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Montag, 23.01.2017
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Energieverbrauch von Privataushalten - Tipps zur Reduzierung

Manuela Brautenstein

Die Haushaltskasse wird durch kontinuierlich steigende Stromkosten stark belastet. Sparmaßnahmen um den Stromverbrauch gezielt zu senken, sind gefragter denn je. Das Einsparpotenzial ist teilweise markant und schont neben dem Budget auch die Umwelt.
Energiemessgerät

Energiemessgerät

Die zunehmenden Energiekosten beschäftigt eine zunehmende Anzahl Verbraucher. Jedes Jahr steigen die Preise für Strom. Neben dem regelmäßigen Wechsel des Stromanbieters ist es das Überdenken es individuellen Nutzungsverhaltens, das maßgeblich dazu beitragen kann, die Stromrechnungen einzudämmen. Noch immer machen viele Haushalte weitreichende Fehler im Umgang mit Energie. Nachdem Stromfresser und Fehler beim Stromeinsatz ermittelt sind, können Sparmaßnahmen direkt in die Tat umgesetzt werden.

Der durchschnittliche Stromverbrauch


Der folgenden Tabelle kann der durchschnittliche Stromverbrauch deutscher Haushalte entnommen werden. Es handelt sich um Durchschnittswerte für Haushalte in Einfamilienhäusern. Eine elektrische Warmwasserbereitung wurde dabei nicht einbezogen.

Stromverbrauch pro Haushalt mit
1 Person: 2.600 kWh
2 Personen: 3.200 kWh
3 Personen: 4.000 kWh
4 Personen: 4.400 kWh
5 Personen: 5.300 kWh

Stromverbrauch privater Haushalte

Stromverbrauch privater Haushalte

Die Angaben in der Liste entsprechen allerdings nicht der Idealvorstellung. Der Optimalwert liegt deutlicher geringer. Das Umweltbundesamt hat berechnet, dass Haushalte pro Jahr bis zu 1.000 Kilowattstunden einsparen können. Um herauszufinden, wo sich die größten Stromfresser befinden und in welchen Bereichen des Haushalts das Sparpotenzial besonders groß ist, dienen die Anwendungsarten von Strom als Orientierung. In einer Studie des Forschungsinstitutes EEFA, das auf Energie- und Umweltthemen spezialisiert ist, wurde die Entwicklung der Anwendungsarten beim Stromverbrauch privater Haushalte von 1996 und 2011 gegenübergestellt. In der Grafik wird deutlich, dass die Bereiche TV, Audio, Büro sowie Klima-, Wellness-, Garten- und weitere Elektrogeräte deutlich zugenommen haben. Insbesondere die Unterhaltungs- und Kommunikationstechnik spielt eine immer größere Rolle beim Stromverbrauch.

Stromverbrauch von Haushaltsgeräten messen


Haushalte, die den Stromverbrauch von Elektrogeräten und Haushaltsgeräten konkret messen möchten, um den tatsächlichen Verbrauch festzustellen, können dazu ein Energiekostenmessgerät einsetzen. Mit dieser Methode lassen sich Stromfresser zweifelsfrei ermitteln und mögliche Schäden an Geräten feststellen. Denn nicht selten bleiben unnötige Energiefresser unentdeckt wie beispielsweise defekte Gummidichtungen am Kühlschrank. Solche Schäden verursachen einen um ein Vielfaches höheren Verbrauch.

Mit den entsprechenden Messgeräten lässt sich der Stromverbrauch vor und nach Sparmaßnahmen messen, um die direkten Auswirkungen zu analysieren. Sollte sich der Verbrauch auch nach einem optimierten Verhalten nicht reduzieren, kann sich die Investition in ein sparsameres Neugerät lohnen. Weitere Informationen zu Energiekostenmessgeräten wurden auf dem Informationsportal stromverbrauchinfo.de zusammengefasst. Die folgende Übersicht, die ebenfalls auf dem Verbraucherportal zur Verfügung gestellt wird, verdeutlicht die mögliche Kostenersparnis einiger Haushaltsgeräte und Bereiche.

