• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Mittwoch, 25.01.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Neueste Technik bei Augenbehandlungen - Trends im Überblick

Markus Müller

Immer mehr Menschen in Deutschland, die auf Brille oder Kontaktlinsen angewiesen sind, entscheiden sich dafür, ihre Augen lasern zu lassen. Besonders die noch relativ junge LASIK-Methode hat in den letzten Jahren stark an Beliebtheit gewonnen. Nach einer Statistik des Verbands der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie g.e.V. ist die Zahl der Behandlungen zwischen 2006 und 2014 etwa auf das Doppelte angestiegen.
Das menschliche Auge

Das menschliche Auge

Dass die Aussicht darauf, ohne Hilfsmittel klar sehen zu können, für viele Menschen verlockend ist, ist nicht weiter verwunderlich. Doch welche Methoden stehen hierfür zur Verfügung und wie genau funktionieren diese? Schließlich gibt es inzwischen bereits eine Reihe von Weiterentwicklungen der LASIK-Methode. Damit sollen nicht zuletzt Risiken vermindert werden. Denn nicht in allen Fällen verläuft das Augenlasern ohne Komplikationen. Im Folgenden sollen deshalb die klassischen Methoden und die neuesten Techniken einander gegenüber gestellt werden.

LASIK – der heutige Standard bei einer Augenlaserbehandlung


Die LASIK-Methode entstand Anfang der 90er Jahre und ist mittlerweile Standard bei Augenbehandlungen. Sie kann bei einer Kurzsichtigkeit bis zu -10 Dioptrien, einer Weitsichtigkeit von bis zu +3 Dioptrien und einer Hornhautverkrümmung von bis zu 4 Dioptrien angewendet werden. Damit kommt LASIK nur für einen kleinen Teil derjenigen, die eine Sehfehlerkorrektur durch eine Operation wünschen, nicht infrage.

Die Methode läuft folgendermaßen ab:
1. Das Auge wird zunächst betäubt und dann durch einen Saugring fixiert.
2. Anschließend wird mit einem Präzisionsmesser in die Hornhaut eingeschnitten und das betreffende Scheibchen zur Seite geklappt.
3. Nun können die tieferliegenden Schichten der Hornhaut modelliert werden.
4. Danach wird das Hornhautscheibchen wieder an seinen Platz zurückgelegt. Es dient als Schutz der sich darunter befindlichen Wunde.

Dieses Verfahren ist äußerst schnell. Mit mehr als 10 Minuten müssen Patienten im Regelfall nicht rechnen. Auch sehen sie mit dem durch den Saugring fixierten Auge nichts, sodass sie der Operation nicht selbst zusehen müssen. Schmerzen sind ebenfalls nicht zu befürchten. Dazu kommt in vielen Fällen ein sehr gutes Operationsergebnis – allerdings nicht in allen. Einige Experten weisen laut spiegel.de darauf hin, dass ein nicht zu vernachlässigender Teil der Operierten unter Komplikationen leidet. Diese können durchaus auch schwerwiegend sein. So kommt es mitunter zu trockenen Augen und Einschränkungen der Nachtsicht, aber auch zu noch deutlich schlimmeren Folgen wie Infektionen. Langfristige Risiken von Augenoperationen durch Laser lassen sich heute nur schwer vorhersagen.

Damit Problemen vorgebeugt wird, sollten Patienten sich möglichst erfahrene Operateure aussuchen. Denn oft rühren Komplikationen daher, dass die Augenlaserbehandlung nicht einwandfrei durchgeführt wurde. Spezialisten wie Smileeyes können laut eigenen Angaben beispielsweise bereits auf 55.000 Eingriffe dieser Art zurückblicken und dementsprechend die Risiken besser einschätzen als Anfänger in diesem Bereich. Auch gilt es in jedem Fall, vorher festzustellen, ob die betreffende Person überhaupt für die Operation geeignet ist. Besitzt jemand zum Beispiel eine recht dünne Hornhaut, sollte er von einer Augenlaserbehandlung mit der LASIK-Methode Abstand nehmen. In diesem Fall bieten sich andere neuere Operationsmethoden an. Ob diese geeignet sind, ist im Einzelfall festzustellen.

Augenlaser - das Ende der Brille?

Augenlaser - das Ende der Brille?

