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Dienstag, 28.03.2017
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Schnellere Ladezeiten für Online-Shops

Neuer Webstandard HTTP/2

Geduld ist keine Tugend, über die ein Internetnutzer bei einer Shoppingtour im Internet im Übermaß verfügt. Ruft er eine Seite eines Shops auf, mag er nicht lange warten. Maximal 3 Sekunden, ansonsten klickt er sich schnell zur Konkurrenz weiter und kauft dort ein. Anscheinend ist dieser Fakt auch 2015 noch nicht bei allen Händlern im Internet angekommen.
Kürzere Ladezeiten: Das Wep-Protokoll HTTP/2 soll das Online-Shopping stark beschleunigen.

Kürzere Ladezeiten: Das Wep-Protokoll HTTP/2 soll das Online-Shopping stark beschleunigen.

Vor wenigen Jahren noch lagen die mittleren Seitenladezeiten von Online-Shops weltweit bei rund zehn Sekunden. Doch ein neues Webprotokoll, das die Grundlage des World Wide Web bildet, soll das in die Jahre gekommene HTTP/1.1 endgültig ablösen und für schneller ladende Webseiten sorgen. In HTTP/2, das kurz vor der Standardisierung steht, setzen nicht nur Shopbetreiber hohe Erwartungen.

Google wirft dafür sogar das eigene Protokoll SPDY, das ursprünglich als Basis für die Entwicklung von HTTP/2 gedient hatte, über Bord. Aber wodurch zeichnet sich HTTP/2 eigentlich aus und was muss man wissen, um den neuen Standard nutzen zu können?

Es war dringend an der Zeit, ein verbessertes Webprotokoll vorzulegen, da seit Jahren das Datenaufkommen im Netz rasant ansteigt und das Netzwerk durch den momentanen Protokoll-Standard nur unzureichend genutzt wird. Moderne Webseiten sind komplexe Webanwendungen, die neben Text aus vielen Bildern, Skript- und Stylesheet-Dateien sowie Flash bestehen. Zahlreiche Serveranfragen verstopfen zunehmend die Internet-Leitungen und sorgen für unnötig lange Wartezeiten beim Surfen. Eine gute Website-Performance ist aber von großer Bedeutung für die Conversion-Rate und damit das Ergebnis eines Online-Shops.

Vorteile von HTTP/2


Bisher behalf man sich in Sachen Optimierung der Ladezeiten mit einer Reduzierung der Anzahl an Anfragen an den Server. Zum Beispiel, indem kleinste Grafikelemente zu einem großen Ganzen zusammengefügt wurden (Spriting). Oder indem separate Skript- und Stylesheet-Dateien in einer einzigen Datei zusammengefasst wurden. Außerdem lagerte man Bilder auf eine eigene (Sub)-Domain aus. Doch auf diese Maßnahmen wird man künftig dank des neuen Protokolls ganz verzichten können.

HTTP/2 zeichnet sich durch folgende vorteilhafte Eigenschaften aus:
- Die Header-Daten, die zur Kommunikationsabwicklung zwischen Browser und Server jeweils mitübertragen werden, werden in HTTP/2 standardmäßig komprimiert und nur einmal zu Beginn des Verbindungsaufbaus gesendet.
- Multiplexing: Bei HTTP/2 können im Gegensatz zu HTTP/1.1 verschiedene HTML-Dokumente gleichzeitig über eine einzelne Verbindung übertragen werden.
- Server-Push: Der Webserver reagiert nicht nur auf Anfragen, die vom Browser initiiert wurden, sondern kann auch von sich aus Inhalte übertragen, die der Nutzer gerade benötigt.

Was ändert sich für Shopbetreiber?


Eine Frage, die sich jetzt sicher viele Website-Betreiber stellen: Welche Änderungen sind am Shop vorzunehmen, damit die eigenen Seiten nach dem neuen HTTP-Standard arbeiten? Die gute Nachricht: Für die Betreiber selbst gibt es eigentlich nichts zu tun. Server und Browser müssen lediglich das neue Protokoll unterstützen. Am ehesten unter Zugzwang werden Anbieter von fertigen Hosting-Lösungen kommen – damit HTTP/2 verwendet werden kann, müssen die Webserver aktualisiert werden. Bisher gibt es jedoch weder für den beliebten Apache-Webserver noch für den ebenfalls verbreiteten NGINX entsprechende Updates bzw. Patches. Solange die serverseitige Umstellung nicht erfolgt ist, können auch Kunden mit modernen Browsern nicht profitieren.

Fazit


Mit HTTP/2 lässt sich eine Verbindung weitaus besser auslasten als mit dem alten HTTP-Standard, da der Server alle Ressourcen wie Bilder und Skripte nacheinander ohne Verzögerungen senden darf. Dank HTTP/2 wird das Angebot eines Online-Shops künftig in Sekundenbruchteilen laden. Sie sollten jetzt allerdings nicht alle bisherigen Optimierungen wieder zurücknehmen. Schließlich wird es noch eine Weile dauern, ehe bei allen Shops HTTP/2 zum Einsatz kommt. Und bis dahin ist idealerweise auf einen Fallback-Mechanismus zurückzugreifen.
( , 17.02.2015 - AVD)
 
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