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Dienstag, 25.07.2017
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Änderungen an den Mietpreisen sollen das Mietpreisgefälle bremsen

Neues Mietrecht

In manchen Regionen Deutschlands ist es unverhältnismäßig teuer, eine Wohnimmobilie zu mieten. Besonders dort, wo die Nachfrage extrem hoch ist, hatten Vermieter bisher gewisse Freiheiten bei der Preisgestaltung. Eine neue gesetzliche Regelung soll dies zukünftig stark einschränken.
Für Mieter sind zwei Punkte der neuen Richtlinien besonders interessant. Zum einen wird eine Mietpreisbremse eingeführt, die es den Bundesländern künftig erlauben soll, dem Preiswucher in Orten mit knappem Wohnungsangebot einen Riegel vorzuschieben.

Mieter und Wohnungssuchende sollen entlastet werden


Geplant ist, dass die Landesregierungen Gebiete festlegen können, in denen Vermieter maximal 10 Prozent mehr Miete verlangen dürfen, als es im regionalen Mietspiegel üblich ist — bisher waren unter bestimmten Bedingungen Preiserhöhungen von bis zu 50 Prozent möglich. So sollen die Preise in stark nachgefragten Regionen nicht mehr weiter unverhältnismäßig stark in die Höhe getrieben werden. Die Ausnahme bilden Neubauten; diese sollen von den Änderungen nicht betroffen sein.

Zum anderen enthält die neue Regelung eine Neuerung zur Maklerprovision. Bisher war es gängige Praxis, dass der Makler bei einer erfolgreichen Wohnungsvermittlung bis zu 2,38 Monatsmieten vom Mieter für seine Dienste verlangen durfte. In Zukunft soll derjenige die Kosten für den Makler übernehmen, der ihn beauftragt. Das heißt, dass ein Vermieter, der einen Profi für die Suche nach einem neuen Mieter beauftragt, künftig auch selbst die Rechnung für den Maklerservice bezahlen muss. Die geplanten Änderungen sollen noch in der ersten Jahreshälfte 2015 erstmals in Kraft treten.

Mietpreisgefälle in Deutschland derzeit stark ausgeprägt


Unter den Top 30 der Städte mit den teuersten Mieten Deutschlands befinden sich ganze 20 Orte im Süden des Landes. Die Liste wird von München angeführt. In der bayerischen Metropole lag der durchschnittliche Preis pro Quadratmeter im vergangenen Jahr bei 10,32 Euro. Zum Vergleich: Der bundesweite Durchschnitt betrug in diesem Jahr 6,28 Euro — die Münchener zahlten also 2014 insgesamt rund 64 Prozent mehr Miete als der Rest des Landes.

Ebenfalls unter den 30 teuersten Wohnorten befinden sich viele nord- und westdeutsche Großstädte wie Köln, Düsseldorf und Hamburg. Ähnlich wie die süddeutschen Metropolen zieht vor allem der interessante Arbeitsmarkt viele Menschen an, durch diese erhöhte Nachfrage nach Wohnungen liegen die Mietpreise hier automatisch höher.

Umgekehrt bedeutet das, dass die Mieten in Regionen mit weniger Arbeitsplätzen deutlich günstiger sind. Vor allem in den ostdeutschen Städten liegen die Preise am häufigsten unter dem Bundesdurchschnitt. In Dresden bezahlten die Mieter letztes Jahr zum Beispiel nur etwa 5,48 Euro pro Quadratmeter, in Schwerin 5,62 Euro.

Ebenfalls unter dem nationalen Durchschnitt liegen die Mietpreise in der Hauptstadt: Im westlichen Berlin zahlten die Mieter 6,04 Euro, im Osten der Stadt waren es 5,65 Euro. Gerade in Berlin sind im vergangenen Jahr jedoch die Mietpreise enorm angestiegen, viel rasanter als in anderen deutschen Großstädten, und es besteht ein deutliches Preisgefälle von den überdurchschnittlich teuren, beliebteren Innenstadtbezirken zu den sehr günstigen, abgelegenen Vierteln am Stadtrand.
( , 23.01.2015 - AVD)
 
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