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Donnerstag, 23.03.2017
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Tattoos & Body-Modifications – ein Gesundheitsrisiko?

Body-Art

Die Nadel sticht in die Haut, doch statt rotes Blut abzunehmen, werden schwarze, grüne oder blaue Pigmente unter die Haut gespritzt. Dass der Vorgang schmerzvoll ist, gehört für Fans von Tattoos und anderen Body-Modifications (Körperveränderungen/-anpassungen) dazu. Doch während der bloße Schmerz gesundheitlich gesehen harmlos ist, sind andere Langzeitwirkungen von Tattoos & Co. noch nicht abschließend erforscht.
Zurück zu den Wurzeln: Polynesisch inspirierte Tattoos

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Während der Phase des Heilungsprozesses ist das Risiko von Infektionen am größten, wenn die Wunden nicht richtig behandelt und Hygienemaßnahmen nicht eingehalten werden. Doch auch die Farben haben es "in sich": So wurde zwar bisher keine langfristige Schädigung der Haut nachgewiesen, doch ausgeschlossen wurde sie auch nicht. Das wesentliche Problem an den Farbstoffen erläuterte Dr. Dirk-Harald Gröne – Hautarzt und Tattoo-Experte in Berlin – im Gespräch mit der Berliner Zeitung: Nicht alle Farbpigmente bleiben als Teil des gestochenen Kunstwerks an Ort und Stelle, sondern mehr als die Hälfte der Farbe wandert in andere Teile des Körpers. Prinzipiell besteht in Deutschland zwar eine Tätowiermittelverordnung, doch eine Überprüfung der Farben findet nur stichprobenweise statt. In vergangenen Untersuchungen wurden zudem immer wieder krebserregende Stoffe gefunden, die hierzulande eigentlich nicht zulässig sind. Einige Farben enthalten auch Partikel von Chrom und Nickel, die zu allergischen und Fremdkörperreaktionen führen. Wie oft es dazu kommt, ist statistisch allerdings nicht erfasst. Das Magazin ÖKO-TEST liefert einige Hinweise, woran man gesetzeskonforme Tattoo-Farben erkennen kann.

Extrem: Tätowierter Augapfel


Gesundheitsrisiken entstehen aber auch durch die Anwendung immer neuer Verfahren und Experimente. So reicht es vielen Body-Modification-Fans nicht mehr, sich lediglich ein "normales" Tattoo oder ein Piercing stechen zu lassen – die Grenzen für das, was mit dem Körper möglich ist, werden ständig neu ausgelotet. Implantate unter der Haut oder gespaltene Zungen gehören schon seit mehreren Jahren zum Repertoire von Body-Art-Künstlerinnen und Künstlern. War vor einiger Zeit das Dehnen der Ohrläppchen zu "Tunneln" im Trend, so kann man sich heute schon das Weiß der Augen tätowieren lassen. Bei diesem so genannten Augapfeltattoo wird farbige Tinte in die Sklera, die Lederhaut des Auges, gespritzt.

Die Sklera ist die äußerste Schicht des Augapfels, wie im Portal "Blickcheck" ausführlich erklärt wird. Sie dient eigentlich dem Schutz des Augapfels. Während ein Tunnel sich zwar entzünden, aber auch wieder verheilen und zuwachsen kann, ist das Augapfeltattoo permanent und stellt ein hohes gesundheitliches Risiko dar. Denn wird die Färbung nicht fachkundig durchgeführt, kann das Augenlicht verlorengehen. Als Erfinder dieser Tattoos gilt der US-Amerikaner Luna Cobra. Laut ihm hat noch keiner seiner Kunden irgendwelche Probleme mit den Augapfel-Tattoos gehabt. Er sorge sich jedoch um andere, die sich von unerfahrenen Leuten tätowieren lassen.

Neben dem Auge gibt es noch weitere ungewöhnliche Stellen für Tattoos. So können auf der der Lippeninnenseite beispielsweise keine Vorzeichnungen angefertigt werden: Das Motiv muss demnach vom Tätowierer freihand gestochen werden. Es muss außerdem nach einiger Zeit erneuert werden, da die Farbe auf den Schleimhäuten nicht dauerhaft hält. Wer möchte, kann sich auch die Fußsohlen tätowieren lassen, doch auch diese Bilder sind oft nicht von Dauer. Tattoos auf der Zunge sind ebenso möglich. Hierbei können die Motive durch die raue Oberfläche allerdings leicht ausfransen. Bei einem fehlerhaft gestochenen Tattoo besteht die Gefahr, dass die Geschmacksknospen beschädigt werden.

Futuristisch: Elektronische "Tattoos"


Mittlerweile wird außerdem an sogenannten Smart Tattoos geforscht. Die Bestandteile dieser entfernbaren, oft silber- oder goldfarbenen Klebe-Tattoos sind für die Haut unschädliche Metalllegierungen. Dieser Hautschmuck soll in Zukunft unter anderem Touch-Eingaben wie ein Smartphone erkennen und mit diesem kabellos verbunden werden können.
( , 05.09.2016 - )
 
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