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Montag, 23.01.2017
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VW will Verbrauch und CO2-Ausstoß stärker verringern als bislang geplant

Greenpeace

Der Volkswagen-Konzern hat auf dem Genfer Autosalon überraschend die weitreichende Entscheidung bekannt gegeben, den Verbrauch seiner Neuwagenflotte stärker zu verringern als bislang vorgesehen: Ab dem Jahr 2020 sollen PKW durchschnittlich höchstens 95 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer ausstoßen (knapp 4 Liter/100km).
Das Besondere: VW verzichtet bei dieser Berechnung auf Schlupflöcher, wie zum Beispiel Elektrofahrzeuge als Nullemissionsfahrzeuge mehrfach anzurechnen, und bekennt sich zu den verschärften Umweltzielen der EU für die Autobranche. Damit ist der Konzern weiter als die anderen deutschen Autohersteller und Umweltminister Peter Altmaier (CDU). Dessen Pläne mit Schlupflöchern würden den Grenzwert auf etwa 105 Gramm CO2 pro Kilometer verwässern. Es kommentiert Greenpeace-Verkehrsexperte Wolfgang Lohbeck:

Positives Signal für den Klimaschutz


"Das ist ein guter Tag für den Klimaschutz. VW beweist, dass die Autohersteller die ehrgeizigen Klimaziele der EU erreichen können, ohne Rechentricks und Schlupflöcher. Der größte Autohersteller Europas reagiert damit auf die Kampagne, die Greenpeace vor zwei Jahren begonnen hat, und setzt sich an die Spitze der deutschen Autoproduzenten. Nun ist die Politik am Zug. Dass VW fortschrittlichere Ziele vertritt als das Bundesumweltministerium, ist peinlich für Minister Altmaier. Die europäischen Minister und das Parlament müssen in den nächsten Wochen das Ziel von 95 Gramm CO2 pro Kilometer durchsetzen, ohne die Gesetzgebung durch Schlupflöcher für die deutsche Autoindustrie abzuschwächen.

Erreichen die Ingenieure des VW-Konzerns bei den Neuwagen ab dem Jahr 2020 das EU-Ziel von 95 statt 105 Gramm CO2, ersparen sie dem Klima knapp 4,5 Millionen Tonnen CO2 über ihre Nutzungsdauer. Das entspricht der Ladung von fast 60.000 Tanklastzügen mit insgesamt 1,8 Milliarden Liter Benzin - allein in Europa. Auch weltweit ist dies ein Signal für strengere Abgasvorschriften, vor allem für die Wachstumsmärkte USA und China. Solange die Menschen noch Autos mit Benzin fahren, müssen die Hersteller deren Verbrauch massiv senken.

Wenn alle europäischen Hersteller dem positiven Beispiel von Volkswagen folgten, würden die CO2-Emissionen ihrer PKW-Flotten in Europa um 10 Prozent sinken. Jetzt müssen die anderen deutschen Hersteller nachziehen. Da VW die umstrittenen Schlupflöcher nicht nutzen wird, erwartet Greenpeace von dem Konzern, sich auch nicht für diese einzusetzen."
(Greenpeace, 06.03.2013 - NPO)
 
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