Femto-LASIK als Fortschritt – schonendes Verfahren für die Augen


Femto-LASIK ist eine Weiterentwicklung der LASIK-Methode. Größtenteils läuft sie genauso ab wie die traditionelle Variante. In einem Punkt unterscheidet sie sich allerdings davon. Denn statt des Präzisionsmessers (des Mikrokeratoms) kommt bei der Femto-LASIK der Femto-Sekundenlaser zum Einsatz. Dieser ist computergesteuert und arbeitet berührungsfrei. Das allein sorgt für eine komfortablere Behandlung.
Weitere spezielle Vorteile dieser Methode:

- Infektionen kommen bei der Arbeit mit dem Laser praktisch nicht vor, da es nicht zu einer direkten Berührung mit dem Auge kommt.

- Auch die Gefahr einer äußerst schmerzhaften Epitheleinwachsung ist bei der Femto-LASIK kaum noch vorhanden. Dasselbe gilt für Komplikationen durch das Schneiden.

- Mit dem Laser lässt sich präziser schneiden als mit einem Mikrokeratom.

Aus diesen Gründen werden der Femto-LASIK bessere Ergebnisse zugestanden als der traditionellen Methode. Auch gelten die Risiken als deutlich geringer.

Neueste Verfahren bei Augenlaserbehandlungen im Überblick


Das traditionelle Verfahren beim Augenlasern, PRK, wird heute kaum noch angewandt. Die ist vor allem deshalb der Fall, weil der Heilungsverlauf hier deutlich langsamer und unangenehmer für Patienten ist. Allerdings gibt es neben LASIK und Femto-LASIK noch andere Methoden, um die Sehkraft operativ zu verbessern. Einige davon bieten sich vor allem für Personen mit speziellen Voraussetzungen an:

LASEK: Dieses Verfahren ist noch relativ neu. Auch hier wird, wie beim LASIK-Verfahren ein Scheibchen von der Hornhaut abgehoben. Allerdings ist dieses dünner und es handelt sich dabei nur um das Epithel, die äußerste Hornhautschicht. Dieses Verfahren kann auch bei dünnerer Hornhaut angewandt werden. Allerdings muss im Anschluss an die Operation einige Tage lang eine Kontaktlinse getragen werden, die als eine Art Verband fungiert.

Epi-LASIK: Auch diese Methode eignet sich für Personen mit einer dünneren Hornhaut. Hier kommt ein stumpfes Mikrokeratom zur Anwendung, das computergesteuert ist und das Epithel aufklappt.

ReLEX Smile: Diese Weiterentwicklung der Femto-LASIK gilt als besonders schonend. Auch hier entfällt der Schnitt in die Hornhaut. Stattdessen wird die Fehlsichtigkeit durch einen winzigen Zugang in der Hornhaut korrigiert. Insgesamt wird diesem Verfahren mehr Sicherheit zugestanden als dem traditionellen LASIK-Verfahren. Das Risiko von Komplikationen soll damit auch gegenüber dem Femto-Verfahren noch einmal deutlich sinken, da die Hornhaut bei dem minimalinvasiven Verfahren weniger stark belastet wird.

Daneben gibt es diverse Lasermethoden, die bei speziellen Beeinträchtigungen des Auges Abhilfe schaffen sollen. Welche Operationsmethode geeignet ist, hängt von den individuellen Voraussetzungen ab und kann für den Einzelfall nicht allgemein beantwortet werden.

Fazit


Ein Eingriff des Augenlasers wird von vielen Personen mit einer Beeinträchtigung der Sehkraft hoffnungsvoll gesehen. Das wiederum sorgt dafür, dass sich operative Eingriffe am Auge gerade in den letzten Jahren einem großen Geschäft entwickelt haben – eines, dessen Risiken nicht unterschätzt werden sollten. Denn nicht immer verläuft das Augenlasern ohne Komplikationen, in manchen Fällen können diese sogar schwerwiegend sein. Neue Operationsmethoden sollen das Risiko solcher Komplikationen senken. Erste Ergebnisse sind vielversprechend, vergessen werden sollte aber nie: Studien zu langfristigen Gefahren von Augenoperationen per Laser gibt es noch nicht. Wer sich für eine Augenlaserbehandlung entscheidet, muss also in jedem Fall ein gewisses Risiko tragen.
(Markus Müller, 31.10.2014 - NPO)
 
Printer IconShare Icon