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Dienstag, 30.05.2017
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Flavonoide zur Prävention von Potenzstörungen?

Ernährung

Blaubeeren enthalten die Pflanzenstoffe Flavonoide.

Blaubeeren enthalten die Pflanzenstoffe Flavonoide.

Die gesundheitsfördernden Eigenschaften der Pflanzenstoffe Flavonoide sind bekannt. Neue wissenschaftliche Untersuchungen legen nun nahe, dass sich die Stoffe auch positiv auf die männliche Potenz auswirken können.

Lässt sich eine Potenzstörung durch ernährungstechnische Maßnahmen verhindern?


Eine Wirkung von ernährungstechnischen Maßnahmen auf Potenzstörungen wurde bisher aus medizinischer Sicht eher skeptisch betrachtet. Eine aktuelle Studie des American Journal of Clinical Nutrition spricht sich nun jedoch dafür aus.

Bei einer Beobachtungsstudie der University of East Anglia (England) und der Harvard University (USA) konnte nachgewiesen werden, dass eine flavonoidreiche Ernährung in Bezug auf erektile Dysfunktionen eine vorbeugende Wirkung entfaltet. Laut Aussage der Studienleiterin Professor Aedin Cassidy (Univeristät East Anglia) war schon vor Beginn der Studie der positive Einfluss von flavonoidreicher Nahrung auf Krankheiten wie Diabetes und vor allem Herz-Kreislaufbeschwerden hinreichend bekannt. Jedoch gab es bisher keinen Anhalt für einen Zusammenhang von Flavonoiden und der Impotenz beim Mann.

Flavonoide senken Impotenz-Risiko um etwa 10 Prozent


Mit der Langzeitbeobachtungsstudie ist es dem Forscherteam gelungen, die Wirkung von flavonoidhaltiger Nahrung als Prävention einer erektilen Dysfunktion zu untermauern. Zu diesem Zweck wurden 25.096 Männer im Alter von durchschnittlich 60 Jahren für einen Zeitraum von zehn Jahren wissenschaftlich begleitet. Während alle Teilnehmer zu Beginn der Forschung noch frei von Potenzstörungen waren, klagten nach zehn Jahren bereits ein Drittel der teilnehmenden Männer über Potenzprobleme.

Daraufhin wurden die Ernährungsgewohnheiten der teilnehmenden Mitglieder genauer untersucht. Die Auswertung, der durch die sogenannten Health Professionals Follow-Up Study gewonnenen Daten, wurden durch Epidemiologen vorgenommen. Das Ergebnis war überraschend, denn die Untersuchung hatte eine, wenn auch vergleichsweise nicht besonders ausgeprägte, protektive Assoziation nachweisen können. Je nach Art des Flavonoids konnte eine Risikominderung auf eine erektile Dysfunktion von ungefähr 9 bis 11 Prozent ermittelt werden.

In einem weitergehenden Versuch ließ sich zudem feststellen, dass sportliche Betätigung die Wirkung der Pflanzenstoffe noch steigerte. Somit konnte mit der Kombination dieser spezifischen Ernährung und Sport eine Reduktion des Dysfunktions-Risikos von rund 21 Prozent erreicht werden. Die Forscher sehen vor allem die gefäßschonenden Effekte der Flavonoide als Grund für die potenzfördernde Wirkung an.

Die Studie reicht medizinisch noch nicht, um als Beweis eingestuft zu werden. Dazu sind noch weiter Untersuchungen notwendig, die sicherlich noch eine Zeit beanspruchen werden. Dennoch lässt sich im Ergebnis feststellen, dass eine ausgewogene Ernährung mit flavonoidhaltigen Lebensmitteln und sportlicher Betätigung eine erektile Dysfunktion durchaus verhindern kann.

Die Rolle der Durchblutung im Erektionsprozess


Die erektile Dysfunktion ist eine weitverbreitete Männererkrankung die inzwischen als vaskuläre Störung anerkannt ist. Vaskulär bedeutet, dass Durchblutungsstörungen eine ausreichende Erektion beim Mann verhindern. Insbesondere spielen hier Gefäßerkrankungen wie Bluthochdruck und arterielle Hypotonie eine Rolle, aber auch Diabetes kann sich auf die Gefäße auswirken. Für eine Erektion spielt der Blutfluss eine wichtige Rolle, da die Steifigkeit durch einen Blutstau ausgelöst wird.

Flavonoide hemmen Entzündungen


Den meisten Menschen sind Begriffe wie Vitamine und Nährstoffe geläufig, während Flavonoide meist weniger bekannt sind. Sie gehören zu den sogenannten sekundären Pflanzenstoffen. Dabei handelt es sich in der Regel um Farbstoffe, die in Obst-und Gemüseschalen, Blüten, Tees als auch Kräutern enthalten sind.

Die Besonderheit der Flavonoide liegt in deren entzündungshemmenden, antioxidativen, antiviralen und antibakteriellen Eigenschaften. Daher werden sie schon heute für eine Vielzahl von Therapien verwendet, so mittlerweile auch in der Krebsforschung. Allerdings ist die Forschung aufgrund der großen Menge von verschiedenen Flavonoiden bei weitem noch nicht abgeschlossen. Mittlerweile ist es Forschern gelungen auch positive Effekte auf die arterielle Gefäßdilatation (Blutgefäßerweiterung) nachzuweisen. Daher werden Flavonoide auch zunehmend bei Herzerkrankungen und Potenzstörungen zum Einsatz gebracht. Untersuchungen haben aber ergeben, dass die Pflanzenstoffe für die Gesundheit von großer Bedeutung sind.

Flavonoide kommen unter anderem in Erdbeeren, Blaubeeren, Kirsche, Trauben, Äpfeln als auch im Rotwein vor. Aber auch Gemüse wie Sellerie, Paprika, Grünkohl und grüner Tee enthalten viele sekundäre Pflanzenwirkstoffe.
( , 09.03.2016 - )
 
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