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Mittwoch, 24.05.2017
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Moderne Lüftungsanlagen – So funktionieren Ventilatoren und Lüftungen

creoven

In heutigen Wohnungen und Häusern dienen mittlerweile nicht mehr nur die Fenster als Lüftungseinrichtung. Viele Gebäude sind mit umfassenden Lüftungen ausgestattet, ob mit Ventilatoren oder installierten Lüftungssystemen, die für ein gutes Luft- und Raumklima sorgen sollen.
Wer nicht ausreichend lüftet, kann nachhaltige Schäden an der eigenen Wohnung verursachen, wie Schimmel und weitere Feuchtigkeitsschäden. Darüber hinaus können schlecht gelüftete Räume Allergien und andere gesundheitliche Folgen verursachen oder deren Zustand verschlechtern. Bauschaden Nummer eins in deutschen Wohngebäuden ist der Schimmel und bis zu 17 Prozent der Deutschen geben an, bereits einmal von Schimmel in der Wohnung oder im Haus betroffen gewesen zu sein.

Passivhäuser benötigen im Prinzip keine Heizung

Passivhäuser benötigen im Prinzip keine Heizung

Abhilfe schaffen moderne Lüftungsanlagen, die zusätzlich dazu in energieeffizienten Gebäuden eingerichtet sein können, um das allgemeine Klima zu verbessern. Zu den Anlagen sind folgende Arten zu zählen:

Abluftanlagen
Zuluftanlagen
Zu- und Abluftanlagen

Weitere Aspekte der Zuluftanlagen sind zum Beispiel mögliche Wärmerückgewinnung oder Heizregister, während eine Kombination beider Anlagen oft Einsparungen gegenüber konventionellen Lüftungen bewirken kann.

1. Zuluftanlagen gegenüber Abluftanlagen
Um zu ermitteln, welcher Raum mit welcher Lüftung zu versehen ist, nutzen viele Techniker die Luftmengenermittlung. Darunter ist neben dem Fassungsvermögen des Raumes die Luft-Wechsel-Rate notwendig. Zur genauen Berechnung von Badezimmern, Büroräumen bis zu Gaststätten geben Lüftungs- und Heizungstechnik-Experten von Creoven sinnvolle Tipps und Anleitungen. Wichtig ist es, den Raum gut zu erfassen und die Normen einzuhalten, sowie geschützte Ventilatoren zu überprüfen.

Zuluftanlagen dienen der kontrollierten Belüftung der Gebäude, die über Rohrleitungen Frischluft hineinbringen und die Abluft herausfiltern. Abluftanlagen ziehen nur die verbrauchte Luft aus den Räumen, während frische Luft an anderer Stelle hereinströmt. Diese Anlagen befinden sich meist in Küchen, Badezimmern und WCs, da nicht an jedem Ort eine fortlaufende Frischluftzufuhr notwendig ist. Reine Zuluft- oder Abluftanlagen sind jedoch meist sehr zweckgebunden und sorgen nicht für einen ständigen Luftaustausch.

2. Kombinierte Anlagen und Wärmerückgewinnung
Die meisten Lüftungsgeräte besitzen einen oder mehrere Ventilatoren, einen Wärmetauscher und eine Steuerungselektronik. Neubauten verfügen meist bereits über ventilatorengestützte Lüftungsanlagen, da sie durch ihre dichte Bauweise keinen Luftaustausch ermöglichen. Wärmedämmung und gedämmte Fenster sparen Energie und Geld, doch so können weder Feuchtigkeit noch Schadstoffe entweichen. Die Fensterlüftung erfolgt ohne zusätzlichen Geräte dabei meist unzureichend. Lüftungsanlagen unterscheiden sich in dezentrale und zentrale Einrichtungen.

Die dezentrale Anlage ist nur in den Orten vorgesehen, in denen sie auch notwendig ist, wie Badezimmer oder Küchen. Sie gehören meist zu den Abluftanlagen. Es gibt Modelle, die mit Zu- und Abluft funktionieren, in Kombination aus Ventilatoren und Klappen, die in Intervallen oder Phasen Zu- oder Abluft hinein- oder herauslassen. Darüber hinaus nutzen viele Passivhäuser dezentrale Lüftungsanlagen zur Wärmerückgewinnung. Dieses verwendet 70 bis 75 Prozent der Energie aus der Abluft für die Zuluft. Oft handelt es sich um einen Plattenwärmeübertrager, der die warme Abluft an die kältere Zuluft abgibt und diese so erwärmt. Bei Einsatz von Ventilatoren sind oftmals Regeneratoren vorhanden, die eine thermische Speichermasse bereits während der Abluftentnahme erwärmen und diese anschließend die kalte Zuluft erwärmt.

Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser

Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser

Die zentrale Ablüftungsanlage ist aufwendiger im Aufbau und nutzt einen großen zentralen Ventilator in Verbindung mit Abluftklappen in weiteren Zimmern. Eine mögliche Wärmepumpe zieht Energie aus der Abluft und führt diese der Heizung hinzu. Dies ist besonders bei Mehrfamilienhäusern möglich. Eine zentrale Lüftungsanlage kommt häufig in Nullenergiehäusern vor und setzt sehr gut isolierte Gebäude voraus. Die Ventilatoren steuern sich über Sensoren oder Zeitschalter, um Feuchtigkeit und CO2-Gehalt im Haus zu prüfen und abzulassen. Einige Häuser können mit Hilfe einer Wärmerückgewinnung bis zu 95 Prozent der Abluftwärme wiedergewinnen. Weitere Informationen gibt es auf dieser Seite.

