• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Donnerstag, 21.09.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Experten sehen schwarz für Deutschlands Klimaziel

Katja Brunnen

Die Abschaltung von alten Kohlekraftwerken könnte die Lösung sein. Was sich auf die Umwelt positiv auswirken würde, dürfte preisbewussten Stromkunden nicht gefallen.
Kohlekraftwerk

Kohlekraftwerk

Laut Aussage von Experten wird Deutschland das Klimaschutzziel, bis 2020 40 Prozent weniger Treibhausgasemissionen zu verursachen, nach aktuellem Kenntnisstand nicht erreichen. Die gefährdeten Zielvorgaben könnten jedoch durch die Abschaltung zehn alter Kohlekraftwerke gerettet werden. An der Energiebörse hätte dies einen Preisanstieg für den Stromeinkauf von rund 1,70 bis 5,0 Euro pro Megawattstunde zur Folge. Diese Daten gehen auf die Berechnungen von zwei großen Energiekonzernen zurück. Die Strompreise würden sich für den Endkunden erhöhen. Die genauen Auswirkungen auf deutsche Haushalte hängen von mehreren Aspekten ab. Das mögliche Szenario wurde gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium dargestellt.

Stromkunden müssten sich bei Realisierung der diskutierten Stilllegung von rund zehn Kohlekraftwerken möglicherweise auf teurere Kilowattstunden einstellen. Ob dies allerdings realistisch ist, bleibt unklar. Obwohl die Erzeuger bei den zu erwartenden höheren Börsenstrompreisen mehr Einnahmen erzielen würden als in derzeitiger Situation, verliefen Verhandlungen zur freiwilligen Stilllegung von Kraftwerken erfolglos. Grund dafür sind die immensen Beträge, die sich mit dem Stromexport aus Kohlekraftwerken verdienen lassen. Die Energiekonzerne, welche die entsprechenden Berechnungen aufstellten, gaben zudem an, dass 7.000 Megawatt der derzeit sicheren Leistungen fehlen würden, sollte es zur schrittweisen Abschaltung der Atomkraftwerke bis 2020 kommen.

Uneinigkeit in der Politik


Lohnenswert wären angesichts dieser Tatsache Investitionen in CO2-ärmere Alternativen. SPD-Chef Sigmar Gabriel hält sich bislang zurück. Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie hält zwar an den Klimaschutzzielen fest, die bis 2020 erreicht werden sollen, CO2-Grenzwerte für klimaschädliche Anlagen oder anderweitige Maßnahmen will er jedoch nicht zwangsweise einsetzen. Wesentlich mehr Druck fordert der klimapolitische SPD-Fraktionssprecher Frank Schwabe. Er will eine gesetzliche Verankerung des Ziels um den Druck auf die Realisierung zu verstärken. Noch deutlicher äußerte sich Oliver Krischer, Grüne-Fraktionsvize: „das dreckigste Dutzend der ältesten und ineffizientesten Kohlekraftwerke muss aus dem Markt genommen werden". Auch Annalena Baerbock (B90/Grüne) kritisierte die unzureichenden Klimaschutzziele der deutschen Bundesregierung scharf, wie die folgende Rede zeigt.

{2l}
Gegen eine Abschaltung von Kohlekraftwerken und stattdessen für dessen Erhalt ist Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin von NRW. Gegenüber dem „Handelsblatt“ sagte die SPD-Politikerin, dass ihre Landesregierung dazu stehen würde, dass es Kohlekraftwerke auch in den nächsten Jahrzehnten geben soll. Weiter schilderte Kraft: „Wir können nicht gleichzeitig aus der Atomkraft und der Kohlekraft aussteigen.“

Windfarm

Windfarm

Verbraucher sind gefordert


Verbraucher sollten die komfortablen Möglichkeiten im Internet künftig vermehrt nutzen und unter www.strompreisvergleich.net oder ähnlichen Seiten einen kostenlosen Vergleich von Stromanbietern vornehmen, um von möglichst attraktiven Strompreisen zu profitieren. Denn die Zukunft dürfte weiterhin von steigenden Strompreisen geprägt sein. Endkunden sollten sich bewusst für CO2-ärmere Alternativen entscheiden, um künftige politische Entscheidungen zu lenken. Selbst wenn dies bedeutet, mit höheren Stromkosten vorliebnehmen zu müssen.Verbraucher sollten die komfortablen Möglichkeiten im Internet künftig vermehrt nutzen und unter www.strompreisvergleich.net oder ähnlichen Seiten einen kostenlosen Vergleich von Stromanbietern vornehmen, um von möglichst attraktiven Strompreisen zu profitieren. Denn die Zukunft dürfte weiterhin von steigenden Strompreisen geprägt sein. Endkunden sollten sich bewusst für CO2-ärmere Alternativen entscheiden, um künftige politische Entscheidungen zu lenken. Selbst wenn dies bedeutet, mit höheren Stromkosten vorliebnehmen zu müssen.

Grundsätzlich bleibt festzuhalten, dass es nicht die Lösung sein kann dauerhaft an klimabelastenden Anlagen festzuhalten, um das Preisniveau niedrig zu gestalten. Die unausweichliche Energiewende und die damit verbundenen Kosten müssen zwangsläufig vom Endverbraucher mitgetragen werden. Sollte der Umstieg auf umweltfreundlichere Alternativen mit weniger CO2-Emissionen aufgrund der Preisgestaltung scheitern, sind die bis 2020 angestrebten Klimaschutzziele stark gefährdet.
(Katja Brunnen, 21.11.2014 - AKR)
 
Printer IconShare Icon