• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Sonntag, 22.01.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

So steigern Sie das Lernvermögen

Konzentration und Lernen

Unter Konzentration versteht man die Fähigkeit, seine gesamte Aufmerksamkeit auf eine Sache auszurichten und sich nicht ablenken zu lassen. Früher bezeichnete man Kinder, die nicht still sitzen konnten und sich lange auf ein Thema konzentrieren können als „Zappelphilipp“. Meistens kommt das Phänomen bei schulischen Aufgaben wie Hausaufgaben vor. Aber ist mangelnde Konzentration wirklich ein Problem, oder machen es Kinder intuitiv sogar ganz richtig? Um das herauszufinden, sollte man zunächst wissen, was beim Lernen im Gehirn passiert, wie lange man sich wirklich konzentrieren kann und wieso Bewegung gut ist.

So funktioniert das Gehirn /
So werden Informationen abgespeichert


Informationen werden zuerst im Kurzzeitgedächtnis abgespeichert und in der Regel nach 20 Minuten bereits wieder vergessen. Informationen gelangen als elektrische Impulse zuerst ins Ultrakurzzeitgedächtnis und werden gegebenenfalls mit Verknüpfungen abgeglichen - nach 20 Sekunden ist deren Speicherung jedoch schon vorüber. Länger überdauern Information im Kurzzeitgedächtnis: sie werden mit Hilfe von Proteinketten abgespeichert, die immerhin eine Speicherung von 20 Minuten erlauben. Werden die flüchtigen Proteinketten allerdings in die Nervenzellen eingebunden, werden sie zu dauerhaften Informationen. Für einen tieferen Einblick inkl. Lerntipps und wie man Sachen auch mehr als eine Stunde im Gedächtnis behält können Sie hier weiterlesen: http://www-de.scoyo.com/eltern/lernen/lerntipps-lernmotivation/konzentration-bei-kindern-foerdern

Das menschliche Gehirn ist ausgesprochen leistungsstark und besitzt eine enorme Plastizität, indem es imstande ist, Synapsen in der doppelten Anzahl wie benötigt auszubilden.
Eltern sollten wissen, dass das Gedächtnis erst ab einem Alter von 3 Jahren zur Verfügung steht, an seine ersten Lebensjahre hat man in der Regel keine Erinnerung. Neugeborene reagieren nur instinktbasiert und erleben die Umwelt in einer Mischung aus Wahrnehmung und unmittelbarer Reaktion darauf.

Erst ab einem Alter von 6 Jahren ist ein Kind in der Lage, seine Umwelt komplexer wahrzunehmen und sich fern von unmittelbarer Bedürfnisbefriedigung auf eine Sache zu konzentrieren. Es ist völlig normal, wenn ein Kind in ein Spiel vertieft die Umweltreize herum nicht mehr wahrnimmt. Neben dem Gedächtnis bildet sich auch die Sprache und räumliches Denken erst später aus.

Man kann das Gehirn als eine äußerst effiziente Maschine auffassen: unwichtige Synapsen verkümmern, während neue Synapsen unablässig geschaffen werden und nützliche erhalten bleiben. Will man diese Funktionsweise des Gehirns effektiv nutzen, sollte man beim Lernen das Wiederholungsprinzip beherzigen. Vereinfacht gesagt, bedeut dies, dass nur im Gedächtnis bleibt, was benutzt wird. Das geschieht umso besser, desto öfter man es sich "ins Gedächtnis ruft" - also anwendet.

So lange kann sich ein Kind konzentrieren


Die Konzentrationsfähigkeit von Kindern hängt stark vom Alter ab. Ein Kind im Alter zwischen 5 und 16 Jahren kann sich im Durchschnitt zwischen 15 und 30 Minuten am Stück stark konzentrieren. Schulstunden sind also für Kinder zum Lernen ziemlich ungeeignet und entsprechen eher der Konzentrationsfähigkeit des Lehrers als der des Schülers.

Wie also lernt ihr Kind richtig?


5 Punkte sorgen für die bestmögliche Konzentration und damit für erfolgreiches Lernen beim Kind: Pausen, Bewegung, frische Luft, reizarme Umgebung und eine ausgewogene Ernährung.

Damit das Gehirn arbeiten kann und leistungsfähig bleibt, sind gezielte Pausen nötig. Kurz aufstehen, ans offene Fenster stellen und tief frische Luft einatmen kann schon ausreichend sein. Durch die erhöhte Sauerstoffzufuhr wird nicht nur der Stoffwechsel angekurbelt, sondern auch das Gehirn wieder aktiviert.

Um Tiefs zu vermeiden, braucht der Körper aber auch Zucker. Jedoch nicht in Form von Süßigkeiten oder süßen Getränken. Industriezucker kann schlecht verarbeitet werden und bringt den Blutzuckerspiegel nur kurz in die Höhe, um ihn danach umso tiefer abfallen zu lassen. Besser sind hier Snacks in Form von Obst, wie Bananen oder Äpfel. Der Fruchtzucker bzw. die enthaltenen Kohlehydrate halten fit und lassen die Konzentration nicht absinken. Wertvolle Energie liefern aber auch Nüsse. Im bekannten "Studentenfutter" sind sogar Nüsse und Früchte (in Trockenform) kombiniert und somit energiespendend und praktisch zugleich.

Damit die Konzentration jedoch auch auf die geforderte Tätigkeit wie zum Beispiel Hausaufgaben, gerichtet bleibt, sollte der Arbeitsplatz aufgeräumt sein. Man sollte für eine reizarme Umgebung sorgen, damit das Kind ungestört ist. Spielzeug auf dem Schreibtisch sorgt zu leicht für Ablenkung, vor allem wenn beim Lernen oder bei den Hausaufgaben ein ungeliebtes Thema dran ist. Auch Geräusche wie ein laufender Fernseher oder spielende Geschwister können stark ablenkend sein. Eltern sollten vor allem bedenken, dass man als Erwachsener Nebengeräusche und Ablenkungen viel besser ausblenden kann, als dies Kinder tun können. Sollte sich ein Kind nicht wie gewünscht konzentrieren, so muss das also nicht an seinem Unwillen liegen. Bevor man die Ursache beim Kind sucht, sollten selbstverständlich erst einmal alle Fehler- und Störquellen sowohl in der Umgebung als auch beim Lernprozess selbst ausgeschlossen sein.
(scoyo GmbH, 19.12.2014 - AKR)
 
Printer IconShare Icon