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Montag, 18.12.2017
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Ausgebrannt und erschöpft

Neuere Erkenntnisse zum Thema Burnout

Ausbrannte und in Folge eines Burnout länger arbeitsunfähige Mitarbeiter werden immer mehr zum Problem im Arbeitsalltag. Das haben aktuelle Studien ergeben. Die "Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde" führt Burnout bereits als zweithäufigste Ursache von Krankschreibungen. In aktuellen Studien versuchte man, der Ursache für den Burnout auf die Schliche zu kommen.

Burnout in der Energiewirtschaft


Psychische Erkrankungen, die aufgrund von Stress, Leistungsdruck und erhöhter Arbeitsbelastung zu langen Fehlzeiten in Betrieben führen, belasten heutzutage auch die Energiewirtschaft. Eine Befragung von 100 Personalmanagern der deutschen Energiewirtschaft ergab, dass aus Sicht der Befragten lange und wechselnde Arbeitszeiten und eine Anhäufung von Überstunden ohne Freizeitausgleich einen der bedeutendsten Stressfaktoren darstellen.

Zeitdruck, Lärm, die schlechte Beleuchtungssituation, Gefahrenstoffe und die Mehrbelastungen Angestellter durch den Wegfall von Personal folgten auf der Skala der schlimmsten Stressoren. Eine hohe Zahl der Befragten nannte außerdem die ständige Unterbrechung der Arbeit durch verschiedenste Störfaktoren als Grund für einen Burnout. Mangelnde Unterstützung und Anerkennung durch Vorgesetzte wurde ebenfalls oft als Grund für Stress genannt.

Flexible Arbeitsformen sind Kennzeichen einer zunehmend digitalisierten und globalisierten Arbeitswelt. Sie führen aber auch oft zu gesundheitsschädigenden Ungleichgewichten in der Work-Life-Balance. Zusätzlich addieren Mobbing, häufige Überstunden, regelmäßige Abrufbereitschaften, mangelnde Pausenregelungen und hohe Arbeitsbelastungen sich zum Burnout. Die wirtschaftlichen Folgen durch monatelange Krankschreibungen sind enorm. Trotzdem sehen die Befragten die Reaktion der Arbeitgeber auf dieses Problem eher skeptisch. Psychische Belastungen werden in der Energiebranche anscheinend nicht als Thema des betrieblichen Gesundheitsmanagements angesehen. Daher gibt es in den Unternehmen kaum Präventionsangebote. Somit bleiben Hausärzte für die Betroffenen der wichtigste Ansprechpartner.

Auch Erzieherinnen sind Burnout-gefährdet


Eine aktuelle Berliner Studie ergab eine ähnliche Belastung bei Berliner Erzieherinnen in Ganztags-Grundschulen. Hier wird über ständigen Lärm, Zeitdruck, eine zu dünne Personaldecke und fehlende Anerkennung geklagt. Für die Studie wurden 1.400 Erzieherinnen befragt, die die vor- und nachschulische Ganztagsbetreuung von durchschnittlich je 27 Kindern übernehmen. Studienleiter Professor Bernd Rudow berichtete, dass 13 Prozent der Befragten sich emotional ausgelaugt fühlen. 16 Prozent der Befragten sagten, sie seien durch Stressfaktoren ausgebrannt. Bei Lehrerausfallzeiten würden ihnen Unterrichtseinheiten aufgebürdet. Auf Kinder mit speziellem Förderbedarf könne man kaum eingehen.

Viele Erzieherinnen in Berlin sind älter als vierzig oder fünfzig Jahre. Die Lösung des Problems sieht man vorerst in der gewerkschaftlichen Forderung nach mehr Erzieherinnen und deren künftiger Anerkennung als Pädagogen mit besserer Bezahlung. Die Ganztagsbetreuung an Grundschulen müsse neu geregelt werden. So, wie es bisher gelaufen ist, hat die Belastungssituation der Berliner Erziehrinnen ein hohes Burnout-Potenzial. An diesen zwei Beispielen lässt sich ersehen, dass mehr in Sachen Burnout-Prävention getan muss.

Burnout kann frühzeitig erkannt werden


Diplom-Psychologin Sandra Waeldin, Psychologe Dominic Vogt und Ex-Psychologie-Professor Matthias Burisch - heute Leiter des "Burnout-Instituts Norddeutschland" - haben das Phänomen Burnout in einem kostenlosen E-Book beleuchtet. Hier erfährt man

- was Burnout ist
- welche Ursachen diese psychische Erkrankung haben kann
- woran man einen Burnout erkennt
- wie sich Burnout-Typen unterscheiden lassen
- was man präventiv tun kann
- und wie das Umfeld helfen kann.

Der kostenlose Kompaktratgeber definiert die Erkrankung, klärt die Symptome ab, nennt Ursachen und Folgen. Zwei Tests geben Burnout gefährdeten Mittel an die Hand, um ihren eigenen Gefährdungsgrad zu beurteilen. Jeder Mitarbeiter - unabhängig davon, in welcher Branche er tätig ist - sollte heute ein Bewusstsein dafür haben, welchen Stressoren er ausgesetzt ist und was sie bewirken können.

Oft werden körperliche oder seelische Anzeichen eines Burnout missachtet. Erst, wenn der Betroffene bereits vollkommen ausgebrannt ist oder Folgeerkrankungen sich manifestiert haben, sucht er Hilfe. Dabei ist Burnout Prävention die bessere Alternative. Sie verhindert lange Arbeitsausfälle, die die Wirtschaft enorm belasten. Stressabbau, Entspannungstechniken und andere Maßnahmen helfen, dem Ausgebranntsein entgegenzutreten. Wie dem E-Book zu entnehmen ist,

- arbeitet jeder dritte Berufstätige mehr, als ihm gut tut
- leiden viele Arbeitnehmer unter Symptomen wie Energiemangel, Schlafstörungen, Dauerkopfschmerz, Deprimiertheit und/oder Reizbarkeit.
- leiden Schätzungen zufolge ungefähr 13 Millionen deutsche Arbeitnehmer an klassischen Burnout Symptomen
- und halten Betroffene im Durchschnitt achtzehn Monate durch, bis sie als Burnout-Betroffene erkannt werden.

Trotz der enormen Ausfallkosten wird die Erkrankung bisher nicht als eigenständige Stresserkrankung anerkannt. Oft wird wegen der Ähnlichkeit der Symptome fälschlicherweise eine Depression diagnostiziert. Der Burnout bezieht sich im Unterschied zur Depression aber ausschließlich auf die Arbeitssituation. Je aufopferungsvoller man sich am Arbeitsplatz einbringt, desto gefährdeter ist man. Dabei ist anzumerken, dass jeder Mitarbeiter mit Stress individuell umgeht. Der eine resigniert angesichts von dauerhafter Überlastung, der andere wird im eigenen Interesse aktiv. Wie auch immer der persönliche Umgang mit Stressoren ausfällt - der potenzielle Gefährdungsgrad für einen Burnout ist bei beiden derselbe.

Eine wichtige Erkenntnis aus dem E-Book ist auch diese: Ein Burnout kann nicht nur in verschiedene Grade eingeteilt werden, sondern je nach Reaktionstyp auch in unterschiedliche Burnout-Typen. Sowohl das Stressmanagement als auch die Bewältigungsstrategien für diese ernst zu nehmende Stresserkrankung sollten die behandelnden Ärzte auf das individuelle Krankheitsbild abstimmen.
(_, 31.08.2015 - NPO)
 
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