• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Dienstag, 28.03.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Malen: Trendy, entspannend und gesund

Stressbewältigung

Das kreative Arbeiten mit Farben gewinnt zunehmend an Popularität.

Das kreative Arbeiten mit Farben gewinnt zunehmend an Popularität.

Die Komplexität der von Kindern angefertigten Zeichnungen kann Aufschluss über die zu erwartende Intelligenz im Teenageralter geben, wie eine Studie aus dem Jahr 2014 nahelegt. Die Ergebnisse einer mit Rentnern durchgeführten Versuchsreihe wiederum weisen darauf hin, dass sich Malen und Zeichnen bis ins hohe Alter positiv auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns auswirken (englischer Volltext zur Studie). Das kreative Arbeiten mit Farben gewinnt zunehmend an Popularität: Immer mehr Menschen nutzen ihre Freizeit und Pausen zum Ausmalen von Bildern.

Bunter Eskapismus


Die Ergebnisse der vorgenannten Studien widerlegen die weitverbreitete Ansicht, dass Ausmalen keine ernstzunehmende künstlerische Tätigkeit sei, sondern lediglich die Infantilisierung der Gesellschaft widerspiegle. Dabei schult das Malen Wahrnehmung und Konzentrationsfähigkeit. Zudem verbessert es die Feinmotorik, die beim täglichen, stundenlangen Tippen auf der Computertastatur zunehmend verkümmert. Das Ausmalen wird sogar erfolgreich in Therapien eingesetzt. Dabei geht es den meisten Ausmalern gar nicht unbedingt darum, ihr Gehirn zu trainieren oder ihre Gesundheit zu fördern. Es ist vielmehr der Wunsch nach Entschleunigung und Ruhe, der in Zeiten permanenter Verfügbarkeit und digitaler Reizüberflutung diese (meist) analoge Form des Stressabbaus so attraktiv macht. Interessant ist, dass diese Tätigkeit keinesfalls auf eine bestimmte Zielgruppe beschränkt ist: Junge Menschen, Berufstätige, Frauen und Männer malen nach Zahlen oder füllen Mandalas und andere Rohzeichnungen mit Farbe.

Die Ausmalbücher der Schottin Johanna Basford sind ein echter Verkaufsschlager, weltweit wurden bereits mehr als 15 Millionen Exemplare verkauft. Wie populär solche Ausmalbücher auch hierzulande sind, lässt sich an der Nachfrage nach Buntstiften ablesen: Mittlerweile legen die Hersteller Sonderschichten ein, um genügend Stifte für den Handel zu produzieren.

Digitales Malen


Wer lieber mit moderner Technik als mit Papier und Stiften arbeitet, kann genauso gut zum iPad (online erhältlich zum Beispiel bei Cyberport) greifen. Benutzer haben die Wahl zwischen verschiedenen Apps, die das Ausmalen ohne Stift und Papier ermöglichen. Apps wie Recolor oder Millie Marotta's Colouring Adventures ermöglichen auch Technikbegeisterten den Zugang zur Faszination Ausmalbuch. Bei manchen Programmen werden vordefinierte Blöcke schlicht per Fingerdruck mit Farbe gefüllt, andere Apps versuchen, das Malen mit Stift möglichst originalgetreu zu replizieren. Die Basisvarianten solcher Malprogramme sind zumeist kostenlos, bei Gefallen kann der Leistungsumfang mittels Abonnement oder Mikrotransaktionen erweitert werden.

Auch für künstlerisch weniger ambitionierte Menschen gibt es genügend Möglichkeiten zum Stressabbau. Außerhalb der Arbeitswelt bietet der Breitensport zahlreiche Möglichkeiten zum aktiven Entspannen, im Büro können schon einfachste Mittel zu erstaunlichen Ergebnissen führen: Selbst scheinbar profane Tätigkeiten wie das Herumspielen an einem Kugelschreiber oder einer Büroklammer sollen die Konzentration am Arbeitsplatz fördern. Ob nun elektronisch oder auf Papier: Zum Abschalten zwischendurch ist das Ausmalen allemal geeignet – die positiven Effekte für Gesundheit und Psyche noch gar nicht mitgerechnet. Ausmalen ist eben nicht nur "Kinderkram".
( , 20.06.2016 - )
 
Printer IconShare Icon