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Montag, 23.10.2017
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Gut durchschlafen trotz Hausstauballergie

Allergologie

Allergiker haben es nicht leicht. Ob die klassische Pollenallergie, eine Lebensmittelunverträglichkeit oder die Reaktion auf Hausstaub, nicht immer lässt sich der Kontakt mit den Allergenen vermeiden. Vor allem bei einer Hausstauballergie ist es nicht möglich, den Auslösern vollständig aus dem Weg zu gehen.
Hausstaubmilbe

Hausstaubmilben sind Hauptverursacher der Hausstauballergie. Sie leben in allen Textilien des täglichen Lebens.

Hausstaubmilben – Kleine Quälgeister


Die Hausstauballergie wird vor allem durch Milben, Federn, Tierhaare und Schimmelpilze ausgelöst. Hausstaubmilben haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun, sondern sind natürliche Mitbewohner der häuslichen Umgebung. Sie leben in Matratzen, Bettdecken und Kissen, Polstermöbeln, Teppichen und jeder Art von Textilien. Sie ernähren sich hauptsächlich von menschlichen und tierischen Hautschuppen sowie Schimmelpilzen. Jeder Mensch verliert täglich ein bis zwei Gramm Hautschuppen – ein gefundenes Fressen für diese kleinen Quälgeister. Der Kot der kleinen Spinnentiere zerfällt und verbindet sich mit dem normalen Hausstaub, der dann in die Luft gelangt und allergische Reaktionen, wie Schnupfen oder Niesanfälle, Husten und Jucken der Haut auslöst. In seltenen, jedoch schwerwiegenden Fällen, kann es auch zu Atemnot kommen oder es entwickelt sich auf lange Zeit ein allergisches Asthma.

Während der Nacht gibt der Mensch Schweiß und Wärme ab. Da Milben es am liebsten warm und feucht haben, ist gerade die Schlafumgebung am stärksten belastet. Jeder Mensch verbringt circa ein Drittel seines Lebens mit Schlafen, daher ist der Wohlfühlfaktor sehr wichtig, weswegen dem Bett mit Matratze, Bettzeug und Bettbezug auch eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte. Die Lebensqualität kann auf Dauer unter den Beschwerden einer Allergie leiden. Der erholsame Schlaf ist wichtig für einen gesunden Körper.

Vorbeugende Maßnahmen zur Reduzierung der Hausstaubmilbenbelastung:

  • Matratzen und Bettzeug mit Encasings (speziellen Überzügen) ausstatten
  • Kopfkissen und Bettdecken häufig bei mindestens 60 Grad Celsius waschen
  • Spezielle Matratzen und Bettzeug für Allergiker kaufen
  • Alle Räume regelmäßig lüften, trocken und sauber halten
  • Bettbezüge alle zwei Wochen und im Sommer jede Woche waschen


Staubwischer

Spezielle Staubwischer oder Staubtücher binden den Feinstaub an sich und verringern die Belastung.

Allergene vermeiden – Aber wie?


Leider können Hausstauballergiker oder auch Pollenallergiker die Allergene nicht vollständig vermeiden, deswegen sollte versucht werden, die Belastung so gering wie möglich zu halten. Wichtig ist die regelmäßige und häufige Reinigung der Wohnumgebung. Beim Kehren, Saugen, Putzen und Wischen wird jedoch auch Staub aufgewirbelt, sodass Allergiker hier einiges beachten müssen. Normale Staubsauger geben die eingesaugte Luft wieder in die Umgebung ab. Dabei können Feinstaubpartikel wieder zurück in die Raumluft gelangen und erneut aufgewirbelt werden. Daher sollten bei der regelmäßigen Reinigung spezielle Staubsaugermodelle genutzt werden. Diese Geräte sind mit einem speziellen Filter ausgestattet und so abgedichtet, dass nichts mehr zurück in die Atemluft gelangt. Ist eine Neuanschaffung nicht möglich, können ältere Modell mit einem HEPA-Filter (High Efficiency Particulate Air) ausgestattet werden, damit wenigstens ein Teil der Belastung reduziert wird.