3. Raumluftqualität
Die Raumluftqualität hängt von vielen Komponenten ab, die sich positiv und negativ auf die Gesundheit und Bestand der Inneneinrichtung und des Gebäudes auswirken können. Nach europäischen Normen dürfen keine Schadstoffe in gefährlicher Konzentration vorliegen und die Qualität muss spürbar angenehm sein. Darunter gibt es mehrere Normen, welche die Qualität kennzeichnen. ODA bezieht sich auf die Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von Schwefeldioxid SO2, Stickstoffdioxid NO2, Ozon und Feinstaub PM10 für Außenluft.

ODA 1: alle Grenzwerte sind unterschritten (saubere Luft)
ODA 2: ein oder mehrere Grenzwerte um < 50% über WHO
ODA 3: ein oder mehrere Grenzwerte um > 50% über WHO

Diese Werte helfen, den Gebäudestandort besser zu einzuordnen. Die Raumluftqualität ist in vier Kategorien eingeteilt:

RAL 1: spezielle Raumluftqualität
RAL 2: hohe Raumluftqualität
RAL 3: mittlere Raumluftqualität
RAL 4: niedrige Raumluftqualität

Untersucht sind die Kohlendioxid-Konzentration, die empfundene Luftqualität, Luftvolumenströme und eventuelle Verunreinigungen. RAL 1 bezieht sich zum Beispiel auf Labore oder Produktionsräume, die andere Bedingungen besitzen als RAL 3, was normalerweise für Wohn- oder Bürogebäude gilt. Dort liegt der CO2 Pegel zwischen 950 und 1350 ppm, während bei RAL 2 dieser Pegel unter 950 ppm liegen sollte. Ppm bezeichnet den CO2 Anteil in parts per million.

Die Außenluftqualität ist ein wichtiger Faktor für die Luftqualität in Gebäuden

Die Außenluftqualität ist ein wichtiger Faktor für die Luftqualität in Gebäuden

Um die Raumluftqualität zu verbessern ist es zum Beispiel angebracht, nicht in der Wohnung zu rauchen und keine giftigen Reinigungsmittel im Haus zu verwenden. Aktivitäten wie Löten, Streichen oder Abbeizen sollten immer an der frischen Luft durchgeführt sein. Darüber hinaus sind emissionsarme Produkte im gesamten Haushalt sinnvoll.

4. Richtig Lüften
Intelligente Lüftungsanlagen sorgen dafür, dass die Luftzufuhr und die Qualität regelmäßig überprüft sind. Wichtig ist es zum Beispiel Feinstaubfilter der Klasse sieben zu verwenden, da Partikel mit einer Größe von einem Mikrometer herausgefiltert sind und so Sporen, Pollen und Ruß nicht hineinströmen können. Die Zuluft sollte nicht in der Nähe von störenden Gerüchen erfolgen und die Abluft möglichst nicht neben Schlafzimmern liegen, da eine erhöhte Lärmbelästigung durch das Gerät vorhanden sein kann. Experten empfehlen die Geräte einmal im Frühling und im Herbst zu reinigen und die Filter auszutauschen. Da ein ständiger Wechsel zwischen Außen- und Innenluft besteht, können sich ansonsten Feuchtigkeit und Bakterien ansiedeln. Bei einer guten Wartung ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass es zu anhaltenden Schäden kommen kann. Wer über keine Lüftungsanlage verfügt, sollte das regelmäßige Lüften in seiner Wohnung zu einer Selbstverständlichkeit machen.
Eine Faustregel besagt, dass sich die Lüftungszeit mit fallender Außentemperatur verringert. Empfehlung:
Winter: 5-6 Minuten
Frühling und Herbst: 10-20 Minuten
Sommer: 20-30 Minuten

Je kälter ein Raum ist, desto länger sollte der Frischluftaustausch erfolgen. Selbst wenn es regnet, ist die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung meist höher als im Außenbereich. Fünf Minuten zu lüften, schadet den Räumlichkeiten nicht, es sei denn, Wasser dringt von außen herein. Weitere Tipps zum richtigen Lüften gibt es auf auf PORTALgesund.

5. Fazit
Der Trend geht zu Neubauten, die ein sinnvolles Be- und Entlüftungskonzept vorweisen können. Selbst wer nicht über diese Anlagen verfügt, kann mit Hilfe von Ventilatoren bereits viel zu der Verbesserung der Raumluftqualität beitragen. Im Sommer sorgen diese für die Verteilung der Luft und tragen durch den Luftzug zur gefühlten Kühlung bei. Im Winter ist die Verteilung bei der Erwärmung des Raumes hilfreich, da die Zirkulation den Ort gleichmäßig erwärmt.
Eine gute gefühlte Raumluftqualität kann neben den gesundheitlichen Vorteilen zum größeren Wohlbefinden der Bewohner führen.
(creoven, 24.09.2014 - AKR)
 
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