• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Dienstag, 17.01.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Weihnachtliches Lotto-Glück

Markus Müller

Wenn die Spanier dieses Jahr an Weihnachten denken, kommt vielen von ihnen sicherlich der Gedanke an die berühmte spanische Weihnachtslotterie „El Gordo“ in den Sinn. Denn diese spezielle, alljährliche Lotto-Ziehung feiert ihr 200-jähriges Bestehen.
Weihnachtslotto

Weihnachtslotto

Keine andere Lotterie-Ziehung ist über die Grenzen Spaniens hinaus so bekannt und beliebt wie die spanische Weihnachtslotterie. Denn sie hat im vergangenen Jahr die unfassbare Rekordsumme von insgesamt 2,5 Milliarden Euro ausgeschüttet. Wer dieses Jahr auch sein Glück probieren möchte, kann dies entweder online tun oder sich Lose in den zahlreichen Verkaufsstellen in Spanien kaufen. Diese sind bereits seit Ende Juli erhältlich.

Mega-Gewinne zur Weihnachtszeit


Die Zahlen der letzten Weihnachtslotterie sprechen für sich: Der Hauptgewinn, in Spanien „El Gordo“ genannt, betrug 4 Millionen Euro und wurde insgesamt 160 Mal ausgezahlt. Neben kleinen Gewinnen wurde ein Teil der Ausschüttungssumme als Provision der Verkaufsstellen verwendet und der Rest ging an die Staatskasse. In Spanien erzielt die Ziehung des „El Gordo“ einen unglaublichen Hype. Fast jeder zweite Spanier schaut sich das Lottospektakel live am 22. Dezember an. Die Zeremonie findet traditionell im Madrider Opernhaus statt und geht über mehrere Stunden. Nicht nur aufgrund der hohen Gewinnsummen ist die spanische Weihnachtslotterie so populär und beliebt, sondern auch wegen ihrer langjährigen Tradition. Innerhalb der Lotterie-Geschichte ist die Weihnachtslotterie weltweit die älteste und größte Lotto-Ziehung.

Der Staat verdient mit!


Bereits im letzten Jahr haben versierte Lotto-Spieler in Spanien festgestellt, dass der El Gordo vergleichsweise etwas schmaler ausfällt als in den vergangenen Jahren. Das liegt nicht nur daran, dass pro Losnummer eine bestimmte Anzahl an Losen produziert wird und sich die Gewinne demnach aufteilen, sondern dass auch das Finanzamt kräftig von der Weihnachts-Ziehung profitiert. 2013 wurden beispielsweise pro Losnummer 160 Lose verkauft, so dass auch 160 Gewinner den El Gordo knackten. Ein beträchtlicher Teil der gesamten Ausschüttungssumme ging automatisch ans Finanzamt, wie es auch dieses Jahr am 22. Dezember der Fall sein wird. Auch die Lotterie-Gewinner müssen einen Teil ihrer Gewinnsumme an den Staat abtreten; genauer gesagt gehen bei einem Gewinn von über 2.500 Euro 20 Prozent an den Fiskus.

Der Ursprung der Weihnachtslotterie


Die Weihnachtsziehung mit dem Los-System geht auf das Jahr 1763 zurück. In diesem Jahr ließ der spanische König Karl III. Lose für karikative Zwecke verkaufen, um die Weihnachtszeit auch für sozial schwache Menschen etwas schöner zu gestalten. Die Lotterie-Form, die wir heute als spanische Weihnachtslotterie kennen, fand erstmalig 1812 in Südspanien statt und wurde jedes Jahr am 22. Dezember trotz Kriege und Krisen fortgesetzt. Die Weihnachtslotterie genießt in Spanien und auch in anderen europäischen Staaten einen äußerst hohen Stellenwert. Auch heute noch kaufen sich 75 Prozent aller Spanier ein Los und vertrauen auf ihr Glück.
(Markus Müller, 22.10.2014 - NPO)
 
Printer IconShare Icon