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Sonntag, 22.01.2017
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Ernährung von heute ist umweltfreundlicher als vor 20 Jahren

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Eine neue wissenschaftliche Untersuchung zeigt, dass das aktuelle Ernährungsverhalten der Deutschen nicht nur gesünder, sondern auch umweltfreundlicher als noch vor 20 Jahren ist. Dazu werteten Forscher der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg repräsentative Daten aus den nationalen Verzehrstudien aus und verglichen diese mit den offiziellen Ernährungsempfehlungen. Die heutige Ernährung mit - weniger Fleisch- und Wurstprodukten sowie einem gestiegenen Verzehr an Getreideprodukten, Gemüse und Obst - hat deutlich positive Auswirkungen auf die Umwelt. Allerdings werden diese Fortschritte durch ein stärkeres Wegwerfverhalten zum Teil wieder ausgebremst, so die Wissenschaftler.
Für die Studie werteten die Forscher beide nationale Verzehrsstudien aus, die in den Jahren 1985 bis 1989 und im Jahr 2006 durchgeführt wurden. In beiden Studien wurden jeweils rund 20.000 Menschen in Deutschland ausführlich zu ihrem Ernährungsverhalten befragt.

Beim Großteil der untersuchten Umwelteffekte zeigte sich im Jahr 2006 im Vergleich zum Ernährungsverhalten in den 1980er Jahren deutliche Umweltentlastungen. Gleichzeitig näherte sich das Ernährungsverhalten der Deutschen den offiziellen Ernährungsempfehlungen an. „Das ist unter gesundheitlichen Gesichtspunkten positiv zu bewerten“, sagt Studienleiter Dr. Toni Meier vom Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften. Mit einer vegetarischen Ernährung oder einer gänzlich pflanzenbasierten Kost ließe sich der negative Einfluss der Ernährung auf die Umwelt noch weiter reduzieren. „Allerdings muss jeder für sich selbst entscheiden, welche Kostform die geeignetste ist, da individuelle Faktoren berücksichtigt werden müssen“, betont Meier.

Neben einer prinzipiell positiven Entwicklung wurden in der Studie jedoch auch Problemfelder der derzeitigen Ernährung identifiziert. Neben einem deutlich gestiegenen Verbrauch an Wasser wird die Umwelt durch übermäßige Nahrungsmittelabfälle zusätzlich belastet. „Wasser als knappe Ressource stellt vor allem bei importiertem Obst, Nüssen und Gemüse aus sonnenreichen, aber auch trockenen Südländern ein Problem dar“, fasst der Leiter der Studie zusammen. Gerade diese Produkte hätten aber im Verbrauch stark zugenommen. Um diesem Dilemma aus dem Weg zu gehen, sollten Verbraucher stattdessen einheimischer Ware den Vorzug geben.

Beim Thema Abfälle wirkt sich ungünstig aus, dass heutzutage verschwenderischer mit Nahrungsmitteln umgegangen wird als Ende der 1980er Jahre. „Würden die Menschen heutzutage noch so sorgsam mit Nahrungsmitteln umgehen wie vor 20 Jahren, wäre der Umwelt deutlich geholfen“, so Meier.

Die Studie wurde in der Zeitschrift Environmental Science and Technology veröffentlicht. Download unter: www.nutrition-impacts.org
(Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 04.12.2013 - AKR)
 
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