Lange Zeit galten Teppichböden als ungeeignet für Hausstauballergiker. Doch hält ein kurzfloriger, synthetischer Teppichboden den Feinstaub besser fest als glatte Böden. Auf Fliesen oder anderen glatten Bodenoberflächen bleibt der Feinstaub nicht haften, sondern wird durch Bewegungen immer wieder in die Luft gewirbelt, die dann eingeatmet wird. Generell empfiehlt es sich also, Böden regelmäßig zu staubsaugen oder feucht zu wischen. Bei besonders schweren Erkrankungen wird dies sogar jeden Tag empfohlen. Beim Staub wischen sollten spezielle Anti-Staubtücher benutzt werden, die durch ihre Beschaffenheit den Feinstaub binden und so die Belastung verringern.


Ein gesunder Schlaf trotz Hausstauballergie


Ein guter und erholsamer Schlaf ist wichtig für das allgemeine Wohlbefinden und die Gesundheit, daher müssen Hausstauballergiker einige Maßnahmen ergreifen, um nicht allzu sehr zu leiden. Durch spezielle Überzüge (Encasings) kann verhindert werden, dass Allergene aus Matratze und Bettzeug in die Atemluft gelangen. Diese Encasings umschließen das Bettzeug und die Matratze, sodass die Hausstaubmilben von ihrer menschlichen Nahrungszufuhr abgeschnitten werden. Wichtig ist, dass die Bezüge alle Seiten des Oberbetts, Kissens und der Matratze umschließen. Qualitative Encasings können gewaschen werden ohne ihre Eigenschaften – Milben-undurchlässig, atmungsaktiv und feuchtigkeitsdurchlässig – zu verlieren. Generell sollten Encasings alle drei bis vier Monate gewaschen werden. Die Krankenkassen übernehmen bei einer diagnostizierten Hausstauballergie ganz oder teilweise die Anschaffung der milbendichten Bezüge.

Schlafzimmer

Menschen mit Hausstauballergie haben es nicht leicht, einen erholsamen Schlaf zu finden. Die verstopfte oder laufende Nase oder der ständige Husten stört die nächtliche Ruhe.

Mittlerweile gibt es für Allergiker eine große Palette an Produkten, die eine Belastung durch Allergene reduzieren. Früher wurden statt Oberbetten und Kissen aus herkömmlichen Materialien wie Federn, Daunen und Wolle jene aus synthetischen Materialien empfohlen. Diese sind pflegeleichter, lassen sich gut waschen und trocknen sehr schnell. Heute können Allergiker auch wieder auf Daunendecken und –kissen zurückgreifen, da das Inlett in der Regel fein genug gewebt ist, dass Hautschuppen nicht mehr hinein gelangen. Wichtig ist, dass Allergiker bei der Wahl des Bettzeugs auf folgende Dinge achten:

  • Die Bettwäsche sollte möglichst wenige bis keine Schadstoffe oder allergieauslösende Stoffe beinhalten – Schadstoffprüfsiegel
  • Die Bettwäsche sollte bis mindestens 60 Grad Celsius waschbar sein, wobei 95 Grad Celsius noch besser wäre
  • Die Bettwäsche sollte gut verarbeitet sein
  • Die Bettwäsche sollte ein Prüfsiegel – Allergiker-geeignet – haben

Fazit


Hausstaubmilben gehören zum alltäglichen Leben und sind normalerweise nicht gesundheitsgefährdend. Ein Hausstauballergiker jedoch muss versuchen, den Kontakt zu diesen kleinen Spinnentieren so gut es geht zu reduzieren, da eine vollkommene Vermeidung nicht möglich ist. Doch Allergiker können einiges tun, um die Belastung durch diese Tier so weit zu begrenzen, dass die Symptome teilweise oder ganz verschwinden.
( , 04.10.2016 - )
 
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