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Freitag, 20.10.2017
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Verfahren für ultradünne Kohlenstoff-Membranen erfunden

Universität Bielefeld

In der Zukunft sollen sie feinste Stoffe filtern können: Kohlenstoff-Nanomembranen. Diese Trennschichten sind ultradünn und bestehen nur aus einer Schicht Moleküle. Auf lange Sicht kommen sie in Frage, um Gase voneinander zu trennen und damit zum Beispiel Giftstoffe aus der Luft zu filtern. Derzeit beschäftigt sich die Grundlagenforschung noch mit der Herstellung der Nano-Membranen. Einem Forschungsteam um den Bielefelder Physiker Professor Dr. Armin Gölzhäuser ist es nun gelungen, ein neues Verfahren für die Herstellung der Membranen zu entwickeln. Der Vorteil: Mit ihm lässt sich eine Reihe unterschiedlicher Kohlenstoff-Nanomembranen erzeugen, die sehr viel dünner sind als es mit etablierten Verfahren möglich ist.
Vor mehr als zehn Jahren hatten Professor Gölzhäuser und sein damaliges Team die Grundlage für die jetzige Entwicklung geschaffen: Mit Biphenyl-Molekülen haben sie schon damals eine Kohlenstoff-Nanomembran hergestellt. In der neuen Studie wurde das Verfahren so verändert, dass auch andere Ausgangsstoffe als Biphenyl verwendet werden können. Voraussetzung ist, dass diese Moleküle ebenfalls mit mehreren so genannten Phenylringen ausgestattet sind.

Für ihre neue Methode verwenden die Forscherinnen und Forscher die Ausgangsstoffe in Pulverform. Sie geben das Pulver in reinen Alkohol, in dem eine sehr dünne Metallschicht liegt. Das Pulver löst sich zunächst auf. Nach kurzer Zeit ordnen sich die gelösten Moleküle auf der Metallschicht von selbst zu einer molekularen Schicht an, die durch eine nachfolgende Elektronenbestrahlung zur Nano-Membran wird. Anschließend sorgen die Forscher dafür, dass sich die Metallschicht zersetzt, so dass nur noch die Nano-Membran übrig bleibt. „Bisher haben wir kleine Proben hergestellt, die wenige Quadratzentimeter groß sind“, sagt Gölzhäuser. „Mit dem Verfahren lassen sich aber auch Nanomembranen machen, die Quadratmetergröße haben.“

Die neue Methode ist etwas Besonderes, weil die Wissenschaftler damit maßgeschneiderte Nano-Membranen erzeugen können. „Jeder Ausgangsstoff hat verschiedene Eigenschaften – von Dichte über Durchlässigkeit bis zur Elastizität. Durch unser Verfahren werden diese Merkmale auf die Nano-Membran übertragen.“ Auf diese Weise lassen sich Kohlenstoff-Nano-Membranen für zahlreiche unterschiedliche Bedarfe produzieren. „Das war vorher nicht möglich“, sagt Gölzhäuser.

Hinzu kommt: Aus den Nano-Membranen lässt sich problemlos das „Wundermaterial“ Graphen herstellen. Von Graphen erwarten sich Forscher weltweit technisch revolutionierende Eigenschaften, weil es extrem zugfest ist und Strom und Wärme sehr gut leitet. Die Umwandlung von Nano-Kohlenstoff-Membranen zu Graphen ist für die Bielefelder Wissenschaftler simpel: Die Membranen müssen dafür bei etwa 700 Grad Celsius im Vakuum erhitzt werden.

Für das Forschungsprojekt arbeitete das Team von Gölzhäuser mit Physikern der Universität Ulm, der Universität Frankfurt und des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung zusammen. Förderer der Studie waren das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche Forschungsgemeinschaft.
(ACS Nano, 2013; doi: 10.1021/nn402652f)
(Universität Bielefeld, 23.08.2013 - KSA)
 
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