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Samstag, 22.07.2017
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Wichtige Versicherungen für Privatpersonen – Was ist wirklich von Bedeutung?

Finanzen

Euromünzen und -scheine

Versicherungen kosten Geld - die einen mehr, die anderen weniger. Doch welche Policen sind am Ende wirklich wichtig?

Die Deutschen sind es gewohnt, einen Teil der privaten Risiken in Form von Versicherungen abzumildern. Ein wesentliches Merkmal ist da sicherlich die verpflichtende Krankenversicherung, aber auch die Privat-Haftpflichtversicherung genießt in dieser Form ein gewisses Alleinstellungsmerkmal. Mit den Jahren kamen neue Versicherungsprodukte hinzu, manche von ihnen ersetzen gar Teilleistungen anderer Versicherungen – was dabei relevant oder lediglich „nice to have“ ist, lässt sich nicht ohne Weiteres erkennen. Aus diesem Grund ist es für Verbraucher wichtig, die wirklich wichtigen Policen zu identifizieren. Welche Risiken müssen unbedingt abgesichert werden? Welche Lösungen gibt es?

Die Privathaftpflichtversicherung– das Grundpaket


Unabhängig davon, wie wahrscheinlich ein jeder selbst das Risiko erachtet, Eigentum anderer zu beschädigen oder anderweitig in Regress genommen zu werden, stellt die Privathaftpflichtversicherung die absolute Grundabsicherung dar. Die Problematik hierbei ist nämlich, dass die Gesetzgebung eine Reihe von Haftpflichtfällen kennt, die in der Höhe nicht begrenzt sind. Kommt ein Dritter durch unsachgemäßes Verhalten zu Schaden, haftet der Verursacher mit seinem gesamten Vermögen. Dasselbe gilt unter Umständen für Schäden, die eigene Kinder verursachen oder zu verantworten haben. Genau für solche Fälle ist die Privathaftpflichtversicherung geschaffen.

In den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine Familienhaftpflichtversicherung. In diese sind sowohl der Ehepartner als auch alle gemeinsamen, in elterlichen Haushalt wohnenden Kinder mit inbegriffen. Die Absicherung der Kinder ist üblicherweise bis zum Abschluss einer ersten beruflichen Ausbildung miteingeschlossen, genaueres regelt der Vertrag. Es sollte daher geprüft werden, unter welchen Voraussetzungen eine separate Versicherung notwendig ist.

Die Funktionsweise einer Haftpflicht im Überblick:
  1. Der Versicherte verursacht einen Schaden
  2. Es erfolgt eine umfassende und schnelle Schadensmeldung
  3. Die Versicherung prüft den Fall
  4. Bei positiver Prüfung leistet die Haftpflicht Schadenersatz an den Geschädigten im Rahmen der Deckungssumme

Auch wenn ein Mensch rein aus Versehen auf den ersten Blick keine teuren Schäden anrichten kann, sollten Versicherte trotzdem eine hohe Versicherungssumme wählen. Laut diesen Angaben sind Summen von 10 Millionen Euro gängig und dabei auch erschwinglich. Solche Beträge werden vor allem bei schwerwiegenden Personenschäden nötig.

Hinweis:Kinder sind bis zum vollendeten siebenten Lebensjahr „deliktunfähig“, was bedeutet, dass im Umkehrschluss keine Haftungsansprüche für Verschulden der Kleinkinder gegenüber den Eltern geltend gemacht werden können. Jedoch nur unter der Voraussetzung, dass die sogenannte „Aufsichtspflicht“ nicht verletzt wurde. Trotzdem zahlen einige Haftpflicht-Policen hier, damit die Versicherten einen Streit mit Freunden oder Bekannten vermeiden können.


Kaputte Fensterscheibe

Wenn die eigenen Kinder aus Versehen eine Glasscheibe kaputt machen, ist die Familienhaftpflicht genau der richtige Ansprechpartner. Solche Kosten werden also gedeckt.

Die Hausratversicherung – das A und O für Eigenheimbesitzer und Mieter


Seit Jahren steigen die Einbruchszahlen in Deutschland, ganze Regionen sind phasenweise von regelrechten „Banden“ betroffen. Selbst moderne Sicherungsverfahren können mitunter kein Hindernis darstellen, der wertvolle Hausrat geht verloren und muss ersetzt werden. Genau für solche Fälle ist die Hausratversicherung da, die in vielen Fällen eine relativ unterschiedliche Leistungsgestaltung aufweist. Grundlegendes Charakteristikum ist die Möglichkeit einer individuellen Gestaltung. Denn bei der Bemessung der Versicherungssumme ist es oftmals schwierig, die Vorgaben der Versicherung selbst zu überprüfen. Diese geht standardmäßig von 650 EUR pro Quadratmeter aus. Nicht selten aber führen Gemälde, Kunstgegenstände oder teure Heimelektronik zu entsprechenden Differenzen – in der Praxis wäre hier also eine „Unterversicherung“ gegeben, im Falle eines Diebstahls würde der Versicherte auf einen mehr oder minder großen Betrag verzichten.

