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Donnerstag, 27.07.2017
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Eine boomende Theatersparte

Musicals

Leere Theaterkassen, unterfinanzierte Museen, halbvolle Opernhäuser – klassische Kultureinrichtungen sehen sich seit Jahren in der Krise. Moderne Musicals sind dagegen ein Publikumsmagnet unter den Kulturinstitutionen. Das Geschäft mit den Gefühlen versteht das populäre Musiktheater sehr gut. Imposante Bühnenbilder, kühne Akrobatik und eingängige Lieder sorgen für emotionsgeladene Show-Erlebnisse.
Die Etats für Opern, Orchester und Theater sind seit den 1970ern gestiegen. Die Nachfrage jedoch nicht. Auf der Suche nach Unterhaltung ziehen immer mehr Menschen dem klassischen Genre einen Musical-Besuch vor. 2013 waren Musicals die beliebteste Art von Veranstaltungen, noch vor Pop- und Rockkonzerten. Musicals bieten ein Wohlfühlerlebnis, in dem das Gute immer über das Böse siegt. Gerade in der heutigen Zeit hat das Konzept Konjunktur. Früher boten Opern ihren Zuschauern das Drama zum Mitfühlen. Heute sind Musicals das moderne Musiktheater, das diesem Bedürfnis nachkommt und auch die bürgerliche Mitte anspricht.

Hamburg: König der Löwen

Hamburg: König der Löwen

Nach Einschätzungen der Experten machen Musicals einen jährlichen Umsatz von etwa 500 Millionen Euro. Das erfolgreichste davon, das auch am längsten läuft, ist der "König der Löwen" - der König unter den Musicals in Deutschland. Seit 2001 begeisterte das Stück etwa neun Millionen Besucher. Acht Mal in der Woche stehen und tanzen die Darsteller dafür vor 2.000 Zuschauern auf der Bühne des 1994 erbauten Theaters am Hafen in Hamburg. Das hochfrequentierte Musicaltheater gehört zum niederländischen Unterhaltungskonzern Stage Entertainment GmbH, das in Deutschland elf Theater betreibt, darunter auch das Theater am Potsdamer Platz in Berlin, die Neue Flora in Hamburg und das Stage Apollo Theater Stuttgart. Stage sorgt für die erfolgreiche Vermarktung der Shows. Besonders die deutsche Musical-Hauptstadt Hamburg profitiert von dem Musical-Boom, denn von den zwei Millionen Touristen jährlich gehen etwa eine Million Übernachtungen auf einen Musical-Besuch zurück.

Disneyfilme bieten eine beliebte Grundlage für Musicals mit Erfolgsgarantie. Mary Poppins, Tarzan, und Die Schöne und das Biest sind schon seit vielen Jahren weltweite Kassenschlager. Bald wird ein weiteres, auf einem oscarprämierten Disneyfilm basierendes Musical die Massen in der Hansestadt begeistern: Disneys Aladdin. Im Herbst 2015 steht die spektakuläre Europapremiere im Stage Theater Neue Flora an. Seit der Uraufführung am Broadway feiern die Kritiker die Umsetzung des zeitlosen Märchens: "Überwältigend und spektakulär! Eine wundervoll magisch-fantastische Show!", schreibt Variety. Für drei Stunden tauchen die Zuschauer in die zauberhafte Welt des Orients ein. Die Geschichte des Straßenjungen Aladdin, der den freundlichen Flaschengeist Dschinni aus einer Lampe befreit und als Dank dafür drei Wünsche frei hat, kennt jedes Kind. Bereits jetzt können Tickets vorbestellt werden.

Hakuna Matata also? Nicht ganz: Auch die Musical-Branche ist für Schauspieler und Sänger ein hartes Pflaster. Der Beruf eines Musical-Darstellers erfordert viel physische Kraft und Zeit. Befristete Arbeitsverträge und häufige Umzüge sind die Regel. Mobilität ist für viele eine Herausforderung. Wer als Kreativer im Musical-Bereich arbeitet, kann der Deutschen Musical Akademie beitreten. Der Interessenverband wurde 2013 mit ca. 40 Mitgliedern gegründet und wächst ständig. Er bietet ein Netzwerk für junge und erfahrene Künstler, die sich austauschen und gegenseitig professionell unterstützen können. 2014 verlieh der Verein seinem Ehrenmiglied Helmut Baumann den ersten Deutschen Musical Theater Preis für seine Verdienste in der Berliner Theaterszene. Der Schauspieler machte das Theater des Westens zum deutschen Repertoiretheater für Musicals.
( , 30.04.2015 - AHD)
 
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