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Mittwoch, 18.10.2017
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Offshore-Windenergie: Bohren statt Rammen

Fachinformationszentrum Karlsruhe

Der Ausbau der Offshore-Windenergie in der deutschen Nord- und Ostsee soll natur- und umweltverträglich erfolgen. Um beim Bau der Anlagen geringere Lärmimmissionen als bisher zu verursachen, wurde ein neues Bohrverfahren für das Einbringen von Gründungspfählen entwickelt. Das neue BINE-Projektinfo „Offshore-Windenergieanlagen lärmarm verankern“ (11/2013) stellt die Bohranlage und ein Konzept für den späteren Bauablauf vor.
Die Bohrmaschine wurde aus einer an Land bewährten Schachtabsenkmaschine weiterentwickelt. Sie arbeitet im Inneren der großen Gründungspfähle (Tripods) unter Wasser und löst mittels eines schwenkbaren Fräskopfs Sand und Gestein. Diese werden vermischt mit Wasser an die Oberfläche gefördert. In das so immer tiefer werdende Loch kann der Pfahl der Windenergieanlage dann immer weiter einsinken, bis er die notwendige Tiefe erreicht hat.

Die Entwickler erwarten für künftige Baumaßnahmen auf hoher See Schallwerte, die deutlich unter dem geforderten Grenzwert liegen werden. Damit steht dann neben den lärmdämmenden Maßnahmen für das bisherige Rammverfahren (z. B. Blasenschleier), ein weiteres Verfahren zur Reduzierung des Baulärms bereit. Eine solche Begrenzung der Lärmimmissionen ist zum Schutz der in Nord- und Ostsee vorkommenden Schweinswale, die auf Echoortung angewiesen sind, notwendig.

Die Bohrmaschine wird von der Herrenknecht AG aus Schwanau entwickelt. Derzeit wird ein Prototyp gebaut und technisch optimiert.
(Fachinformationszentrum Karlsruhe, 27.09.2013 - KSA)
 
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