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Montag, 24.07.2017
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Herausforderungen für Schulanfänger und ihre Eltern

Neues Schuljahr

Für Kinder ist es ein großer Schritt, den Kindergartenalltag hinter sich zu lassen und das Abenteuer Schule zu beginnen. Sie freuen sich riesig, meist besonders über die prall gefüllte Schultüte, welche ihnen in Aussicht gestellt wird, aber auch darauf, Neues zu lernen. Endlich Lesen, Schreiben und Rechnen können, neue Freunde zu finden und auf dem Schulhof Fangen spielen – all das ist sehr aufregend, kann aber auch ein bisschen Angst machen. Egal, ob das Kind Feuer und Flamme oder noch unsicher ist, wenn es an die Schule denkt, in jedem Fall bringt die Einschulungen viele Veränderungen mit sich, sowohl für Kinder als auch für ihre Eltern.
Kinder wie Eltern sind bei der Einschulung meist gleichermaßen aufgeregt

Kinder wie Eltern sind bei der Einschulung meist gleichermaßen aufgeregt

Die elementare Lebenswelt verändert sich und neue Strukturen, Erwartungen, Aufgaben und Ansprüche werden an den Nachwuchs gestellt. Nun geht es um die Herausbildung von fein- und grobmotorischen Fertigkeiten, der Weiterentwicklung der sozialen Integrationsfähigkeit und des Selbstbewusstseins, um das Lesen, Schreiben und Rechnen und um die Fähigkeit, Wissen aufzunehmen. Die Erlangung dieser vielseitigen Fähigkeiten ist, aufgrund des Bewertungssystems der Schulen, direkt messbar, was bereits in der Grundschule zu einem gewissen Leistungsdruck führen kann. Eltern möchten nur das Beste für ihr Kind und wollen es auch nicht unter Druck setzen. Gleichzeitig wissen sie um den enormen Wert einer guten Schulbildung und auch darum, dass die Fertigkeiten, welche in der Grundschule vermittelt werden, essentiell für die weitere kindliche Entwicklung sind. Damit der Übergang in den Schulalltag für Kinder möglichst stressfrei verläuft, können ihnen Eltern bereits im Vorfeld dabei helfen, bestimmte Kompetenzen auszubauen, natürlich ganz behutsam und ohne Zwang und Druck.

Welche Kompetenzen sind beim Schuleintritt nötig und wie lassen sie sich fördern?


Wie bereits erwähnt, sollten Kinder beim Schuleintritt bereits über bestimmte Kompetenzen verfügen. Dabei geht es nicht um das Schreiben, Rechnen oder Lesen, denn diese Dinge werden in der Schule beigebracht. Natürlich ist es schön, wenn das Kind sich aus Neugierde für diese Fähigkeiten interessiert und sich ausprobiert, hierbei sollte es von den Eltern auch keineswegs gebremst werden. Doch der Wunsch muss vom Kind selbst kommen und nicht von den Eltern, etwa, weil diese gehört haben, dass der Sohn einer Bekannten auch schon Lesen konnte, bevor er eingeschult wurde.

Drängen die Eltern das Kind dazu, schulspezifisches Wissen bereits vor der Einschulung zu erwerben, kann es dazu führen, dass der Nachwuchs sich unter Druck gesetzt fühlt, Blockaden aufbaut und das Lernen in der Schule schließlich als Zwang erlebt, anstatt als einen freudigen Suchprozess, so ein Beitrag von kindergartenpädagogik.de. Doch was können Eltern dann tun, um ihrem Kind den Schuleintritt so angenehm wie möglich zu gestalten? Anbei eine Übersicht der wirklich wichtigen Kompetenzen und wie sie von Eltern behutsam gefördert werden können.

Die Fähigkeit, sich zu konzentrieren


Nur ein Kind, welches in der Lage ist, sich zu konzentrieren, kann aktiv am Unterricht teilnehmen und sich auf die Vermittlung von Wissensinhalten einlassen, diese verstehen und verinnerlichen. Nur, wer seinen Fokus länger auf eine bestimmte Sache richten kann, kann dem Lehrer zuhören und mit dem Gesagten umgehen. Das bedeutet nicht, dass das Kind noch nicht bereit für die Schule ist, wenn es sich nicht mindestens fünf Stunden am Stück konzentrieren kann. Als Richtlinie erwarten die meisten Schulen fürs Erste eine Konzentrationsdauer von circa 15 Minuten. Nach und nach wird diese natürlich weiter ausgebaut. Konzentration bedeutet in diesem Zusammenhang:
- Zuhören können, wenn jemand spricht
- Auf das Gehörte eingehen können
- Das Gehörte in eigenen Worten wiedergeben können
- Anweisungen umsetzen können
- Aufgaben zu Ende bringen können

Die Konzentrationsfähigkeit des Kindes können Eltern im Vorfeld trainieren, indem sie ihrem Kind Vorlesen, ohne dass es dabei von anderen Dingen abgelenkt wird. Anschließend können sie sich mit dem Nachwuchs über das gerade Gelesene austauschen. Auch gemeinsame Unterhaltungen am Esstisch sollten stattfinden. Genauso wichtig ist es jedoch auch, dass dem Kind Freiräume zur Entspannung gegeben werden, etwa, wenn es in Ruhe ein Bild malt oder etwas basteln kann, ohne dabei gestört zu werden.

