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Dienstag, 19.09.2017
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Der „Puls“ der Gewässer – ein „Dow Jones-Index“ für die Umwelt

Forschungsverbund Berlin e.V.

Vom 8. bis 11. Oktober fand in Budapest der globale Wassergipfel „Budapest Water Summit“ statt. Ban Ki-moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen sowie der Präsident Ungarns, János Áder, eröffneten dieses einmalige Forum: Hochrangige Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Nichtregierungsorganisationen diskutierten drei Tage lang über die nachhaltige Nutzung der Ressource Wasser.
Im Fokus stand die Frage, wie man die aktuellen Entwicklungen im Wassersektor stärker in die Millennium Entwicklungsziele der Vereinten Nationen einfließen lassen kann. Basierend auf den Ergebnissen verschiedener UN-Programme und Initiativen sowie des World Water Forums präsentierten die Teilnehmer „SMARTe“- Lösungsvorschläge (SMART= Specific, Measureable, Attainable, Realistic and Timely) für ein nachhaltiges Wassermanagement.
Am Ende des Gipfels wurde eine Resolution verabschiedet, mit dem Anliegen, die Ziele zum Wassermanagement für die post 2015 Agenda zu formulieren.

Klement Tockner, Direktor des Berliner Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), war einer der Sprecher auf der international hochrangig besetzten Podiumsdiskussion zum Thema „Water Quality and Sustainable Development Goals“: „Wasser ist nicht nur eine grundlegende Ressource für uns Menschen – Gewässer zählen zu den wertvollsten Lebensräumen überhaupt. So muss in jede Strategiediskussion zum „Nexus“ Wasser-Energie-Nahrung die Ökologie einbezogen werden. Der Rückgang der biologischen Vielfalt ist die wohl größte Herausforderung, der wir uns stellen müssen. Ein Verlust ist unumkehrbar. Im Sinne des Vorsorgeprinzips darf die ökonomische Entwicklung nicht auf Kosten dieser Vielfalt erfolgen“, so Klement Tockner. Doch in welchem Zustand ist unsere belebte Umwelt?

Wir benötigen robuste Indikatoren – eine Art Dow Jones-Index für Ökosysteme, der die Veränderungen insgesamt erfasst und zugleich die zugrunde liegenden Ursachen erkennen lässt. „Dafür benötigt es wissenschaftliche Daten von hoher Qualität. Langzeitforschung und -monitoring sind unabdingbar, um den ‚Puls‘ der Ökosysteme zu messen. Sie sind das Frühwarnsystem und die Basis, um Prioritäten im Management unserer Umwelt zu setzen“, so Klement Tockner.

Die Wissenschaftsgemeinde entwickelt derzeit innovative Methoden des Monitorings, um ökologische Prozesse in Echtzeit zu untersuchen. So können mittels Fernerkundung Extremereignisse wie Hochwasser und Hitzewellen besser erforscht werden. Auch gilt es, neue Wege zu gehen, was Datenverarbeitung und -bereitstellung betrifft. „Diese Daten sind öffentliches Gut, welches der Gemeinschaft frei zur Verfügung stehen muss“, betont Klement Tockner die Verantwortung von Wissenschaftlern, die Grundlage für die Entwicklung von Managementkonzepten zu schaffen.

„Eine nachhaltige Welt ist eine, in der sauberes Wasser sicher verfügbar ist“, lautet der Titel, der auf dem Kongress verabschiedeten Resolution. Ein solches Treffen wie der „Budapest Water Summit“ stärkt die Zusammenarbeit der Akteure, diesem Ziel ein stückweit näher zu kommen.
(Forschungsverbund Berlin e.V., 17.10.2013 - AKR)
 
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