Empfehlenswert ist es deshalb, eine sauber geführte und regelmäßig aktualisierte Inventarliste zu führen. Bei Schmuck oder besonderen Einzelteilen empfiehlt sich zudem eine fotographische Dokumentation. Mit eingeschlossen werden sollte in jedem Fall die Absicherung bei Feuer-, Wasser- und Elementarschäden – denn hier kommt es sehr schnell zu einem nahezu vollständigen Verlust des Inventars. Nicht jede Versicherung weist diese Grundabsicherung auf, zudem gibt es Leistungsausschlüsse bei einem grob fahrlässigen Verhalten.
Hinweis: Einige Anbieter bieten eine „Außenversicherung“ an, die auch dann gilt, wenn sich der versicherte Ort kurzzeitig beispielsweise zu einer Ferienwohnung verändert. In vielen Fällen ist eine Absicherung der notwendigen Rückreisekosten miteingeschlossen.

Darauf gilt es beim Abschluss zu achten


Damit die wesentlichen Risiken einer falschen Versicherung vermieden werden, wird im Folgenden auf die wichtigsten Merkmale beim Abschluss einer Privathaftpflicht- beziehungsweise Hausratversicherung hingewiesen.

Privathaftpflichtversicherung
  • Sach-, Vermögens- und Personenschäden sind abgesichert. Sinnvoll ist je nach persönlicher Situation eine Zusatzabsicherung, im Fachjargon als „Allmählichkeitsschäden“ bezeichnet. Gemeint sind solche Schäden, die erst mit der Zeit entstehen, teilweise lange nach dem ursprünglichen Ereignis.
  • Bei Gefälligkeitsdiensten, also Hilfeleistungen ohne Bezahlung, sind beispielsweise Umzugshelfer bei Schäden gegenüber Dritten mit abgesichert.
  • Sinnvoll ist in jedem Fall eine sogenannte „Forderungsausfalldeckung“. Sie leisten in den Fällen, wo zwar ein Schuldiger ausgemacht wird, dieser aber mangels Vermögen oder Versicherungsschutz keinen Regress leisten kann. Klassische Basistarife kombinieren diese Extraabsicherung nicht.
  • Mittels der „Schlüsselversicherung“ sind auch solche Schäden versichert, die etwa bei Abhandenkommen des beruflich genutzten Schlüssels auftreten. Dasselbe gilt auch für fremde, private Hausschlüssel, Chipkarten oder aber in Hotels genutzte Zugangsmittel.
  • Handelt der Versicherte fahrlässig, leistet die Versicherung dennoch. Eine Unterscheidung zwischen einfacher oder grober Fahrlässigkeit findet nicht statt. Vorsätzlich begangene Taten sind aber keineswegs abgesichert.
  • Auch Schäden bei eigenen Verwandten sind abgesichert, sofern der Geschädigte nicht mit dem Versicherungsnehmer im selben Haushalt wohnt.
Hausratversicherung
  • Die Versicherungssumme (Deckungssumme) muss dem realistischen Wert des abzusichernden Hausrats entsprechen.
  • Es gibt einen speziellen „Unterversicherungsverzicht“, das bedeutet, hier werden meist pauschale Summe zwischen 650 und 750 EUR je Quadratmeter Wohnfläche berechnet. Durch Neuanschaffungen und dergleichen sollte eine Anpassung möglich sein.
  • Empfehlenswert sind Tarife, die keine Leistungsminderung vorsehen im Falle eines grob fahrlässig verursachten Schadens.
  • Risiken von Naturgefahren lassen sich mittels Absicherung sogenannter „Elementarschäden“ absichern, besonders wertvolle Fahrräder über eine „Fahrraddiebstahl“-Zusatzabsicherung.
  • Teilweise gelten Entschädigungsgrenzen für bestimmten Hausrat, darunter Wertsachen. Hier sollte der Tarif nach Bedarf gewählt werden.
  • Bei Abschluss eines Drei-Jahres-Vertrags gibt es Preisnachlässe, ebenso sind kleinere Nachlässe bei halb- oder jährlicher Zahlweise möglich.
  • Je nach Situation ist es sinnvoll, eine Selbstbeteiligung zu wählen, wodurch sich der Versicherungsbeitrag verringert.
  • Vertragsobliegenheiten sind solche, vorvertraglichen Pflichten, die etwa eine besondere Sicherung von Wertsachen fordern oder enge Meldepflichten (Stichwort: Nachversicherung) vorsehen. Im Falle eines Verstoßes drohen Leistungsausschlüsse oder gravierende Leistungskürzungen