Sprache und phonologisches Bewusstsein


Kinder, die eingeschult werden, sollten sowohl in der Lage sein, Sprache zu verstehen als auch sich selbst zu artikulieren. Wie einem Beitrag der Süddeutschen Zeitungzu entnehmen ist, muss heute jeder vierte Junge und jedes fünfte Mädchen aufgrund von Sprachproblemen zum Logopäden. Doch über welche Fähigkeiten in Bezug auf die Sprache sollten Kinder zur Einschulung bereits verfügen? Sie müssen einzelne Wörter im gesprochenen Satzfluss erkennen, und diese Wörter selbst in Lauten und Silben korrekt wiedergeben können.

Was können Eltern tun, um die sprachliche Entwicklung ihres Nachwuchses vor dem Schuleintritt zu fördern?


Zum einen können Eltern versuchen, dem Kind das Hinhören bewusster zu machen. Das bedeutet, dass das Kind lernt, sowohl sprachliche als auch nicht-sprachliche Laute zu erkennen und richtig einzuordnen. Beispielsweise können Eltern, egal in welcher Situation, ihrem Kind vorschlagen, dass es einfach mal gemeinsam mit den Eltern ganz still ist und die Umgebungsgeräusche wahrnimmt. Dann kann es den Eltern berichten, was es alles gehört hat. Reime sind ebenfalls hilfreich. Sie können dem Kind zum einen vorgelesen werden, zum anderen ist es auch schön, wenn das Kind ermutigt wird, selbst Reime zu bilden. So lernt der Nachwuchs richtige Reizfolgen zu erkennen und weiterzuentwickeln.

Denn Sprache hat nicht nur Inhalt und Bedeutung, sondern auch Form und Struktur. Dies wird dem Kind durch Reime vermittelt. Erste Erfahrungen mit den einzelnen Lauten in Worten kann das Kind darüber hinaus sammeln, wenn die Eltern es ermutigen, mal Wörter zu nennen, welche zum Beispiel mit „Sch“ beginnen. Es geht dabei jedoch lediglich um eine Sensibilisierung des Kindes, es muss keineswegs wissen, welche Wörter nun mit O, Ö oder Ü anfangen und diese schon alle auseinanderhalten können. Diese Dinge lernt es in der Schule, wenn es an das Schreiben und Lesen geht. Eltern können hier jedoch durch Bewusstmachung des Hörens von Lauten und kleinen Spielen ein gutes Fundament schaffen, auf welchem die Lehrkräfte dann aufbauen.

Elementare Wissensinhalte


Natürlich muss kein Kind, welches gerade eingeschult wird, fundierte Kenntnisse über die deutsche Geschichte, Naturwissenschaften oder ähnliches haben. Doch es gibt drei Gründe, warum bestimmte Vorkenntnisse dennoch wichtig sind:
- Mit ihrer Hilfe setzen erste Abstraktionen und Symbolisierungsprozesse ein
- Auch die meisten anderen Kinder haben dieses Wissen, aufgrund seiner entwicklungsbedingten Fassbarkeit
- Da das Wissen zur Strukturierung der Lebenswelt und des Tagesablaufs beiträgt, gibt es dem Kind Sicherheit

Was hier so kryptisch klingen mag, ist im Prinzip ganz einfach. Über diese konkreten Wissensinhalte sollte ein Kind zur Einschulung verfügen:
- Das Kind sollte erste Erfahrungen mit Verkehrszeichen, besonders Ampeln sowie Zebrastreifen, gemacht haben und diese selbstständig wiedererkennen
- Die Grundfarben sollten bekannt sein und benannt werden können
- Erste Vorstellungen von Mengen, davon, was schwer ist und was leicht, was groß ist und was klein und dass sich die Relationen je nach Umgebung oder Blickwinkel ändern können, sollten bestehen
- Volle Stunden auf der Uhr sollten erkannt werden. Die Beherrschung der gesamten Uhr ist jedoch noch nicht nötig
- Das Kind sollte seine eigene Adresse und Telefonnummer kennen

Kinder lieben es, zu malen

Kinder lieben es, zu malen

Solche Wissensbestände können ganz einfach gefördert werden, indem Eltern zum Beispiel die gemalten Bilder des Kindes zusammen mit ihm näher besprechen, anstatt sie nur an den Kühlschrank zu pinnen.

