• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Sonntag, 24.09.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Clickern in der Vorlesung

Julius-Maximilians-Universität Würzburg

So genannte „Clicker“ sind in der Lehre an der Universität Würzburg im Einsatz. Mit den Abstimmungsgeräten können Studierende auf Fragen der Dozenten direkt antworten – die Ergebnisse werden dann auf einer Leinwand angezeigt. Erstes Resümee: Die Mobilgeräte sind ein großer Erfolg.
Wie funktioniert eigentlich Lernen an der Universität? Fest steht: Zuhören und Mitschreiben reichen oft nicht aus. Eine neue Methode, um Studierende in Vorlesungen und Seminare aktiver einzubinden, sind sogenannte „Clicker“, die an der Universität Würzburg seit September 2012 eingesetzt werden.

Wolfgang Lenhard, der als Dozent am Lehrstuhl für Psychologie IV lehrt, verwendet die Clicker seit Ende des Wintersemesters 2012/13 in seinen Veranstaltungen. „Die Clicker wirken stark aktivierend“, erklärt er. Die Mobilgeräte erlebt Lenhard - er hat erst im April den „Preis für gute Lehre“ des bayerischen Wissenschaftsministeriums gewonnen - als große Bereicherung für seine Veranstaltungen. „Teilweise fiebern die Studierenden sogar auf die Abstimmungen hin“, erzählt er.

Lehre auf Augenhöhe


Das gängigste Einsatzgebiet dieser kleinen Handsender ist die sogenannte „peer instruction“, das heißt: die Beteiligung der Studierenden (peers) am Lehr- und Lehrprozess (instruction) in einer Veranstaltung. Nicht der passive Konsum der Lehrinhalte, sondern der Einbau und die Teilnahme an aktiven Phasen sind dabei ein entscheidender Faktor.

Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig, um das Verständnis der Studierenden für fachliche Zusammenhänge zu fördern: Dozenten nutzen die Clicker in Vorlesungen, Seminaren oder Übungen. Auch in Tutorien können sie für die studentische Lehre eingesetzt werden; so plant es beispielsweise die Fakultät für Biologie ab dem kommenden Wintersemester.

Insgesamt 2500 Clicker hat die Universität Würzburg im vergangenen Wintersemester angeschafft. Etwa 75 Prozent der Geräte sind derzeit schon verliehen. „Die Clicker werden sehr gut angenommen“, erzählt Annette Popp vom Servicezentrum für innovatives Lernen und Studieren (ZiLS) an der Universität Würzburg. Die Multimedia-Gruppe des Rechenzentrums stellt die Geräte in verschiedenen Setgrößen kostenlos zur Verfügung und unterstützt die Dozenten bei technischen Fragen.

Anonyme Umfragen


In größeren Gruppen ist die Anonymität der Umfragen von Vorteil. „Die Studierenden trauen sich eher, eine Antwort über den Clicker abzugeben, als per Handzeichen – vor allem, wenn es um sensible Themen geht“, so Popp.

Psychologie-Dozent Wolfgang Lenhard etwa fragt in seiner Vorlesung, wie viele Studierende schon einmal „leistungssteigernde Mittel“ vor einer Uni-Prüfung eingenommen hätten. „Eine Handzeichen-Abstimmung auf diese Frage hätte keinen Sinn gemacht“, erklärt Lenhard nach der Vorlesung. Mit den Clickern ist aber eine anonyme Antwort möglich: Zehn Prozent der Studierenden geben tatsächlich an, leistungssteigernde Mittel vor einer Prüfung benutzt zu haben.

Peer Instruction


Auch Dozenten anderer Fachrichtungen äußern sich positiv über die Abstimmungshilfen. Sven Höfling vom Lehrstuhl für Technische Physik zum Beispiel setzt Clicker-Fragen ein, um fachliche Diskussionen der Studierenden untereinander im Sinne der „peer instruction“ anzuregen. Zudem sollen in seinem Seminar „Fortgeschrittene Nanowissenschaften“ die Studierenden selbst eigene Clicker-Fragen in ihre Präsentationen und Vorträge einbauen.

„Die Studierenden beschäftigen sich bei der Vorbereitung der Clicker-Fragen viel gezielter mit den Schlüsselthemen“, erzählt Höfling. „Sie erlernen dabei, wie sie als Vortragende ihre Zuhörer aktivieren und mit Motivationsfragen das Interesse der Kommilitonen wecken können."

Bei den Studierenden beliebt


Die Studierenden wollen die Geräte ebenfalls nicht mehr missen. „Wenn die Clicker nicht mehr dabei wären, würde etwas fehlen in der Vorlesung“, sagt eine Studentin bei Wolfgang Lenhard.
Positiv bewerteten auch die Studierenden den Einsatz der Clicker in der Vorlesung „Sozialpsychologie der Schule und Familie“ von Peter Marx. Der Dozent setzt die Clicker beim Wiederholungsquiz am Anfang der wöchentlichen Vorlesung und für vertiefende Verständnisfragen ein.

Ein Teilnehmer seiner Vorlesung erklärt: „Das Quiz mit den Clickern war super! Das bindet einen gut ein, und das Diagramm hinterher zeigt einem nochmals deutlich die Ergebnisse.“
(Julius-Maximilians-Universität Würzburg, 19.06.2013 - KSA)
 
Printer IconShare Icon