile von Games werden untersucht und können teils auch bestätigt werden, beispielsweise eine schnellere Reaktionsfähigkeit und verbesserte Logik. Die Komplexität der Produktion von Games findet ebenso Beachtung: "Spieleentwickler" ist ein angesehener Beruf, zugleich werden Gamer von Unternehmen angeworben. An Universitäten beschäftigt man sich sowohl mit der Analyse von Videospielen als auch mit ihrem Einsatz für medizinische Zwecke. Amerikanische und italienische Forscher fanden heraus, dass sowohl Action- als auch Denkspiele tatsächlich die Denkleistung verbessern können.
Drei Kinder mit Videospiel
Eine US-amerikanische Studie von C. Shawn Green und Aaron R. Seitz hat sich nun genauer mit den verschiedenen Genres und ihrer Auswirkung auf die Gehirnleistung auseinandergesetzt. Denn Computerspiel ist nicht gleich Computerspiel – schon allein durch den Boom der Branche hat sich auch im Mainstream eine große Vielfalt an Spielen und Genres herauskristallisiert, die kaum miteinander vergleichbar sind. Das Ergebnis war, dass insbesondere Action-Spiele die kognitiven Fähigkeiten verbessern. Welche Auswirkungen die Spiele auf das Reaktionsvermögen haben, hat Scinexx bereits hier zusammengefasst.

Verschiedene Spiel-Genres


Andere Spieltypen können laut Green und Seitz allerdings eine ähnlich positive Wirkung haben. Dazu gehören bestimmte "brain games", also Denkspiele. Diese gibt es heutzutage in einer riesigen Bandbreite, vom Wissensquiz bis zum Logikrätsel, wie das Portal BrowserGames.de zeigt. Diese Vielseitigkeit gilt auch für das Medium. Die mittlerweile allgegenwärtigen Sudoku-Rätsel in verschiedenen Schwierigkeitsgraden sind beispielsweise sowohl für den PC als auch das Handy oder ganz analog auf Papier verfügbar. Als Gehirnjogging-Spiel für den Computer wurde wiederum "Dr. Kawashimas Hirntraining" besonders bekannt.

Denkspiele halfen MS-Patienten


Mit letzterem hat ein italienisches Forschungsteam gute Erfahrungen gemacht, und zwar in der Arbeit mit MS-Patienten. Hier wurde die Informationsverarbeitung in der Thalamus-Region des Hirns gemessen. "Bei Multipler Sklerose treten zusätzlich zu körperlichen Symptomen, oft auch unabhängig von diesen, kognitive Probleme auf. Das Denken ist erschwert; Vergesslichkeit, kurzzeitige Verwirrtheit und Konzentrationsprobleme treten auf und machen zum Beispiel alltägliche Vorgänge plötzlich kompliziert", erklärt die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft das Problem. Das Forschungsteam um Dr. Laura De Giglio von der Universität Rom nutzte das Spiel, um seine Wirkung auf diese Probleme zu untersuchen, indem sie die Teilnehmer acht Wochen lang fünf Mal wöchentlich je 30 Minuten damit trainieren ließ.

Veränderungen der Gehirnfunktion


Im Anschluss wurden die Auswirkungen auf das Gehirn gemessen und mit einer Kontrollgruppe verglichen, die nicht gespielt hatte. "In der Studie konnte nachgewiesen werden, dass die Patienten in der Video-Spiel-Gruppe am Ende der Trainingsphase eine wesentlich bessere Konnektivität im Thalamus aufwiesen. Sie schlossen auch besser ab bei entsprechenden Tests zu kognitiven Fähigkeiten, die für die Organisation des täglichen Lebens und verschiedene Verhaltensweisen ausschlaggebend sind", berichtet die DMSG über die Studienergebnisse.

Dr. De Giglio fasst angesichts ihrer Ergebnisse zusammen, dass "ein inzwischen allgemein vielverwendetes Tool wie Videospiele die Plastizität des Gehirns verbessern und somit hilfreich in der Rehabilitation von Menschen mit MS und kognitiven Problemen sein kann". Somit sollte bei der Debatte um Videospiele immer in Betracht gezogen werden, dass sie je nach Art und Zielgruppe unterschiedliche Effekte hervorrufen können.
( , 27.01.2017 - )
 
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