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Dienstag, 23.05.2017
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WLAN-Netz wird sichtbar durch Augmented Reality

Drahtloses Kunstprojekt als App

Mit seiner Augmented Reality-App „Architecture of Radio“ macht der Künstler Richard Vijgen das unsichtbare WLAN-Netz sichtbar, das uns (fast) überall umgibt.
Auslaufmodell: Statt Kabeln umgeben uns überall drahtlose Netzwerke.

Auslaufmodell: Statt Kabeln umgeben uns überall drahtlose Netzwerke.

Ein Leben ohne das Internet ist heutzutage schwer vorstellbar. Noch schwerer dürfte es den meisten Menschen jedoch fallen, sich ein konkretes Bild davon zu machen, wie die Infrastruktur aussieht, die dem Internet zugrunde liegt. Mit seiner App „Architecture of Radio“ möchte Richard Vijgen den Menschen helfen, eine Beziehung zu dieser abstrakten Welt herzustellen. Als Künstler interessiert er sich dafür, unsichtbare Daten zu visualisieren, so Vijgen in einem Artikel auf Süddeutsche.de. Mit seiner Anwendung ist es möglich, WLAN-Netze, Funktürme und Satelliten zu sehen. Im Gegensatz zu anderen Augmented Reality Anwendungen ergänzt die App den Raum nicht um zusätzliche visuelle Gegenstände, sondern veranschaulicht das, was für das menschliche Auge nicht sichtbar ist.

In einer blau-lila Welt umgeben von Funktürmen


Die Anwendung der App „Architecture of Radio“ ist sehr einfach: Man hält das Tablet in eine bestimmte Richtung und schon werden einem die Netzelemente angezeigt. Der Raum, in dem man sich befindet, wird in einem Blauton dargestellt, dadurch gerät die unmittelbare Umgebung in den Hintergrund. Ins Zentrum der Anwendung rückt die Darstellung der einzelnen Netzelemente und ihrer Funkwellen. Sendemasten werden als weiße Linien dargestellt. Sobald man mit dem Tablet durch den Raum schwenkt, kann man im Hintergrund, je nachdem wo man sich befindet, gleich mehrere davon entdecken. Wenn man einen Sendemast auf dem Bildschirm zentriert, erhält man Informationen zur Entfernung und zum Netzbetreiber des Mastes. Rote kleine Dreiecke symbolisieren die Router. Bewegt man das Gerät Richtung Himmel, werden einem Satelliten als weiße Sechsecke angezeigt.

Sendemasten, Router und Satelliten werden benötigt, um Daten auszutauschen. Viele Daten werden kabellos übertragen, deshalb senden all diese Geräte Funkwellen. In der Anwendung werden diese Funkwellen als pulsierende, feine, kreisförmige Linien um die einzelnen Elemente dargestellt. Um den Effekt zu verdeutlichen, wurde den Elementen noch ein Ton zugeordnet. Vijgen hat mithilfe von günstigen TV-USB-Sticks akustische Signale von Satelliten empfangen. Der Ton der App wurde dem Ton der Satelliten nachgeahmt. Sobald ein Element in das Zentrum der App rückt, verändert sich auch der Ton dazu.

Eine Vielzahl von Daten gebündelt in einer App


Für die Position der Satelliten nutzt die App Daten der NASA. Die Datenbank "Small-Body Database" des Jet Propulsion Laboratory beinhaltet Informationen zu allen Gegenständen, die die Erde umkreisen. Funkmasten sind in der Open-Source-Datenbank OpenCellID zu finden und auch in der Anwendung integriert. Teil der Daten sind momentan die Standorte von 7 Millionen Sendemasten, 19 Millionen WLAN-Routern und Hunderter Satelliten. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die App nur für Apple Geräte verfügbar. Im Januar folgt die Anwendung auch für Android-Geräte.
( , 11.12.2015 - AHD)
 
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