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Mittwoch, 29.03.2017
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Elektrifizierter Lieferverkehr und digitale Laufzettel

Friedrich-Schiller-Universität Jena

Ob Supermarkt, Apotheke oder Bäckerei – Geschäfte und Unternehmen in Innenstadtlage benötigen regelmäßig Warenlieferungen. Doch der rege Lieferverkehr belastet die Stadtzentren mit Lärm und Abgasen. In Zukunft könnten Elektroautos immer mehr zur sauberen und leiseren Alternative zu Benzin und Diesel werden. „Die Fahrt mit einem E-Mobil muss jedoch gut geplant sein“, sagt Dr. Volkmar Schau von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. „Denn die Reichweite der Elektroautos ist derzeit noch relativ gering und die Infrastruktur zum Aufladen der Akkus noch unzureichend“, weiß der Informatiker.
Schau und seine Kollegen vom Lehrstuhl für Softwaretechnik entwickeln daher gemeinsam mit Industriepartnern eine Erweiterung für Logistiksysteme, das Spediteure und Kurierfahrer beim innerstädtischen Einsatz von Elektroautos unterstützen soll. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderte Projekt „SmartCityLogistik“ präsentieren die Forscher der Uni Jena vom 10.-14. März auf der CeBIT in Hannover. Die Wissenschaftler sind auf dem Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft“ der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (Halle 9, Stand B18) zu finden.

E-Mobilverkehr für Speditionen


Spediteure müssen die Verkehrssituation auf der geplanten Route genau im Blick haben, damit die Waren pünktlich ankommen. Ist der Fahrer mit einem Elektroauto unterwegs, spielen eine Reihe von zusätzlichen Faktoren eine Rolle: „Fahrstil und -strecke, Wetterlage und die Art der Fracht beeinflussen die maximale Reichweite eines E-Mobils“, erklärt Volkmar Schau. „Es kann beispielsweise passieren, dass ein Fahrer eine Tour im Sommer problemlos schafft, im Winter jedoch nicht“, so der Wissenschaftler. Denn die Leistung des Akkus verringert sich bei kalten Temperaturen um bis zu 30 Prozent.

Das Logistiksystem der Jenaer Wissenschaftler soll den Fahrer und den Spediteur während des Transports mit aktuellen Informationen zu Wetter, Verkehr und Fahrzeugzustand versorgen. Gleichzeitig teilt das System mit, ob die Tour noch zu schaffen ist, ob der Fahrer seinen Fahrstil anpassen oder besser eine Ladestation aufsuchen sollte und der Spediteur komplett umplanen muss. „Eine solche intelligente Tourenplanung und Fahrerassistenz ist nur möglich, wenn alle Komponenten perfekt zusammenspielen, also die externen Datenquellen, die Software und die mobilen Endgeräte, auf die die Informationen übertragen werden“, erläutert Schau.

In dem Projekt „SmartCityLogistik“ erforschen die Informatiker den Einsatz von E-Mobilen am Beispiel der Stadt Erfurt und anhand verschiedener Szenarien, wie der Auslieferung von Medikamenten. Ein ähnliches Konzept verfolgt das vom BMWi geförderte Projekt „eTelematik“, das die Jenaer Forscher ebenfalls auf der CeBIT präsentieren. Schwerpunkt sind hier elektromotorisch betriebene kommunale Nutzfahrzeuge, an die verschiedene Arbeitsgeräte angebaut werden können, etwa Kehrmaschine oder Schneeschieber.

Sichere Informationen für Retter


Das Team um Volkmar Schau hat für den Messeauftritt aber noch mehr im Gepäck: das Forschungsprojekt „OpenRMSS – Open Rescue Management Support System“ und die zugehörige Ausgründung „unired“. Im Mittelpunkt steht hierbei das „digitale Papier“ für den Einsatz im Regelbetrieb und bei Großunfällen. „Bisher verwenden Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei Laufzettel, auf denen Hinweise zu den Unfallopfern und ihren Verletzungen vermerkt sind und die per Hand weitergegeben werden“, sagt Schau. Nicht selten gehen wichtige Informationen verloren oder werden dem falschen Patienten zugeordnet.

Die Zettelwirtschaft ersetzen die Jenaer Forscher durch alle am Einsatzort mobil verfügbaren Geräte wie Laptops, Tablets oder Smartphones, um die nötigen Informationen behördenübergreifend ohne Zeitverlust weiterzugeben und den Funkverkehr zu entlasten. „Damit verbessert sich die Informationslage für die Einsatzkräfte vor Ort, der Einsatzleitzentrale und in den Krankenhäusern. Es bleibt mehr Zeit für das Wichtigste – das Retten von Menschenleben“, sagt Schau.
(Friedrich-Schiller-Universität Jena, 05.03.2014 - AKR)
 
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