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Samstag, 25.03.2017
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Zahnimplantate

Was sollte man beachten?

Idealerweise halten die Zähne ein Leben lang - bei guter Pflege und ausgewogener Ernährung ist das durchaus möglich, aber keineswegs wahrscheinlich. Zwei Drittel aller Deutschen tragen bereits Zahnersatz, immer beliebter werden dabei die teuren Implantate. Jedes Jahr werden rund eine Million von ihnen eingesetzt. Doch handelt es sich dabei im um einen empfehlenswerten Eingriff?

Wurzelbehandlung kann Implantat überflüssig machen


Zweifelsohne gilt das Implantat als die technisch sauberste Zahnersatz-Lösung, wenn ein Zahn gezogen werden musste. Bei dem Eingriff wird das Zahnfleisch aufgeschnitten und ein Loch in den Kiefer gebohrt. In diesem Loch wird ein Implantat aus hochfestem Titan eingesetzt, welches mit einem künstlichen Zahn bestückt wird. Somit ähnelt das Implantat der natürlichen Zahnwurzel. Die Entscheidung für diesen Zahnersatz hängt aber von unterschiedlichen Faktoren ab: Fachleute kritisieren, dass die Entscheidung für ein Implantat häufig zu leichtfertig getroffen wird - nämlich bereits dann, wenn noch nicht alle Versuche unternommen wurden, den alten Zahn zu retten. Bei älteren Menschen reicht zudem die Knochensubstanz des Kiefers für ein Implantat nicht aus, der dann zunächst mit Knochenersatzmittel aufgebaut werden muss. Doch selbst wenn die Voraussetzungen günstig sind, braucht der Patient Geduld: Das eingesetzte Implantat muss zunächst mit dem Kiefer verwachsen; erst nach drei bis vier Monaten kann ein künstlicher Zahn aufgeschraubt werden. Dann glänzt das Implantat aber zumeist mit ausgezeichneten Kaueigenschaften, die jener der alternativen Lösungen überlegen ist.

Häufig Augenwischerei: Sofort-Implantate


Einige Zahnärzte werben auch mit sogenannten Sofort-Implantaten, die diese Wartezeit verkürzen sollen. Dabei muss aber sorgfältig unterschieden werden: Generell ist unter Sofort-Implantat nur zu verstehen, dass direkt nach einem Zahnverlust ein Implantat eingesetzt werden kann - Sofort-Bestückung mit Zahnersatz ist dabei nicht inbegriffen. Auch die sofortige Belastbarkeit ist nicht selbstverständlich und in der Regel auch nicht gegeben. Entscheidend für die Möglichkeit eines schnellen Zahnersatzes ist die Beschaffenheit des Kiefers, die während des Eingriffs überprüft wird.

Gesetzlich Versicherte müssen hohe Zuzahlung in Kauf nehmen


Abseits medizinischer Überlegungen dürften auch die Kosten den Einsatz von Implantaten verhindern: Wer bei der gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, erhält für den Zahnersatz lediglich den sogenannten Festzuschuss. Darunter ist jener Betrag zu verstehen, der für die günstigste Behandlungsform gezahlt wird. Bei einem fehlenden Zahn sind dies rund 400 Euro - für ein Implantat müssen aber zirka 2.000 Euro veranschlagt werden. Die Differenz muss der Patient demnach selbst zahlen, wenn er nicht über eine private Zusatzversicherung abgesichert ist. Bei Zahnlücken ist die Alternative zumeist eine Brücke: Dabei werden die benachbarten Zähne zu etwa zwei Dritteln herunter geschliffen. Ihre Funktion beschränkt sich fortan nur noch darauf, den künstlichen Zahnersatz zu tragen. Die Nachteile liegen auf der Hand, in jedem Fall müssen gesunde Zähne zerstört werden. Außerdem verteilt sich die Belastung, die einst drei Zähne tragen sollte, auf nunmehr zwei Zahnwurzeln. Dennoch halten Brücken oft länger als Implantate: Letztere werden zwar häufig damit beworben, dass mehr als 90 Prozent der Nutzer sie länger als 10 Jahre ohne Beanstandungen verwenden. Dabei werden aber Komplikationen aus der Statistik herausgerechnet, die innerhalb des ersten Jahres auftreten. Unabhängig vom gewählten Zahnersatz sollte der Behandlung aber in jedem Fall eine ausführliche Beratung vorausgehen.
( , 26.02.2015 - AVD)
 
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