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Dienstag, 23.05.2017
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Cloud Computing: Deutschlands Versorger sehen Potentiale für die Energiewende

BearingPoint GmbH

Frankfurt (ots) - Der zielgerichtete Einsatz von Cloud Computing könnte die deutsche Energiewirtschaft deutlich voranbringen. Allerdings hemmt insbesondere die Sorge um mangelnde Sicherheit gespeicherter Daten deutsche Energieversorger, das Potenzial der Technologie zu nutzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Management- und Technologieberatung BearingPoint in Zusammenarbeit mit dem Institut für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft der RWTH Aachen.
Im Rahmen der Studie wurden knapp 100 Entscheidungsträger der deutschen Energieunternehmen befragt - darunter E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall. Die Experten sind sich einig: Innovationen wie Smart Meter und Smart Grid sorgen für rasant wachsende Datenmengen und steigende Kommunikationsanforderungen. Diese könnten laut Mehrheit der Befragten (70 Prozent) durch den Einsatz von Cloud Computing kosteneffizient bewältigt werden. Das wiederum sieht ein Großteil der Befragten auch als Motor für verbesserte Prozesse und Serviceangebote. Trotzdem sind die Energieversorger zögerlich: 80 Prozent halten den Schutz kundenspezifischer und systemrelevanter Daten für nicht ausreichend.

Sicherheitslücken noch groß


"Das ist eine große Herausforderung bei der Realisierung von 'smarten' Netzen, denn im Netzbetrieb muss ein unberechtigter Zugriff auf systemrelevante Daten grundsätzlich ausgeschlossen sein. Diese Anforderung kann nach Einschätzung der Studienteilnehmer bei Cloud Computing-Technologien derzeit noch nicht mit der gebotenen Zuverlässigkeit erfüllt werden", sagt Dr. Andreas Olbrich, Partner bei BearingPoint. "Umso wichtiger ist es, dass Energieversorger, Politik und Cloud-Dienstleister sich jetzt mit der Sicherheitsproblematik bei der Datenverarbeitung auseinandersetzen und diese dringend lösen. Nur so kann das enorme Potenzial der Technologie für die Energiewirtschaft genutzt werden."

Cloud Computing zukunftsträchtig


Die Hälfte der Befragten sieht Cloud Computing als geeignete Technologie, die den Ausbau eines intelligenten Marktes vorantreibt (Smart Market). Laut Meinung der Experten kann zum Beispiel eine Cloud Computing basierte IT-Plattform dezentral und erneuerbar erzeugten Strom kosteneffizient auf regionalen Marktplätzen anbieten. Damit es soweit kommt, sehen jedoch 90 Prozent die Notwendigkeit, dass die hierfür erforderlichen Investitionen in die Infrastruktur regulatorisch refinanziert werden können. Nur 27 Prozent erachten hierfür ein grundlegend neues Marktmodell, wie zum Beispiel auf Basis des momentan diskutierten Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG), für relevant. Die Hälfte der Befragten befürchtet, dass eine kosteneffiziente Marktintegration dezentral erzeugter Energien mittels Cloud Computing in den kommenden Jahren überhaupt nicht realisierbar sein wird. Der technische Aufwand und die mangelnde Akzeptanz bei den Betreibern von Anlagen für erneuerbare Energien werden als Gründe hierfür angeführt.

Beim Ausbau eines intelligenten Netzbetriebs (Smart Grid) wird Cloud Computing voraussichtlich keinen Beitrag leisten. 59 Prozent machen dafür die mangelnde Sicherheit systemrelevanter Daten verantwortlich. Fast die Hälfte der Befragten schätzt, dass passende und reife Technologien in den nächsten Jahren noch nicht verfügbar sind. Ihre Zurückhaltung erklären die Netzbetreiber mit den hohen Anforderungen an die Ausfallsicherheit der Netze.

Vertrieb und neue Geschäftsfelder wachsen mit der Cloud


Laut Experten profitieren von Cloud Computing im Moment insbesondere die Bereiche Vertrieb und neue Geschäftsfelder. So treiben umfassende Analysemöglichkeiten (Big Data) die gezielte Kundenbindung voran. Gerade bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder sehen die Experten Potential: Fast 90 Prozent der Befragten sprechen von Chancen in der Erweiterung des Serviceangebots. So ist zum Beispiel der erfolgreiche Einsatz von Smart Metern ganz wesentlich mit innovativen Anwendungen für Endkunden verknüpft.

"Energieunternehmen, die Cloud Computing stärker einsetzen, können sich wichtige Wettbewerbsvorteile sichern, unter anderem die höhere Auslastung eigener IT-Systeme. Insbesondere für Unternehmen im kommunalen Umfeld bietet sich dadurch die Möglichkeit, ihre IT zu bündeln und so Kosten zu reduzieren. Für Entscheider geht es deshalb jetzt vor allem darum, den Markt zu beobachten und Potenziale einzuschätzen", sagt Dr. Andreas Olbrich.
(BearingPoint GmbH, 08.03.2013 - KBE)
 
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