Zudem kann das Kind aufgefordert werden, den Tisch zu decken und zwar mit einer ganz bestimmten Anzahl an Tellern, Gläsern und Besteck oder beim Einkaufen soll es eine bestimmte Anzahl Äpfel, Bananen und Orangen aus der Gemüseabteilung holen. Solche spielerischen Aufgaben machen Spaß, schulen die Wahrnehmung und das Verständnis von Mengen und vermitteln dem Kind zudem Selbstvertrauen. Einen ähnlichen Effekt haben auch alle Arten von Würfelspielen, wie zum Beispiel „Mensch ärgere dich nicht“. Auch das einfache Zählen von vorbeifahrenden Autos sowie die Benennung der jeweiligen Autofarbe machen Spaß und schulen ganz nebenbei die Wahrnehmung.

Grob- und Feinmotorik


Unter dem Überbegriff Motorik ist unter anderem zu verstehen, dass das Kind sich seiner selbst bewusst ist und weiß, wo im jeweiligen Raum es sich gerade befinde und auf welche Weise es sich bewegen kann. Dazu gehört die Kenntnis darüber:
- Wo ich mich im Raum befinde
- Wie ich an diesen bestimmten Punkt gekommen bin
- Wie viel Raum ich einnehme
- Welchen Abstand ich bei meinen Bewegungen zu anderen brauche

Diese Fähigkeiten können Eltern mit ihrem Kind trainieren, indem sie zum Beispiel große Areale, wie Felder oder Wälder aufsuchen, indem sie das Kind klettern, balancieren und erkunden lassen. Zudem sollten Eltern vor der Einschulung mit ihrem Kind den Schulweg üben, damit das Kind den Weg und die Entfernung kennenlernt.

Ebenso wichtig wie die Grobmotorik, ist die Feinmotorik, denn sie wird unter anderem für das Schreiben und Zeichnen, aber auch eine Vielzahl an anderen Dingen benötigt. Die fundamentalen Fähigkeiten, die das Kind beherrschen sollte, sind:
- Das korrekte Halten eines Stifts
- Mit verschiedenen Materialien malen können
- Mit einer Schere umgehen zu können
- Den Klebestift benutzen zu können
- Blätter einheften zu können
- Das Anziehen zu beherrschen, also Knöpfe, Schnürsenkel, Reiß- und Klettverschlüsse zu öffnen und zu schließen

Diese feinmotorischen Fähigkeiten können ganz simpel im Alltag geschult werden, etwa, wenn das Kind zum Malen und Basteln motiviert wird oder auch, wenn es den Eltern beim Kochen oder Putzen hilft. Für Kinder, welche Linkshänder sind, stellen diese Dinge manchmal eine besondere Herausforderung dar, da ihr Umfeld meist alles mit der rechten Hand erledigt und ihnen entsprechend schlecht vormachen kann, wie die einzelnen Abläufe mit der linken Hand funktionieren. Hier kann es sinnvoll sein, einen Freund der Familie oder einen Bekannten, welcher selbst Linkshänder ist, um Hilfe zu bitten. Eltern sollten jedoch nicht beunruhigt sein, wenn ihr Kind in die Schule kommt. Lehrer sind heute entsprechend geschult und niemand wird verlangen, dass das Kind sich zwingt mit rechts zu schreiben. Zudem sind Linkshänder häufig geschickter mit beiden Händen, wie der Beitrag „Aus dem Leben gegriffen: Das mache ich mit links!“ beschreibt. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die meisten alltäglichen Dinge, wie Scheren, Dosenöffner und Co für Rechtshänder konzipiert sind und somit für Linkshänder eine besondere Herausforderung darstellen.

Um Freundschaften zu schließen, sind soziale Kompetenzen nötig

Um Freundschaften zu schließen, sind soziale Kompetenzen nötig

Die eigene Selbstwahrnehmung und das Selbstbewusstsein


Mut und Selbstvertrauen sind wichtige Kompetenzen, über welche Kinder bei der Einschulung bereits verfügen sollten. Eltern können ihnen dabei helfen, indem sie sie ermutigen und loben. Sollte etwas mal nicht funktionieren, dürfen sie ihr Kind nicht auslachen, sondern sollten ihm helfen, den Misserfolg auszuhalten und zu bewältigen, ihm aber auch Verantwortung zu übertragen, an der es wachsen kann.

Die soziale Wahrnehmung und das soziale Bewusstsein


Die sozialen Kompetenzen des Kindes und seine soziale Wahrnehmung sind von entscheidender Bedeutung, wenn es darum geht, wie gut sich das Kind in die Klassengemeinschaft einfindet, ob es schnell Freundschaften schließt oder sich ungewollt in die Rolle des Außenseiters manövriert.

Um diese Kompetenzen des Kindes zu fördern, sollten Eltern unter anderem darauf achten, dass sich das Kind an Gesprächsregeln hält. Zudem müssen sie ihm beibringen und vor allem vorleben, Konflikte verbal zu lösen, soziale Beziehungen als etwas sehr kostbares und schützenswertes wahrzunehmen und andere Menschen stets mit Rücksicht und Respekt zu behandeln.
( , 24.08.2015 - AHD)
 
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