Die BU-Versicherung – Absicherung für Berufstätige


Gerade bei Familien mit Kindern, wo ein Elternteil als Hauptverdiener fungiert, sind Risiken nur unzureichend gestreut. Die staatliche Absicherung, wenn überhaupt gegeben, ist nicht ausreichend. All jene, die nach 1961 geboren wurden, fallen ohnehin nicht unter den teilweisen Schutz. Die Berufsunfähigkeitsversicherung, kurz BU-Versicherung, übernimmt den möglichen Ausfall des Arbeitseinkommens. Versicherbar ist eine BU-Rente teilweise bis zum vollendeten 67. Lebensjahr, sie dient also als Brückenglied bis zur Leistungspflicht einer regulären gesetzlichen oder privaten Rentenversicherung.

Je nach Tarif gibt es unterschiedliche Definitionen über eine „Berufsunfähigkeit“, konkret eine ein Prozent angegebene Einschränkung (Invalidität), ab welcher eine Leistungspflicht gegeben ist. Geeignet ist diese grundsätzlich für Angestellte oder Selbständige. Beamte können sich analog dazu mittels einer „Dienstunfähigkeitsversicherung“ absichern. Es ist entscheidend, den Verzicht auf eine „abstrakte Verweisung“ mit in den Tarif aufzunehmen – der Versicherer kann dann nicht darauf verweisen, dass eine andere als die vertraglich festgelegte Tätigkeit anstelle der bisherigen Berufstätigkeit ausgeübt werden kann. Auch müssen alle vorvertraglichen Angaben, vor allem zum Gesundheitszustand, wahrheitsgemäß gemacht werden.

Wer plötzlich infolge eines Unfalls oder einer Krankheit seinem Beruf nicht mehr nachgehen kann, verliert sein Einkommen. Aus diesem Grund ist eine BU-Versicherung eine äußerst wichtige Police.

Rollstuhl

Wer plötzlich infolge eines Unfalls oder einer Krankheit seinem Beruf nicht mehr nachgehen kann, verliert sein Einkommen. Aus diesem Grund ist eine BU-Versicherung eine äußerst wichtige Police.

Risiko-Lebensversicherung – finanzielle Absicherung bei frühzeitigem Ableben


Die Risiko-Lebensversicherung leistet im Todesfall des Versicherten, und zwar in Höhe der vereinbarten Deckungssumme an den verbliebenen Ehepartner oder andere Bezugsberechtigte. Sinnvoll zur Absicherung des Einkommens eines Hauptverdieners zur Sicherung der Baufinanzierung, von geschäftlichen Risiken und anderen Gefahren. Sinnvoll wäre eine Versicherungssumme in Höhe des 5-fachen Bruttojahreseinkommens der Familie. Sofern keine gravierenden Vorerkrankungen oder Risikofaktoren vorliegen, wie etwa bestimmte Sportarten, ist eine Absicherung möglich. Raucher und ältere Menschen zahlen laut Stiftung Warentest jedoch höhere Beiträge.

Fazit


Je nach Konstellation gibt es weitere Absicherungen, die notwendig sind. Beim Auto gilt es vor allem teure Neuwagen über eine sinnvolle KFZ-Versicherung abzusichern, also eine Vollkaskoversicherung. Bezüglich privater Rechtsstreitigkeiten kann der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung sinnvoll sein. Zu beachten wäre hier aber in jedem Fall, dass die Privat-Haftpflichtversicherung bereits als „passiver Rechtsschutz“ fungiert. Gemeint ist eine durch den Versicherer vorgenommene Abwehr unberechtigter Forderung auf gerichtlichem Wege.

Grundsätzlich sei angemerkt, dass keine Versicherung einen Bestandsschutz für die Ewigkeit darstellt. Vor allem bei Privathaftpflicht- und KFZ-Versicherungen gibt es immer neue, sinnvolle Tarifbestandteile – alte Verträge sollten daher überprüft und durch neuartige, häufig wesentlich günstigere Policen ersetzt werden.
( , 19.09.2016 - )
 
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