Mögliche Kostenersparnis einiger Haushaltsgeräte

Mögliche Kostenersparnis einiger Haushaltsgeräte

Der Stromverbrauch einzelner Gerätschaften kann alternativ mit allgemeinen Berechnungen ermitteln. Als Beispiel dient der Staubsauger, dessen Stromverbrauch lässt sich beim Verbraucherportal staubsauger.net berechnen. Dort heißt es: „Ein Staubsauger mit einer Watt-Leistung von 1.600 Watt, der 15 Minuten im Einsatz ist, verbraucht 0,4 Kilowattstunden (kWh). Dieser Wert lässt sich folgendermaßen berechnen: 1.600 Watt entsprechen 1,6 kW (Umrechnungsfaktor von Watt zu Kilowatt / kW ist 1000). Nun werden die 1,6 kW mit 0,25 h (15 Minuten entsprechen einer viertel Stunde = 0,25 h) multipliziert. So kommt man auf einen Stromverbrauch von 0,4 kWH bei 15 Minuten Staubsaugen.“ Derartige Berechnungen lassen sich für alle Geräte aufstellen.

Wesentliche Sparmaßnahmen


Da insbesondere Unterhaltungs- und Kommunikationstechnik an Bedeutung zunehmen, lohnt es sich den Stromverbrauch in diesem Bereich zu analysieren. PCs, Drucker, Tablets, TV, Spielekonsolen und Co. befinden sich im heimischen Wohnzimmer nicht selten im Stand-by-Modus. Dieser kostet pro Jahr mehr Geld, als viele Verbraucher annehmen. Mit Master-Slave-Steckdosenleisten lässt sich der Verbrauch konsequent senken. Diese besonderen Steckdosenleisten stellen sicher, dass sämtliche Geräte nur Strom ziehen, solange sie benötigt werden. Dabei wird ein Master-Gerät festgelegt. Im Büro wäre das der Computer, im Wohnzimmer der Fernseher. Sobald das Master-Gerät ausgeschaltet wird, werden auch alle damit verbundenen Gerätschaften, die sogenannten Slave-Geräte, in den Aus-Zustand befördert. Wird das Master-Gerät wieder in Betrieb genommen, werden sämtliche Slave-Modelle ebenfalls aktiviert. Die Anwendung wird damit gleichzeitig komfortabler.

Wäschetrockner, Bügeln und Kochen


Allgemeine Haushaltsarbeiten wie Wäsche trocknen, Bügeln und Kochen erfordern große Mengen Strom. In jedem Bereich kann Strom gespart werden. Beim Einsatz von Wäschetrocknern sollte die Wäsche zuvor in der Waschmaschine gründlich geschleudert werden. Umso weniger Feuchtigkeit in der Wäsche enthalten ist, desto weniger Strom wird beim Trocknen im Trockner benötigt. Wäschetrockner sollten immer voll beladen sein. Wenn möglich, ist auf Wäschetrockner zu verzichten. Beim Bügeln wird der Stromverbrauch gesenkt, in dem Wäsche zuvor nach notwendiger Bügelstufe sortiert wird. Da die Temperatur anschließend nicht ständig reguliert werden muss, verbraucht das Bügeleisen weniger Energie. Beim Kochen stellt die Erhitzung von Wasser einen hohen Kostenfaktor dar. Die Investition in einen Wasserkocher ist überaus vorteilhaft. Im Vergleich zum Erhitzen im Topf liegt der Stromverbrauch deutlich geringer. Ein Schnellkochtopf ist empfehlenswert, sobald in einem Haushalt häufig Lebensmittel mit längerer Gardauer zubereitet werden.

Weitere Spartipps im Überblick:


Kühlschrank: Das Gerät sollte nur so groß sein, wie nötig, ungenutzter Platz kostet unnötig Strom. Alte Gummidichtungen schnellstmöglich austauschen. Speisereste sollten vollständig auskühlen, bevor sie in den Kühlschrank gelangen. Ansonsten erhöht sich die Temperatur im Inneren, was zusätzlich Energie kostet. Die Temperatur sollte nicht unter 7°C liegen. Jedes Grad weniger kostet Geld. Steht ein Gefrierschrank zur Verfügung, ist beim Kühlschrank auf ein Kühlfach zu verzichten. Modelle ohne Gefrierfach verbrauchen über ein Drittel weniger Strom.
Backofen: Tür nur öffnen wenn unbedingt nötig. Die Restwärme nutzen und den Ofen früher abschalten. Die Umluft-Funktion ist in der Regel sparsamer und schneller. Auf das Vorheizen verzichten.

Im Zweifelsfall ist es aufgrund der energieeffizienten Alternativen sinnvoller Neugeräte anzuschaffen, als Altgeräte mit hohem Verbrauch dauerhaft zu nutzen. Denn die Differenz der dabei entstehenden Stromkosten ist zu hoch, als dass sich die Nutzung von Stromfressern lohnt.
(Manuela Brautenstein, 28.11.2014 - AKR)
 
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