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Montag, 27.03.2017
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Auswirkungen Nikotinkonsums auf männliche Potenz

Rauchen

Berechnungen deutscher Urologen zufolge leiden hierzulande vier bis sechs Millionen Männer unter Erektionsstörungen. An Hand wissenschaftlicher Studien konnte Rauchen als einer der Hauptrisikofaktoren für eine erektile Dysfunktion ermittelt werden.
Nikotinkonsum kann sich schädigend auf die penilen Gefäße und damit auf die Erektionsfähigkeit des Mannes auswirken.

Nikotinkonsum kann sich schädigend auf die penilen Gefäße und damit auf die Erektionsfähigkeit des Mannes auswirken.

Rauchen als Hauptursache für Erektionsstörung


Sexuelle Störungen wie erektile Dysfunktion treten beim Mann vor allem im zunehmenden Alter auf. Während bei den 40jährigen etwa 1 bis 2 Prozent an einer Erektionsstörung leiden, sind es beiden 65jährigen rund 15 bis 20 Prozent. Daher wird häufig das Alter für die Entstehung der Potenzstörung verantwortlich gemacht.

Faktum ist, fast ein Drittel der Männer unter 50 Jahren weisen bereits Erektionsprobleme auf – hier sind andere Ursachen zu suchen. Neben körperlichen Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Störungen im Bereich des Lipidstoffwechsels (Dyslipidämie) kommt auch der Lebensstil, insbesondere Nikotinkonsum in Frage.

Eine diesbezüglich durchgeführte Studie der University of Pretoria in Südafrika hat ergeben, dass 90 Prozent der 116 Probanden, die an einer erektilen Dysfunktion litten, starke Raucher waren. Somit konnte durch die epidemiolischen Datender wissenschaftlichen Untersuchung der Konsum von Nikotin als zentrale Hauptursache für die Entstehung einer Erektionsstörung eindeutig ermittelt werden. (medhost, 2012)

Wirkung von Nikotin auf die Erektion


Eine Erektion des Penis ist nur möglich, sofern die Blutzufuhr im Schwellkörper gewährleistet ist. Das bedeutet, die Arterien müssen so geweitet sein, dass genügend Blut in das schwammartige Gewebe des Schwellorgans gepumpt werden kann. Diese Blutversorgung wird aufgrund der arteriosklerotischen Wirkung (Ablagerung in den Blutgefäßen), der sich im Tabak befindlichen Inhaltsstoffe wie Nikotin erheblich beeinträchtigt.

Die Blutgefäße verengen sich und der Blutzustrom in das männliche Geschlechtsteil und damit die Entwicklung einer Erektion ist gestört. Zudem haben Langzeitstudien den Nachweis der negativen Beeinträchtigung von Tabakwirkstoffen auf die Dichte und Anzahl der Spermien erbracht.

Zusammenhang von Nikotinkonsum und erektiler Dysfunktion


Bei einer Studie aus China konnte ein Zusammenhang zwischen Nikotinkonsum und erektiler Dysfunktion nachgewiesen werden. So haben die asiatischen Wissenschaftler folgende Werte bezüglich des Nikotinkonsums in Bezug auf die Entstehung einer Erektionsstörung berechnet:

  • 1 bis 10 Zigaretten am Tag : Risiko 27 Prozent
  • 11 bis 20 Zigaretten am Tag : Risiko 45 Prozent
  • 20 oder mehr Zigaretten : Risiko 65 Prozent

Diese epidemiologischen Daten konnten im Jahr 2006 durch eine australische sowie amerikanische Studie im Wesentlichen bestätigt werden. (meds4all, 2015)

Rauchstopp verbessert erektile Dysfunktion


Hingegen haben Urologen der Universität in Theran untersucht, ob sich durch Rauchenabstinenz die erektile Funktion positiv verändert. An dem Versuch nahmen insgesamt 281 Patienten mit erektiler Dysfunktion teil. Davon waren 118 Probanden, die mittels einer Entwöhnungstherapie behandelt wurden, sowie 163 Raucher teil.

Nach einem Jahr konnte festgestellt werden, dass zumindest bei Patienten mit einer leichten oder mittelgradigen Potenzstörung, unter Berücksichtigung des Standards des international Index of Erectile Funktion (IIEF), merkbare Verbesserungen feststellbar waren. Indes blieb die Situation der Raucher unverändert. Allerdings wurde deutlich, dass die Ergebnisse je nach Alter der Probanden und dem Grad der Schwere der erektilen Dysfunktion meist weniger positiv ausfielen. (ÄrzteZeitung, 2005, 350033)

Tabakkarenz als Rauchertherapie


Daher ist eine Tabakkarenz innerhalb einer Rauchertherapie ein probates Mittel, um die im sexuellen Bereich entstandenen Folgen zu reduzieren oder gar zu beseitigen. Daher sollte bei der Standardanamnese der Patient darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Erektionsstörung durch eine Nikotinkarenz reversibel sein kann.

Der Körper reagiert verhältnismäßig schnell auf die Abstinenz. In der Regel stellt sich bereits nach etwa sechs Wochen nach Beginn des Rauchstopps eine positive Entwicklung der erektilen Dysfunktion ein. Unter Umständen kann die Therapie mit der Verwendung von PDE-5-Hemmer unterstützt werden. Durch diese Medikamente werden die Blutgefäße im Penis erweitert, sodass mehr Blut in den Schwellkörper gelangen und eine Erektion entstehen kann.
( , 09.05.2016 - )
 
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