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Montag, 29.05.2017
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Die intelligente Heimvernetzung kann viel über die Hausbewohner verraten

Smart Home und der Datenschutz

Smart-Home-Anwendungen versprechen Komfort und Erleichterung im Alltag. Das Interesse an Lösungen für das intelligente Zuhause ist entsprechend hoch. Hoch sind allerdings auch die Risiken für personenbezogene Daten.

Smart Home: Keine Vision mehr


Bis zum Jahr 2020 werden voraussichtlich in einer Million deutscher Haushalte intelligente und vernetzte Sensoren und Geräte im Einsatz sein. Das ergab eine Studie des Digitalverbands Bitkom. Die Anzahl der Smart Homes hätte sich dann innerhalb von fünf Jahren mehr als verdreifacht. Doch schon heute gibt es Wohnungen und Häuser, die eine bessere Vernetzung aufweisen als so manches Büro.

Als Beispiele nennt Bitkom:
  • die Heizung, die anhand der aktuellen Position der Smartphones der Hausbewohner die Temperatur autonom regelt.
  • eine Lösung, die beim Verlassen der Wohnung dafür sorgt, dass alle Energieverbraucher wie Lampen oder der Herd ausgeschaltet werden.
  • die Möglichkeit, einem Handwerker aus der Ferne die Wohnungstür zu öffnen, wenn Sie selbst nicht zuhause sind.

Intelligente Häuser, noch intelligentere Datenspione


Spezielle Sensoren, die Anbindung ans Internet und die Vernetzung von Haushalts- und Unterhaltungselektronik in Häusern und Wohnungen: Das alles ermöglicht viele Funktionen, die das Leben erleichtern und die Sicherheit im Alltag erhöhen:
  • Systeme zur Erkennung unverschlossener Wohnungstüren und nicht abgeschalteter Herdplatten reduzieren die Risiken für die Bewohner.
  • Das gleiche leisten Sensoren zur Sturzerkennung und zur Messung von Vitaldaten. Gerade wenn man an ältere Menschen denkt, die sich zunehmend entscheiden, so lange wie möglich im eigenen Zuhause zu bleiben.

Die Vorteile der intelligenten Gebäude sind laut eco vielversprechend: hohe Energieeffizienz, niedrige Betriebskosten, mehr Sicherheit und Komfort, schneller und effektiver Service sowie Umweltfreundlichkeit.

Doch die Sicherheitsrisiken durch die Totalvernetzung aller Komponenten im Gebäude mit Internetanschluss seien nicht zu unterschätzen. Temperaturmesser, Bewegungsmelder, Überwachungskameras, vernetzte Alarm- und Sicherheitssysteme, Heizungs- und Klimaanlagen, Licht-, Zugangs- und Aufzugssteuerung – all das biete bei einer Cyber-Attacke den Angreifern ein breites Spektrum mit potenziell verheerenden Folgen.

Datenschutz und Datensicherheit nicht vergessen


Damit sie nicht zu steigenden Risiken für den Datenschutz und die Datensicherheit führen, brauchen vernetzte Wohnungen und Häuser also umfassende Datenschutzmaßnahmen, wie sie bisher nur aus der beruflichen und betrieblichen Welt bekannt waren. Smart Home und Datenschutz gehören zwingend zusammen. Sonst werden das Haus und die Wohnung vielleicht komfortabler, sicherer werden sie jedoch nicht.

Schwachstellen in Smart-Home-Anwendungen


Setzen Sie beim Kauf von Smart-Home-Lösungen lieber auf bewährte statt auf die neuesten Modelle. Denn neue Produkte weisen oft zu viele Sicherheitsschwachstellen auf, so die Sicherheitsforscher von Kaspersky Lab. Auch Forscher der Universität Michigan, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die EU-Agentur für Netz- und Informationssicherheit (ENISA) warnen vor Schwachstellen, die Angreifern Zugriff auf Funktionen und Daten in Smart Homes ermöglichen.

Beispiele: Türschloss und Babyphone


Als Beispiele für die Risiken nennt das BSI
  • zum einen ein unzulänglich gesichertes elektronisches Türschloss, das Hacker aus der Ferne entsperren, indem sie sich zwischen die Kommunikation des Smartphones mit dem Schloss hacken.
  • Zum anderen ein via App gesteuertes Babyphone mit Videofunktion, das Eltern eigentlich einen beruhigenden Blick auf den Nachwuchs ermöglichen soll, aber plötzlich zum Einfallstor für ungebetene Gäste wird.

Heimliche Erstellung von persönlichen Profilen


Doch nicht nur Hacker bringen die schöne Welt der Smart Homes in Gefahr. Auch unseriöse Anbieter von Smart-Home-Lösungen und Applikationen (Apps) könnten die Daten der Bewohner missbrauchen.

Im Rahmen des Vierten Verbraucherdialogs „Smart Home“ erklärte der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz, Prof. Dr. Kugelmann: „Es wird zunehmend deutlich, dass in einer digitalisierten Umwelt vermeintlich belanglose technische Daten wie zum Beispiel die Verbrauchswerte der Heizung geeignet sind, Dritten tiefe Einblicke in den Lebensalltag Einzelner zu verschaffen“.

„Dass zum Beispiel Jalousien, Beleuchtung, die Waschmaschine oder auch Hauskameras vernetzt, per Smartphone gesteuert und Abläufe programmiert werden können, ist für die meisten Menschen Neuland. Daher ist es umso wichtiger, dass technisch innovative Angebote wie Smart Home-Systeme von vornherein so konzipiert werden, dass Verbraucherinnen und Verbraucher sich auf die Sicherheit und den Schutz ihrer Daten verlassen können müssen. Gleiches gilt für faire Vertragsbestimmungen, Bedienfreundlichkeit sowie präzise und verständliche Informationen zu wesentlichen Punkten“, so der Verbraucherschutzminister von Rheinland-Pfalz bei dem Verbraucherdialog.

Smarte Häuser brauchen einen smarten Datenschutz


Damit Smart-Home-Anwendungen wirklich zu mehr Erleichterung und Sicherheit im Alltag beitragen, achten Sie also nicht nur auf die Technik. Sondern auch auf einen intelligenten Datenschutz und umfassende Datensicherheit.

(Ein Beitrag von www.datenschutz-praxis.de; Autor: Oliver Schonschek)
( , 08.06.2016 - )
 
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