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Dienstag, 26.09.2017
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Interaktiver Rechner

Verantwortliche Faktoren

Bevor man sich über die Vererbung der Augenfarbe Gedanken macht, ist es zunächst hilfreich zu wissen, welche Faktoren überhaupt dafür verantwortlich sind, dass dem Betrachter ein Auge in einer bestimmten Farbe erscheint.

Der Einfluss von Melanin


Im europäischen Raum haben Neugeborene in der Regel blaue Augen. Diese Tatsache liegt darin begründet, dass der Farbstoff Melanin, der je nach Menge für den Abdunklungsgrad von Haut-, Haar- und Augenfarbe verantwortlich ist, erst nach der Geburt in der Regenbogenhaut (Iris) gebildet wird. Weil die blauen Bestandteile des einfallenden Lichtes mit ihrer kurzen Wellenlänge am besten von der dünnen Beschichtung auf der Rückseite der Iris reflektiert werden, erscheinen Augen ohne Melanin blau. Wenig Melanin, also nur eine leichte gelbbräunliche Pigmentierung, wirkt in Kombination mit dem grundlegen Blau grün. Es kann bis zu einem halben oder sogar bis zu einem ganzen Jahr dauern, bevor die endgültige Augenfarbe eines Kindes feststeht, und selbst dann besteht noch die Möglichkeit, dass im Verlauf der Pubertät nochmals Veränderungen auftreten.

Die Grundlagen für die Vererbung der Augenfarbe lassen sich am besten am Davenport-Modell aus dem Jahr 1907 erklären und verstehen. Die damals vertretene Auffassung, dass nur ein Gen für die Augenfarbe zuständig sei, gilt zwar mittlerweile als überholt. Dennoch kann man dadurch zunächst ein Grundverständnis für die genetischen Zusammenhänge entwickeln.

Verantwortliches Gen


Nach Davenport besitzt jeder Mensch genau ein Gen, das über die Farbe der Augen entscheidet. Allerdings liegt jedes Gen diploid, also doppelt, vor, wobei verschiedene Ausprägungen vorkommen können: als Allel für braune oder als Allel für blaue Augen. Während im ersten Fall dunkle Pigmente gebildet werden, findet im zweiten Fall keine Melaninproduktion statt. Bedingt dadurch, dass das Allel für braune Augen dominant und das Allel für blaue Augen rezessiv ist, könnte ein Kind zwar keine blauen Augen bekommen, wenn ein Elternteil zwei Allele für braune Augen hat; jedoch wäre es möglich, trotz zwei braunäugiger Elternteile selbst blaue Augen zu haben, wenn Vater und Mutter jeweils ein Allel für braun und ein Allel für blau besitzen und jeweils das Allel für blaue Augen weitergeben. Hätten beide Eltern blaue Augen, müsste das Kind zwangsläufig auch blaue Augen haben, da die Eltern in diesem Fall kein Allel für braune Augen besitzen dürften.

Inzwischen ist man in der Wissenschaft der Ansicht, dass mindestens drei verschiedene Gene in spezifischer Kombination dafür verantwortlich sind, welche Augenfarbe einem Kind vom Erbgut seiner Eltern mitgegeben wird. Die Zusammenhänge ließen sich noch nicht vollständig klären; Einigkeit herrscht nur über das Vorhandensein der Gene "bey2" (für browne eye; Allele für braun und blau) und "gey" (für green eye; Allele für grün und blau). Vermutet wird weiterhin die Möglichkeit von Genmutationen innerhalb der männlichen Keimbahn. Dass es entgegen der Erklärung von Davenport Menschen mit braunen Augen gibt, bei denen beide Elternteile blaue Augen haben, hängt wahrscheinlich mit den komplexen Prozessen der Melaninbildung zusammen: Es ist denkbar, dass sowohl bei dem Vater als auch bei der Mutter eine Störung vorliegt, die sich aber jeweils auf unterschiedliche Abschnitte des Prozesses bezieht. Erbt das Kind dann jeweils die intakten Fähigkeiten, kann ungehindert Melanin gebildet werden.

Interaktiver Augenfarbenrechner


Um sich die komplizierten Rechnungen zu erleichtern, steht bspw. unter www.mytoys.de/my-blog/augenfarbenrechner/ ein Tool zur Verfügung, mit dem unter diesen wissenschaftlichen Gesichtspunkten die wahrscheinlichste Augenfarbe für das Kind errechnet werden kann.
( , 02.02.2015 - AVD)
 
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